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Guter Job gegen 630.000 Euro Steuernachlass? Neue Indizien für Bestechung im Umfeld der Türkisen >> Zehn großartige Lokale aus dem Jahr 2021 >> Der Fassadenleser entdeckt eine Weihnachtssphinx

Wetterkritik: Also, das muss echt nicht sein – heute noch kalt, in der Nacht Regen (Achtung, Glatteisgefahr) und dann eine Warmfront mit bis zu zehn Grad. Hier eine Temperaturprognose, die ORF-Wettermann Marcus Wadsak auf Twitter gepostet hat:

© Wadsak/Twitter

Kein Schnee, daran hat man sich ja leider schon fast gewöhnt. Aber Frühling zu Weihnachten? Geh bitte!


Guten Morgen,

eigentlich hatten wir uns gestern ja vorgenommen, spätestens am Mittag adventliche Einkehr zu halten: Kekse backen, Glühwein kochen, Christbaum kaufen, Geschenke verstecken. Solche Sachen. Aber gegen Mittag piepste es in einer internen Kurznachrichtengruppe. Das ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches, wenn man wie wir ungefähr 27,5 Kurznachrichtengruppen hat. Manche davon (ungefähr 23) kann man zudem schon mal ignorieren, wenn sie Laute von sich geben. Die gestrige ist eine der restlichen 4,5 – wenn sie piepsen, dann heißt das im Advent: Heute keine Kekse. Und schon gar keinen Glühwein.

Und so war es dann auch. Sie erinnern sich vielleicht an den FALTER.morgen von vorgestern: Da hat meine Kollegin Eva Konzett nach wochenlangen Recherchen aufgedeckt, dass Thomas Schmid – in den besten Zeiten von Sebastian Kurz Generalsekretär im Finanzministerium – unter Verdacht steht, dem MAN-Manager Siegfried Wolf einen Steuererlass von 630.000 Euro verschafft zu haben. Darauf deuteten interne Unterlagen hin.

Als es gestern piepste, hieß das: Der Verdacht hat sich erhärtet. Und zwar aufgrund von Chat-Protokollen aus dem Handy von Schmid, das mittlerweile dermaßen legendär ist, dass es von den Kolleginnen und Kollegen des Nachrichtenmagazins profil heuer listig zum „Mensch des Jahres” ernannt wurde.

Ein Zitat daraus hat ikonisches Potenzial. „Vergiss nicht, Du hackelst im ÖVP-Kabinett!! Du bist die Hure für die Reichen”, schreibt Schmid da an einen Beamten, den er bedrängt, bei der Gewährung des Steuerrabatts dienstbar zu sein.

Gestern fanden die entsprechenden Ermittlungsakten den – wie immer legalen – Weg zu Konzett und Florian Klenk. Im Anschluss lesen Sie gleich, was es damit auf sich hat. Dann erzählt Ihnen Soraya Pechtl noch, wie Immobilienunternehmer mit Mini-Eigenkapital Megaprojekte durchziehen. Und Florian Holzer hat für Sie zehn großartige Lokale aufgelistet, die im vergangenen Jahr geöffnet haben.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen

Martin Staudinger

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„With pleasure…du gibst einfach einen aus”

Neue Chatprotokolle erhärten den Verdacht, dass der mächtige Manager Siegfried Wolf mit Hilfe von Thomas Schmid eine Finanzbeamtin bestochen hat, um einen Steuernachlass zu bekommen.

Bild von Eva Konzett
VON EVA KONZETT

Als die ganze Sache über die Bühne ist, tippt die Finanzbeamtin eine Nachricht in ihr Handy: „Nochmals thanks!!!!!! Ich scheine dem Herrn Bundesminister als Vorständin vorgeschlagen zu sein.”

Siegfried Wolf antwortet zwei Stunden später: „With pleasure…du gibst einfach einen aus”.

Die beiden haben allen Grund zur Freude. Sie stehen vor dem, was man eine Win-Win-Situation nennt: Die Beamtin hat den neuen Job, den sie wollte. Und Siegfried Wolf muss 630.000 Euro weniger Steuerschulden bezahlen.

„Haben heute Einigung mit Sigi geschafft”: Thomas Schmid, Siegfried Wolf © APA/Hans Punz, APA/Helmut Fohringer

Und noch einen Gewinner gibt es an diesem 19.7.2019: Thomas Schmid, Generalsekretär im Finanzministerium. Er hatte einem Gönner des türkisen Universums geholfen. So hatte er offenbar seinen Job verstanden. Wer im ÖVP-Kabinett arbeite, sei eben die „Hure“ der Reichen, schreibt er an seinen Kollegen und den für Steuerfragen zuständigen Kabinettsmitarbeiter Michael Krammer.

