✍ Ein neues Geschäftskonzept verspricht regionale, fair produzierte und auch noch günstige Bio-Ware – man muss nur selbst ein bisschen mit anpacken >> „Labyrinth des Todes“ am Schwarzenbergplatz >> Wrestling-Serie, Teil IV: Eine Philosophin im Ring >> Grätzelrundgang: Hinterm LandlWetterkritik: Jetzt dürfte es mit dem Aprilwetter endgültig vorbei sein – heute mittag kann es zwar noch einen kurzen Rege...
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Gut, besser, super Markt

Ein neues Geschäftskonzept verspricht regionale, fair produzierte und auch noch günstige Bio-Ware – man muss nur selbst ein bisschen mit anpacken >> „Labyrinth des Todes“ am Schwarzenbergplatz >> Wrestling-Serie, Teil IV: Eine Philosophin im Ring >> Grätzelrundgang: Hinterm Landl

Wetterkritik: Jetzt dürfte es mit dem Aprilwetter endgültig vorbei sein – heute mittag kann es zwar noch einen kurzen Regenschauer geben, im Großen und Ganzen werden die kommenden Tage aber frühsommerlich warm. Wurde auch Zeit!


Guten Morgen!

Vergangenen Freitag war ich bei einem ganz besonderen Soft-Opening. In der Haberlgasse in Wien-Ottakring, gleich ums Eck vom Brunnenmarkt, hat Mila, Österreichs erster sogenannter partizipativer Supermarkt, eröffnet. Die Produkte dort sind regional, biologisch, fair produziert und trotzdem günstig. Wie das geht und wie Sie mitmachen können, erzähle ich Ihnen gleich.

Dann berichtet Ihnen Soraya Pechtl noch von einer jungen Philosophin, die sich regelmäßig im Keller vom Weberknecht fetzt. Und Florian Holzer hat diese Woche das Grätzl hinter dem Landesgericht für Sie erkundet.

Einen schönen Wochenstart wünscht Ihnen

Nina Horaczek

PS: Harald Kröger ist nicht – wie am Freitag berichtet – Leiter der Investmentabteilung, sondern CEO der Raiffeisen Centrobank.

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Mitmach-Supermarkt

In Ottakring hat Österreichs erster partizipativer Supermarkt eröffnet. Was kann das Konzept?

Die Regale sind noch nicht ganz voll, aber die vielen Dosen und Gläser Tomatensauce zeigen schon, in welche Richtung es geht. Die „NO CAP“-Pomodori stammen nämlich von einer Initiative italienischer Erntehelferinnen und Erntehelfer, die garantiert ohne Sklavenarbeit erzeugte Pomodoro-Produkte erzeugen. 

Mila, Österreichs erster sogenannter partizipativer Supermarkt, ist eröffnet. Noch ist das Angebot überschaubar, dieser Mini-Markt in Ottakring soll auch nur ein weiterer Schritt in Richtung eines großen Supermarkts mit Vollangebot sein. Dort soll es dann vom Gemüse bis zum Klopapier alles geben, was der Mensch für ein gutes Leben braucht – und das möglichst regional, biologisch, fair produziert und günstig

Noch ist das Angebot überschaubar: Bald soll es alles geben, was der Mensch für ein gutes Leben braucht © FALTER/Horaczek

Das Prinzip dieses Mitmach-Supermarktes ist simpel. Wer dabei sein will, zahlt je nach finanziellen Möglichkeiten zwischen 12 und 24 Euro Jahresgebühr und verpflichtet sich zusätzlich, drei Stunden pro Monat anzupacken – an der Kassa, beim Produkte einschlichten oder auch in diversen Arbeitsgruppen. In regelmäßigen Mitgliederversammlungen können alle derzeit etwa 500 Mitglieder mitstimmen, welche Produkte noch in die Regale kommen sollen. Der Wiener Mini-Markt ist ein Testbetrieb und als Verein organisiert. Der große Supermarkt, für den gerade ein passender Standort gesucht wird, soll eine Genossenschaft mit sozial gestaffelten Genossenschaftsanteilen sein. 

Vorbild dieses Supermarkes, der all seinen Mitgliedern gemeinsam gehört, ist die Park Slope Food Coop in Brooklyn/New York, die seit 1973 besteht und mittlerweile 17.000 Mitglieder hat. 

„Weil Mila nicht auf Profit ausgelegt ist, sondern darauf aufbaut, dass alle Mitglieder mitarbeiten, sparen wir uns die Kosten für Werbung und den Großteil der Arbeitskosten“, erklärt Mila-Mitbegründerin Brigitte Reisenberger die vergleichsweise günstigen Preise. Eine Dose geschälte Tomaten von NO CAP, die ihren Erntehelfern einen fairen Lohn zahlen, kostet im Mila-Minimarkt zum Beispiel 1,43 Euro, eine Packung Bio-Spaghetti, produziert von einer kleinen Agrar-Kooperative, kommt auf 1,65 Euro. Beim Bio-Gemüse, das von einem Wiener Biobauern in das kleine Ladenlokal geliefert wird, kostet ein Kilo frische Biokarotten nur 1,25 Euro. 

