✍ Willi Resetarits ist tot: Ein Nachruf >> Haustiere auf der Flucht >> Hochbeete statt Parkplätze >> Grätzelrundgang bei der UraniaWetterkritik: Suchte man ein Lehrbuchbeispiel für typisches Aprilwetter, der heutige Tag böte sich an. Morgens bewölkt und leichter Regen, nachmittags kommt die Sonne raus und die Temperaturen liegen bei jahreszeittypischen 16 bis 18 Grad.Guten Morgen!Diese Begrüßung kling...
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Willi Resetarits ist tot: Ein Nachruf >> Haustiere auf der Flucht >> Hochbeete statt Parkplätze >> Grätzelrundgang bei der Urania

Wetterkritik: Suchte man ein Lehrbuchbeispiel für typisches Aprilwetter, der heutige Tag böte sich an. Morgens bewölkt und leichter Regen, nachmittags kommt die Sonne raus und die Temperaturen liegen bei jahreszeittypischen 16 bis 18 Grad.


Guten Morgen!

Diese Begrüßung klingt heute falsch, denn Willi Resetarits ist tot. Das heißt nicht nur, die Wüste wächst. Das heißt: eine kräftige, hohe Sanddüne rieselt seit gestern nach Wien herein. Der Willi, der burgenländische Krowod, der Volksschauspieler, der Volkssänger, der seine Bildung hinter einem Schmäh nicht zu verstecken brauchte, weil der Schmäh so gut war und die Bildung so hinreißend, vor allem die musikalische Bildung, die Stimmbildung, aber über allem, man muss es so sagen, die seelische Bildung, ohne die das alles ja nichts wert wäre, dieser Willi ist gestern von uns gegangen. Einen Nachruf lesen Sie gleich unten, ein ausführliches Porträt, das Stefanie Panzenböck unter dem Titel „Der Menschenlieber“ geschrieben hat, gibt es hier.

Außerdem im heutigen FALTER.morgen: Nina Horaczek beschreibt ein (vergleichsweise kleines) Problem, das viele Kriegsvertriebene aus der Ukraine haben – die medizinische Versorgung ihrer Haustiere. Und Florian Holzer nimmt Sie auf seinem Grätzelrundgang zur Urania mit.

Eine schöne Woche wünscht Ihnen

Armin Thurner

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Willi Resetarits, 1948 - 2022

Nicht erst im Augenblick seines Todes wissen wir, wie sehr diese Stadt und dieses Land seiner bedurften.

Der Falter und der Willi, das ist eine gemeinsame Geschichte über Jahrzehnte. Ich bin zu traurig, um nachzuzählen, aber Willi Resetarits war gewiss eines der am häufigsten vorne auf dem Blatt auftauchenden Motive; Willi-Covers gab es mehr als Covers irgendeiner anderen Person.

Das von ihm gegründete Integrationshaus hat ihn viel Kraft gekostet, physisch und psychisch; wir leisteten einen Beitrag mit der jährlichen Aktion „Hilfe, Geschenke!“, deren Erlöse dem Haus zugute kamen.

Dafür, eine öffentliche Verkörperung des Guten zu sein, gab er Kraft, vielleicht mehr, als er dafür bekam: Willi Resetarits © FALTER/Archiv

Politisch links, war auf den Willi immer Verlass. Wann immer es Kundgebungen gab, die für die Rechte Entrechteter eintraten, war mit ihm zu rechnen – das Lichtermeer war nur der berühmteste Anlass. Dafür, eine öffentliche Verkörperung des Guten zu sein, gab er Kraft, vielleicht mehr, als er dafür bekam. Er bezahlte die Rechnung ohne zu murren. Noch am Tag vor seinem Tod eröffnete er den Wiener Flüchtlingsball.

Wir kannten uns seit 1976, seit Arenazeiten; dort war er der Rädelsführer, ich nur ein kleiner Rebell. Mit Heinz R. Unger dem Autor der Proletenpassion, dem historischen Erfolg der Schmetterlinge, waren wir beide befreundet. Als Kunstfigur „Ostbahn-Kurti“ ging der Willi in den Festbestand des Wiener Wesens ein, und zwar in den unpeinlichen. So war man als Freund Willis auf einmal ein Freund des Volkes. Sein Schmäh bei Konzertmoderationen, seine legendäre Gabe, die Dinge in einer Formulierung so zu verlangsamen, dass sie lächerlich wurden, ohne das Gegenüber zu beschämen, das macht ihm keiner mehr nach.