Das ist die Geschichte einer sehr österreichischen Korruption. Es ist der Fall des Steuerzahlers Siegfried Wolf, einem der mächtigsten Manager der europäischen Automobilbranche, jenem Mann, der gerade das ehemalige MAN-Werk in Steyr übernommen hat und dem drei Kanzler zum 60. Geburtstag ihre Aufwartung machten: Franz Vranitzky, Gerhard Schröder und Wolfgang Schüssel. Sebastian Kurz war auch da. Die Festrede hielt der ehemalige russische Wirtschaftsminister Herman Gref.

Sie alle gratulieren dem Top-Manager Wolf. Aber der Mann hat noch eine andere Seite, die er nicht öffentlich zur Schau stellt. Sie findet sich in den Akten der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Diese Akten erzählen die Geschichte, wie dieser „Sigi“ Wolf offenbar 630.000 Euro nicht bezahlen wollte und wie er es sich bei der ÖVP und den Prätorianern des Sebastian Kurz richten konnte.

Sie bietet auch Einblicke in den Bauch der österreichischen Finanzverwaltung, wo die türkise Hybris des „Wer zahlt, schafft an“ galt. Welche Vergünstigungen erhielten jene, die sich zur türkisen Familie zählen durften?

Die WKStA ermittelt gegen Sigi Wolf, eine Finanzbeamtin und Ex -Finanzgeneralsekretär Thomas Schmid. M. Wie der Falter exklusiv berichtete, hat die Justiz am Montag Razzien an mehreren Privatadressen und in einem Finanzamt durchgeführt. Die WKStA erhebt den „gravierenden Tatverdacht der Bestechung hochrangiger Amtsträger unter Mitwirkung des höchsten Beamten des Finanzministeriums,“ so steht es im Hausdurchsuchungsbefehl, der dem Falter vorliegt. Von einer „massive Erschütterung des Vertrauens der Bevölkerung in einen an objektiven Maßstäben orientierten Vollzug der Finanzverwaltung“, schreiben die Staatsanwälte.

Die WKStA geht davon aus, dass der Manager Siegfried Wolf mit Hilfe von Thomas Schmid eine Finanzbeamtin bestochen hat, um einen Steuernachlass zu bekommen.

Wie kam es dazu? Die Staatsanwaltschaft gliedert ihren Akt in mehrere Phase.

Phase eins: Wolfs Steuerschulden

Durch eine Novellierung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen der Schweiz und Österreich 2007 mussten Einkünfte aus Geschäftsführertätigkeiten in der Schweiz zusätzlich auch in Österreich besteuert werden. Früher reichten die niedrigeren Steuern in der Schweiz.

Wolfs Steuerberater aber legten seine Steuererklärung bis 2011 weiterhin nach der alten für Wolf weit besseren Rechtslage. Das Finanzamt in Wiener Neustadt akzeptierte diese auch. Erst ein neuer Sachbearbeiter erkannte den Fehler und schlug 2012 Alarm.

Wolf wusste: Da kommt jetzt ein fetter Brocken an Nachzahlung auf ihn zu – rund elf Millionen Euro. Chats, die von der WKStA im Mobiltelefon von Thomas Schmid gefunden wurden, legen nahe, dass der Manager daraufhin den damaligen Finanzminister Hans Jörg Schelling kontaktierte – über den Umweg Thomas Schmid. „Haben heute Einigung mit Sigi geschafft. 75:25. er zahlt zwischen 7 und 8 Mio Euro nach. Muss noch genau berechnet werden. Er rief mich mehrmals an und wollte auf 6 runter. Das war unmöglich für uns während der laufenden Verhandlung zu intervenieren. Ich finde bei diesem Deal hat sich unsere Finanzverwaltung bewegt und beide Seiten sollten zufrieden sein. Er hat heute (es folgt ein Emoji, Anm.) - teurer Geburtstag :-))” schrieb Thomas Schmid am 31. Oktober 2016 an Finanzminister Schelling.

© Screenshot FALTER

Phase zwei: Wolfs Kampf gegen die Finanz

Am 13. und 14. Dezember 2016 kam der Bescheid des Finanzamts: Wolf müsse nun nicht mehr elf Millionen zahlen, sondern 7.093.332,17 Euro, inklusive „Anspruchzinsen“, also Strafzinsen in Höhe von 686.736,44 Euro. Damit war der Manager aber immer noch nicht zufrieden, er wollte zumindest die Strafzinsen erlassen haben. Finanzgeneralsekretär Thomas Schmid drängt deshalb in der Folge die ihm unterstellten Beamten im Ministerium, ob sie nicht doch etwas tun könnten, denn: „Chef hat ihm das zugesagt“, wie er an einen Beamten schreibt. Und dann weiter: „Vergiss nicht – du hackelst im ÖVP Kabinett!! Du bist die Hure für dich (sic) reichen!“

Wenn das stimmt, dann hat der Finanzminister der Republik dem Automanager im Hinterzimmer einen großen Gefallen getan, für den die Steuerzahlen aufkommen sollten …

Hier geht's weiter zum ganzen Text.

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Stadtnachrichten

Der Städtetourismus leidet stark unter der Pandemie. Das zeichnete sich bereits in den vergangenen eineinhalb Jahren ab - wie sehr, lässt sich jetzt in Zahlen gießen. In Wien gibt es dieses Jahr 64 Hotels und Pensionen weniger als im Vorjahr. Damit ist das städtische Hotelangebot um 16 Prozent auf 347 zurückgegangen. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es noch 422 Betriebe gewesen. Dass 2020 vergleichsweise weniger Hotels zusperren mussten, liegt aber nicht so sehr an Corona, als am Erhebungszeitraum – die MA 23 erfasst die Daten nämlich bereits im Mai.

Betroffen sind vor allem kleinere Betriebe. „Der Trend zu größeren Häusern ist bereits seit einigen Jahren sichtbar geworden”, sagt eine Sprecherin des Wiener Tourismusverbands. Während kleinere Pensionen eher zusperren, öffnen vermehrt größere Hotels . Das erklärt auch, warum die Zahl der Betten nur um acht Prozent gesunken ist. 

Insgesamt gibt man sich im Branchenverband aber positiv: „Im Sommer ist der Städtetourismus wieder gut angelaufen. Das zeigt uns, dass der Tourismus nach der Pandemie zurückkommt”, so die Sprecherin. 


„MA48orange“, „Powidlblau“, „Zuckerlrosa“ oder „Bobogrün“? Das MuseumsQuartier bekommt im Frühjahr 76 neue Sitzmöbel und vom 25.12. bis 12.01 können Sie hier mitvoten, welche Farbe die „Enzis" im MQ-Innenhof haben sollen.

Die alten Möbel in der Farbe Libelle können Sie übrigens ab sofort kaufen. 720 Euro kostet ein Stück (Anmeldung unter dsteiner@mqw.at).

Stadtgeschichten
Bild von Soraya Pechtl
VON SORAYA PECHTL

Aufgeblasen 

Die Immobilienpreise steigen rasant. Die Finanzmarktaufsicht warnt vor einer Blase und fordert strengere Regulierungen für die Kreditvergabe an private Häuslbauer. Aber was ist eigentlich mit den Immobilienunternehmen, die Millionenbeträge in die Hand nehmen? 

Die Pandemie hat die Nachfrage nach Immobilien befeuert. Die Preise steigen so rasant wie selten zuvor. Häuser, die im Jänner noch 330.000 Euro kosteten, waren im April bereits um knapp 4.000 Euro teurer. Dafür gibt es mehrere Gründe - zum einen ist Betongold in Krisenzeiten nach wie vor eine beliebte Wertanlage. Dazu kommen der steigende Bedarf an Wohnraum und Preiserhöhungen bei Baumaterialen.

Wer für das Eigenheim nicht das nötige Kleingeld hat, leiht sich etwas. Die Zinsen für Kredite sind so tief wie nie, die Banken sind bei der Vergabe nicht gerade streng. In diesem Jahr wurden um 18 Prozent mehr Wohnimmobilienkredite vergeben als noch im Vorjahr. 

Die Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA) warnt vor der laschen Vergabepraxis. Wenn die Zinsen steigen - was sich derzeit bereits abzeichnet - könnten viele Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Bläht sich in Wien gerade eine Immobilienblase auf? Und was ist eigentlich mit den Immobilienunternehmen? Sie nehmen viel mehr Geld in die Hand als Private und finanzieren ihre Grundstücke auch großteils mit Krediten. 