Auch in dieser Gabe wurde sein freundliches Inneres sichtbar: kritisch, ohne zu vernichten, aber fest, wo Festigkeit angebracht ist. Hörbar wurde all das in seinen vielfältigen Gesangstalenten, von Artmann-Vertonungen, über Rockfetzen, Wienerlieder bis hin zu Choralsätzen und Jazz. Unvergesslich, als Siegmar Schlager und ich mit ihm und Ernst Molden zum 40-Jahre-FALTER-Fest „Abarakaradbara, wo san meine Haberer“ mitsingen durften. „Schreit’s eine ins Mikro“, gab er uns als Tipp mit.

Zum 25-Jahre Jubiläum schrieb er dem Falter, gezeichnet als Willi Resetarits / Dr. Kurt Ostbahn: „Ich kann meiner Freude kaum Ausdruck verleihen. Muss ich doch feststellen, dass ich seit 25 Jahren Abonnent des Blattes bin und somit seit einem Vierteljahrhundert die Geschicke und Geschichte des FALTER verfolge. Obwohl dies nicht ganz richtig ist. Ein paar Jahre hatte ich sogar das FALTER-Abo abbestellt, da das Kulturressort von bösen Kulturfundis geknechtet wurde. Aber jetzt sind wir wieder gut! Und dass es einer Zeitung wie der euren in Österreich bedarf, des wissen ma eh. Also beste Glückwünsche und loßt's eich nix gfoin. Grüssie!“

Da kann man nur sagen: nicht erst im Augenblick deines Todes wissen wir, wie sehr diese Stadt und dieses Land deiner bedurften, Willi. Der Dichter W. H. Auden schrieb: „Wir sind alle in der Welt, um anderen zu helfen. Wofür in aller Welt die anderen da sind, weiß ich nicht.“

Du warst einer, der geholfen hat, ohne zu fragen, warum. Wer hilft uns jetzt?

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Stadtnachrichten

Nach heftiger Kritik verlässt Konzerthaus-Intendant Matthias Naske den Stiftungsrat des russischen Musica Aeterna Orchesters, wie er der Tageszeitung Die Presse mitteilte. Die Stiftung wird von der russischen VTB Bank mitfinanziert, die auf der Sanktionsliste der EU steht. Die Hintergründe über die Causa lesen Sie hier. Was Naske zu den Vorwürfen sagt, hat er Matthias Dusini hier erzählt.


Grünraum statt Parkplätze - so stellt sich Filmemacher und Aktivist Christoph Schwarz die Nutzung von öffentlichen Raum vor. Vorige Woche hat er deshalb eine Petition gestartet, in der er das Aufstellen von Hochbeeten in Parkspuren der Stadt fordert. „Eine Genehmigung dafür soll ähnlich unbürokratisch wie das Anmelden eines PKWs für ein Bezirksparkpickerl erfolgen, die Kosten ebenfalls 10 Euro im Monat betragen. Die Notwendigkeit einer baulichen Abtrennung zur Fahrbahn und zum Untergrund wie bei einem ‚Parklet' soll entfallen", heißt es darin.

„Bis 2030 soll der Autoverkehr halbiert sein. Aber niemand traut sich, den Autos im großen Stil Raum wegzunehmen" © Christoph Schwarz

Im Vorjahr hatte die MA46 einen entsprechenden Antrag von Schwarz abgelehnt. Der Aktivist hat daraufhin ein Cabrio mit Erde befüllt und Kräuter darin eingesetzt, um eine Diskussion loszutreten (wir haben berichtet). „Nun haben wir den Weg der Petition gewählt, damit die Politik endlich gefordert ist, den öffentlichen Raum gerecht aufzuteilen und eine klimafreundliche Nutzung der Parkspuren zu ermöglichen“, sagt Schwarz.


Nach einer feuchtfröhlichen Nacht im Club kommt man schon mal auf blöde Ideen. Die hunderten in der Stadt verteilten E-Scooter verleiten ja beinahe zu einer Spritztour. Aber wie gesagt: Das ist eine blöde Idee. Denn betrunken zu fahren ist nicht nur strafbar, sondern gefährlich (dasselbe gilt für Radln und erst recht für Autos). Die Wiener Fahrradpolizei hat im Vorjahr über 500 alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende Scooter-Lenker angehalten, in rund 200 Fällen kam es zu Unfällen. 