2020 wurden in Wien rund 18.000 Wohnbauten bewilligt - so viele wie in keinem anderen Bundesland © APA/HARALD SCHNEIDER

Ein Beispiel aus Hietzing: Dort kaufte ein Immobilienunternehmen kürzlich ein Grundstück um 6,3 Millionen, sage und schreibe 6,15 Millionen davon fremdfinanziert. Eine andere Immobilienfirma hat ein Projekt mit einem Verkaufswert von 81 Millionen mit nur rund 35.000 Euro Eigenkapital auf die Beine gestellt. 

„Unternehmen, die mit Eigentumswohnungen Ertrag erwirtschaften, stecken zusätzliches Eigenkapital in neue Investitionen und finanzieren das mit einem hohen Fremdkapitalanteil. Das bezeichnet man als Leverage Effekt, und da steckt natürlich ein hohes Risiko drin”, erklärt Gunther Maier, Immobilienexperte an der Wirtschaftsuniversität Wien. Andererseits würden Unternehmen rationaler agieren und könnten Risiken in der Regel besser einschätzen als Private.  

Von einer Immobilienblase will Maier derzeit nicht sprechen. „Immobilienblasen erkennt man erst, wenn sie geplatzt sind. Das lässt sich eigentlich im Vorhinein nicht seriös prognostizieren.”

Nichtsdestotrotz will die FMA Wohnbaukredite ab kommendem Jahr stärker regulieren und „Mindeststandards für die nachhaltige Vergabe" einführen. Zumindest 20 Prozent der Kosten müssen dann aus Eigenmitteln finanziert werden, die Laufzeit darf nicht länger sein als 35 Jahre.

Immobilienunternehmen sind davon aber nicht betroffen. 

Loge 17

Unser größtes Problem sind wir selbst. Wir als Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die eigentlich selbst in die Intensivstation muss. Lebensbedrohlich erkrankt an einem Riss, der mitten durch den Organismus geht.

Harry Bergmann entwickelt in seiner aktuellen Kolumne ein neues Verständnis für den chinesischen Fluch „Du mögest in interessanten Zeiten leben!“.

Falter Radio

Der böse Podcast

© Screenshot Falter

Zum Jahresabschluss besprechen und bewerten NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger, Ex-Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ), der Kabarettisten Thomas Maurer und FALTER-Medienchefin Barbara Tóth mit Moderator Raimund Löw die giftige Rückschau „Best of Böse“.

Lokaltipps

Zehn neue, großartige Lokale aus dem vergangenen Jahr

Trotz Coronakrise haben 2021 erstaunlich viele Lokale aufgemacht, und von diesen waren und sind ganz schön viele sehr gut. Die zehn besten Lokal-Helden sind diese:

  • X. O. Grill war das Takeaway der Stunde: Burger und Reuben-Sandwiches, die so arg aussahen und schmeckten wie sonst nur in den USA. Inzwischen zog der XO Grill von einem Pop-up zum anderen, demnächst mit echtem Lokal.

  • Wenn es 2021 ein kulinarisches Motto gab, dann hieß es "Fermentation". Alexandra Liberda bietet in ihrem Lokal-Shop-Hybrid Augora einerseits selbst Fermentiertes und auch noch urgutes Essen, bei dem die Aroma-Booster mithelfen.

  • Ein Wagnis, in der Heinestraße ein gehobenes Restaurant aufzumachen. Noch dazu in einem ehemaligen Sauna-Club. Aber die Sattlerei hat es geschafft: extrem hohe Ambition, tolle Kreativküche, riesige Bioweinkarte.

  • In Kritzendorf hat der Architekt Heinz Holzmann das alte Beisl Die Fischerin direkt am Wasser übernommen, es ein bisserl hergerichtet und vom „Es gibt Reis“-Team bekochen lassen. Hoffentlich nächsten Sommer wieder!

  • Der Grieche war das erste griechische Lokal Österreichs, machte vor ein paar Jahren aber zu. Vasileios Salamanopoulos übernahm, ließ sich von einem griechischen Starkoch beraten und trotzt allen Klischees. Mittags Tavernen-, abends griechische Gourmetküche.

  • Viele haben sich am ehemaligen Museums-Café im Augarten bereits probiert. Aber so gut wie in La Grande Dame war's hier schon lange nicht mehr: unkompliziert gutes Essen, top Frühstück, traumhafte Terrasse.

  • Die nächste Neuübernahme, die etwas verbessert hat: Aus dem schrulligen Pensionisten-Café Bellaria wurde ein tolles Lokal, Kaffeehaus, Restaurant und Bar zugleich, und all das ziemlich gut.