Insgesamt wurden auf den Wiener Radwegen im Vorjahr so viele Übertretungen registriert wie noch nie. Über 4.000 Anzeigen haben die Beamten ausgestellt. 

Knapp ein Viertel der Radfahrer halte sich nicht an Verkehrsregeln, sagt Thomas Losko, der geschäftsführende Leiter der Landesverkehrsabteilung Wien, zur Nachrichtenagentur APA. Das seien deutlich mehr Verkehrssünder als bei den Autofahrern. Am häufigsten ignorieren die Biker rote Ampeln, telefonieren oder befahren den Gehsteig. Wobei: Manchmal gibt’s halt einfach keinen Radweg. 


Am Freitag haben wir über das Modell der Wiener Grünen zur Leerstandsabgabe berichtet. Arbeiterkammer-Ökonom Thomas Ritt hat darin die Rechtsauffassung des grünen Landtagsabgeordneten Martin Margulies kritisiert. Dieser hatte gesagt, dass ein entsprechendes Landesgesetz unter grüner Regierungsbeteiligung nicht gekippt werden würde. Das obliege aber nicht der Politik sondern den Gerichten, so Ritt.

Marguiles stellt nun klar: „Die Bundesregierung hat [im Gesetzwerdungsprozess] die Möglichkeit, ein Gesetz zur Leerstandsabgabe zu beeinspruchen. Das wird mit Sicherheit nicht passieren."

Stadtgeschichten
Bild von Nina Horaczek
VON NINA HORACZEK

Hamster auf der Flucht

Kriegsvertriebene aus der Ukraine haben viele große Probleme – und auch ein paar kleine: Zum Beispiel die medizinische Versorgung ihrer Haustiere, die sie nach Österreich mitgenommen haben.

Der „Boss“ streikt: Unter dem flauschigen Fell hat die Perserkatze kaum mehr Speck auf den Rippen. „In Kiew habe ich jeden Tag frisch für ihn gekocht, deshalb will er das Dosenfutter nicht essen“, sagt die besorgte Besitzerin: „Aber hier im Flüchtlingsquartier dürfen wir nicht kochen.“

Die junge Frau kommt mit Mutter und Katze zu einer sogenannten „Erstübersicht“ für geflüchtete Tiere im Flüchtlingsquartier in Simmering. „Wir sind etwa dreißig Studierende der Veterinärmedizin, die regelmäßig Flüchtlingsquartiere anfahren und bei den Tieren dort eine Erstübersicht machen, ob es medizinische Probleme gibt“, sagt die angehende Tierärztin Isabella Grünberger. Außerdem werden die Impfpässe überprüft. Organisiert wird diese Tierhilfe von der Volkshilfe.

Flüchtlingskater „Gucchi“: „Viele der Tiere sind durch die Flucht und die neue Situation gestresst.“ © FALTER/Horaczek

Im Gegensatz zu Flüchtlingen aus anderen Ländern nahmen zahlreiche Ukrainer ihre Haustiere im Fluchtgepäck mit. „Wir hatten neben Hunden und Katzen auch schon Kanarienvögel, Hamster und sogar zahme Ratten“, erzählt Vetmed-Studentin Grünberger.

Dackeldame „Mayla“ ist zum ersten Mal da. Vor zwei Jahren wurde sie in Kiew an den Bandscheiben operiert. Seitdem geht sie das Leben gemütlich an. Statt auf dem harten Asphalt herum zu dackeln, lässt sie sich am liebsten tragen. Deshalb sind ihre Krallen ziemlich lang und müssen geschnitten werden. Außerdem befürchtet ihr Frauchen, dass Mayla scheinträchtig sein könnte. Also organisieren die Freiwilligen einen Tierarzttermin für die Dackeldame. „Wir haben eine ganze Liste an Tierarztordinationen, die sich bereit erklärt haben, Tiere, die Menschen bei ihrer Flucht aus der Ukraine mitnahmen, ehrenamtlich zu behandeln“, sagt eine freiwillige Helferin.

Gibt es beim Erstcheck einen Hinweis auf ein medizinisches Problem, geht es ab zum Tierarzt. Stafford-Bullterrier „Bonita“ hat ein anderes Problem: Ihre Besitzerin möchte in Wien bleiben und Bonita braucht deshalb einen Chip. Den bekommt sie bald im Neunerhaus. Die tierärztliche Versorgungsstelle in dieser Einreichtung für Obdachlose hilft seit Kriegsbeginn auch Tierbesitzerinnen und Tierbesitzern aus der Ukraine.