  • Das wahrscheinlich aufwendigste Projekt des Jahres: Bernhard Schlacher machte aus dem früheren Hotel Kummer das Hotel Motto. Im siebten Stock gibt’s im Chez Bernard Cocktails, französische und Wiener Küche. Demnächst mit Terrasse.

  • Nach dem Ende des Brickmaker's in der Zieglergasse waren die Orte mit echtem BBQ rar. Im Trixie Kiddo's haben sie einen richtig großen Ofen importiert und legen richtig gutes Fleisch rein. Yeah!

  • Fast wäre das traumhaft schöne Chinarestaurant Shanghai aus den 1960er-Jahren zu Tode renoviert worden. Zum Glück aber eh nicht, im Gegenteil, und modernisierte Shanghai-Küche vom chinesischen Küchenmeister gibt's auch.

Den Jahresrückblick von Florian Holzer lesen Sie hier.

Frage des Tages

Wie viele Stände auf Weihnachtsmärkten gibt es dieses Jahr in Wien?

1. 356

2. 673

3. 821

Adventmarkt in den Blumengärten Hirschstetten © MA 42 / Christian Fürthner

Auflösung von gestern: Wien wurde 1922 (nicht 1919 oder 1933) zum eigenen Bundesland.

Event des Tages
Bild von Lisa Kiss
AUSGEWÄHLT VON LISA KISS

Die Filmkomödie „Monsieur Pierre geht online” funktioniert auch auf der Bühne, obwohl es – Schreck, lass nach! – ums Internet geht. Der alte Pierre bekommt Internet-Unterricht von Alex, dem Freund seiner Enkeltochter. Bald schon traut sich Pierre ans Online-Dating, als Profilfoto wählt er allerdings versehentlich ein Bild von Alex. Der muss Pierre dann beim ersten Date in echt vertreten. Wolfgang Hübsch als Pierre überzeugt mit depressivem Grant und kindischem Trotz. Claudius von Stolzmann als Alex ist ihm humortechnisch ein mehr als ebenbürtiger Gegner im Kampf um die empathische Flora (Gioia Osthoff). Theaterwiens derzeit lustigster Analog-Digital-Wandler. (Martin Pesl)

Kammerspiele der Josefstadt, 19.30

Kinderbuch

Katrin Wiehle: Meine wilden Nachbarn - Tiere in der Stadt

Vom Stubenkater bis zur Wanderratte: Dieses großformatige Buch (aus Recycling-Pappe und mit umweltfreundlichen Farben bedruckt) ist eine Mischung aus Wimmelbuch und Wörterbilderbuch. Es soll Kindern beibringen, welche Tiere um sie herum leben. Wer wohnt im Park? Wer stöbert in den Mistkübeln der Stadt? Und wer ist auf dem Dachboden zuhause? Besonders nett: Passend zum Buch können Eltern die Tierstimmen aus dem Internet herunterladen … (Nina Horaczek)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at

Der Fassadenleser
VON KLAUS-JÜRGEN BAUER

Die männlich-weiblich-androgyne Weihnachtssphinx 

Drei Familien gehörte nacheinander das Palais auf der Wieden. Bauen ließ es im Jahr 1705 ein Finanzfachmann aus der Starhemberg-Familie, Architekt war Lukas von Hildebrandt. Hundert Jahre später kaufte der ungarische Graf Janos Keglevich das Palais, ein hoher Staatsbeamter, Humanist und Kunstsammler. Nur 30 Jahre später erwarben die Schönburgs das Palais, unter deren Namen es bis heute bekannt ist.

Bewacht wird das Anwesen von zwei weiblichen Sphingen auf mächtigen Eingangspylonen. Das Wort Sphinx kommt vom griechischen sphíngein, erwürgen. Es sind eben schöne, aber auch gefährliche Wesen, Wächterinnen von Grab und Tempel, von denen die Griechen glaubten, dass sie Reisende erwürgen würden, wenn sie gestellte Rätsel nicht lösen konnten. In Ägypten, wo diese Mischwesen erfunden wurden und man sie Hu nannte, waren sie harmloser. Dort waren sie männlich und stellten einen König oder Pharao als Gott dar.

Eine Sphinx bewacht das Palais Schönburg im vierten Bezirk © Klaus-Jürgen Bauer

 Im 18. Jahrhundert schließlich wurden Sphingen durch eine Theorie Herders zu einem androgynen Symbol der Unsterblichkeit und des Rätselhaften. 

In diesem Sinne wünscht der Fassadenleser allen Leserinnen und Lesern ein wunderschönes Weihnachtsfest!


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