Heute sind es nur Hunde und Katzen, die zur Erstbegutachtung kommen – und alle sind ausgesprochen gut gepflegte Rassetiere. Da ist der britische Kurzhaarkater „Gucchi“, dessen Besitzerin wissen will, ob sein Impfstatus aktuell ist. Nach ihm kommt die englische Bulldogge „Kex“ an, die Bauchweh hat. „Viele der Tiere sind durch die Flucht und die neue Situation gestresst und haben deshalb einen angespannten Bauch“, sagt die angehende Tierärztin Grünberger.  Chihuahua „Alica“, die als nächstes an der Reihe ist, hat zwar auch ein kugelrundes Bäuchlein. Aber aus einem anderen Grund: „Sie liebt Kaffee“, erzählt ihre Besitzerin und erfährt bei der Erstbegutachtung, dass die alte Hundedame keine Beruhigungstropfen benötige, ein Koffeinentzug sei die bessere Kur.

Weil die Geflüchteten hier in diesem ehemaligen Pensionistenheim in Simmering eigene Zimmer haben, dürfen Hunde, Katzen sowie auch Kleintiere bei ihnen bleiben. „In den Großquartieren ist das leider nicht möglich, deshalb suchen wir Tierpatinnen und Tierpaten, die bereit sind, ein Tier temporär aufzunehmen bis deren Besitzer eine passende Unterkunft gefunden haben“, sagt eine der Helferinnen. Und es werden dringend Halsbänder und Leinen für Hunde und Katzen gesucht. „Auch das Tierfutter, das wir ausgeben, bekommen wir als Spenden von Firmen und Privatpersonen“, erzählt eine Helferin. Davon profitiert heute der grantig dreinschauende „Boss“. Damit der verwöhnte Perserkater wieder zu Kräften kommt, holt ein Helfer das allerbeste Gourmet-Katzenfutter aus dem Lager. Ist zwar immer noch nicht selbstgekocht, aber schmeckt hoffentlich auch.

Informationen: https://www.volkshilfe-wien.at/2022/03/22/hilfe-fuer-gefluechtete-menschen-mit-haustieren

Im Grätzel

Urania

© ARGE KARTO

Das Urania-Viertel zählt zu den totesten Grätzeln in ganz Wien. Zu viele Büros, zu wenige Bewohner, zu hohe Mietpreise – zwischen Biberstraße und Hinterer Zollamtsstraße herrscht gastronomische Steppe. Umso erstaunlicher das Klyo in der Urania, das sich nicht nur gut, sondern auch schon länger hält als alle anderen Lokale in der Urania davor. Die Strandbar Herrmann hat schon offen, und gerade jetzt, wo noch nicht der Wahnsinn herrscht, ist’s hier eigentlich am besten. Verpflegung kommt wieder vom Streetfood-Thai, für ein Achtel Wein werden weniger als vier Euro verlangt, das hat Seltenheitswert.

Und dann das gute, alte Expedit, das seit vielen Jahren Xpedit heißt, aber immer noch genauso aussieht wie früher. Auch küchenmäßig konzentriert sich das Xpedit nach diversen szenegastronomischen Experimenten wieder ein bisschen mehr auf seine ursprünglichen Qualitäten. Das good old Badeschiff setzte trotz stadtpolitischen Gegenwinds vor zwei Jahren interessante Schritte: So etwa wurde das viergeschossige Schiffslokal fast komplett barrierefrei und mit Rampen ausgestattet; und auch küchenmäßig besannen sich die Badeschiffer ihrer sozialen Werte, gekocht wird von geflüchteten Frauen aus Afghanistan, Somalia, Uganda und Syrien, und zwar Gerichte aus diesen Ländern.

Den gesamten Grätzelrundgang von Florian Holzer lesen Sie hier.

Frage des Tages

Österreich gewann bisher nur einmal die Wahl zur Miss Universe. Wie hieß die aus Wien stammende Siegerin?

1. Lisl Goldarbeiter

2. Gertrud Biermann

3. Hildegard Wimmer

Auflösung von Freitag: Im Grätzel zwischen Dominikanerbastei mit der Postgasse wurden früher Schweine für den Viehmarkt gelagert. Der heutige Auwinkel hieß deshalb bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts Sauwinkel (nicht Tauwinkel oder Brauwinkel). Quelle: Unnützes Wiener Wissen, Holzbaum Verlag

Event des Tages
Bild von Lisa Kiss
AUSGEWÄHLT VON LISA KISS

Literatur

Lachend bietet Franz Schuh in seinem neuen Buch „Lachen und Sterben“ dem Schicksal die Stirn und rückt ihm zum einen metaphysisch zum anderen ganz konkret auf den Leib, indem er die Dialektik von Lachen und Sterben an Beispielen aus der Populärkultur zeigt. Die Pianistin Suyang Kim begleitet die Lesung musikalisch. (Sebastian Fasthuber)

Radiokulturhaus, 19.30

Buchtipp

Leonardo Padura: Wie Staub im Wind

Der vielseitige Leonardo Padura ist durch den Krimizyklus „Havanna-Quartett" bekannt. Nun steht wieder ein vermutliches Verbrechen, diesmal aus dem schicksalsträchtigen Jahr 1989, im Zentrum. Die durch Mauerfall und Untergang der UdSSR ausgelösten Schockwellen reichen bis nach Kuba und erschüttern den Sozialismus mit seinem allzu menschlichen Antlitz zwischen Korruption und Pragmatismus.

Zeitgleich mit der ökonomischpolitischen Krise sprengt ein rätselhafter, nie aufgeklärter Todesfall einen Clan. Seine Mitglieder - Künstler und Wissenschaftler -werden in die Emigration gedrängt. Der Autor, der selbst Kuba nie länger verlassen hat, schildert einfühlsam die Welt dieser von Heimat und Ideologie Enttäuschten. Das Genre Krimi erlaubt es ihm, ungeschminkt Fehlentwicklungen im tropischen Arbeiterparadies aufzuzeigen. (Thomas Leitner)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at

Dafür kämpfen wir

Ehe ohne Grenzen

© Ehe ohne Grenzen

Unser Anliegen in einem Satz 

Die Initiative Ehe ohne Grenzen – kurz EOG – kämpft gegen gesetzliche Bestimmungen, die gemeinsames Ehe- und Familienleben verhindern: Das Hauptziel der Initiative ist die rechtliche Gleichstellung von binationalen mit österreichischen Paaren und Lebensgemeinschaften. 

Wo wir sind 

Unserer Vereinssitz ist in Wien, die fremdenrechtliche Beratungsarbeit kann weltweit genutzt werden. 

Wieviele wir sind 

Die Initiative versteht sich als „Group in Progress“ und agiert entsprechend dynamisch. Die Gruppe besteht aus sechs ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedern, vier ehrenamtlichen fremdenrechtlichen Beraterinnen und einer Vereinskoordinatorin. Wir werden immer wieder von engagierten Menschen unterstützt. 

Seit wann es uns gibt 

Uns gibt es schon seit 16 Jahren! EOG ist die unmittelbare Reaktion Betroffener auf das im Jahr 2006 eingeführte Fremdenrechtsgesetz, das binationale Paare seither in ihrer selbstbestimmten Lebensgestaltung und Lebensqualität in Österreich massiv beeinträchtigt. Ehe allein begründet nicht mehr das Recht auf Aufenthalt und gemeinsames Familienleben und öffnet nicht den Zugang zum Arbeitsmarkt (seit der Gesetzesänderung müssen binationale Paare u.a. nachweisen, dass sie genug verdienen, bevor der Partner oder die Partnerin aus dem Ausland nach Österreich kommen darf, Anmerkung)

Was wir erreicht haben 

Unsere Initiative ist mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Ute-Bock-Preis, wir sind EU-weit vernetzt und im Austausch mit Organisationen, die sich für binationale Paare und Familien einsetzen. Trotz knapper Ressourcen ist es gelungen, eine gut funktionierende Begleitung und Beratung für Betroffene zu realisieren. 

Wo und woran wir bislang gescheitert sind 

Wir scheitern seit 2006 mit unseren Forderungen nach Gesetzesänderungen an Regierungsmitgliedern, BehördenmitarbeiterInnen und PolitikerInnen. 

Wie Sie uns erreichen können

Per Mail unter folgender Adresse: office@ehe-ohne-grenzen.at 

Auf Facebook oder unserer Webseite.


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