Es gibt hier auch vieles, was man im konventionellen Supermarkt kaum oder gar nicht findet, wie zum Beispiel Spezialitäten einer Kärntner Käse-Genossenschaft oder vorgegarte Bio-Kichererbsen aus Oberösterreich (350g € 3,40). Eine Tafel Bioschokolade der Marke fairafric, einem deutsch-ghanaischen Social Business, kostet 2,50 Euro. Das ist zwar mehr als die Billigschoko im herkömmlichen Supermarkt, schmeckt aber viel besser und die Kakaobauern werden nicht ausgebeutet.

Wer Mila ausprobieren möchte, kann eine Probemitgliedschaft um 2 Euro für einen Monat abschließen und, falls es gefällt, auf eine Vollmitgliedschaft umsteigen. Nur von den drei Stunden Mitarbeit pro Monat kann man sich nicht herauskaufen. „Das würde unsere Grundsätze unterwandern“, sagt Mila-Mitmacherin Reisenberger. „Jetzt ist die Mitarbeit noch freiwillig, aber nur wenn möglichst viele Mitglieder bereits jetzt in ihrem eigenen Markt mithelfen, können wir faire Preise anbieten – für und Mitglieder und auch für die Produzenten.“

Mila, 16., Haberlg. 58, Öffnungszeiten derzeit Freitag 9-19 Uhr, Samstag 8-Uhr 

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Ausg’steckt is – am 13. und 14. Mai findet endlich wieder der Gemischte Satz im Wiener Konzerthaus statt!

Erleben Sie eine außergewöhnliche Verbindung von Kunst, Kultur, Literatur und gutem Wein. Unter der Federführung von Andreas Schett und »seiner« Musicbanda Franui treffen Künstler:innen unterschiedlicher Genres aufeinander: Anna Mabo, Dörte Lyssewski, das Quatuor Van Kuijk, Florian Boesch, Nikolaus Habjan u. v. m.

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Stadtnachrichten

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz in der Stadt, dass Politikerinnen die Bürger erst befragen, bevor sie öffentlichen Raum umgestalten (sonst sind Bürgerinitiativen und Proteste programmiert).

In den Bezirken Alsergrund, Josefstadt und Neubau können Sie nun bei der Umgestaltung des Julius-Tandler-Platzes bzw. der Sanierung der Lerchenfelderstraße mitreden. Und zwar so:

  • Anrainerinnen des Julius-Tandler-Platzes am Franz-Josefs-Bahnhof haben die Möglichkeit, ihre Vorschläge online einzubringen oder am 17., 18. und 19. Mai zwischen 15:30 und 18:30 Uhr direkt zum Julius-Tandler-Platz zu kommen. Die Ideen werden dann am 2. Juni ab 17:30 Uhr in der früheren Wirtschaftsuniversität in der Augasse 2-6 vorgestellt.

  • Wenn Sie in der Nähe der Lerchenfelder Straße wohnen und sich an der Umgestaltung beteiligen wollen, können Sie bis 28. Mai hier online abstimmen oder im „Treffpunkt Lerchenfeld“ mitdiskutieren (Lerchenfelder Straße 141, 1070 Wien. Öffnungszeiten: Dienstag 10-12.30 und 15-19 Uhr, Mittwoch 15-19 Uhr, Donnerstag 10-12.30 Uhr). Die Ergebnisse werden im Herbst präsentiert.

Falter Radio

Orientierungssuche in der SPÖ

Neutralität? EU-Armee? Nato? Der Angriffskrieg gegen die Ukraine löst in der SPÖ eine sicherheitspolitischen Debatte aus, deren Beginn wir in unserem aktuellen Podcast dokumentieren. Zu hören sind Parteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner und mit eigenen Akzenten der sozialdemokratische EU-Experte Helfried Carl.

Stadtgeschichten
Bild von Paul Sonnberger
VON PAUL SONNBERGER

Im Labyrinth des Todes

Gestern, Sonntag, versammelten sich mehrheitlich vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer  vor dem Denkmal zu Ehren der Sowjetarmee am Schwarzenbergplatz, um gegen den russischen Angriffskrieg zu demonstrieren. 

„18 only” steht auf einer khakigrünen Plastikplane am Eingangstor eines kleinen Labyrinths. Die Warnung ist nicht unbegründet. An den Wänden des Irrgartens: eine Galerie des Schreckens, Opfer des Krieges in der Ukraine. Auf dutzenden Bildern, die sich ins Gedächtnis einbrennen, sieht man zahlreiche Kriegstote, darunter verbrannte Leichen - ihre Arme hinter den Rücken gebunden, die Körper völlig aufgedunsen. Ukrainische Soldaten fanden die Toten in den Vororten von Kiew, nachdem die Russen dort mordend abgezogen waren. 

Demonstration gegen den russischen Angriffskrieg: Kriegsvertriebene aus der Ukraine am Schwarzenbergplatz © FALTER/Sonnberger

Andächtig, fast unsichtbar bewegt sich die junge Ukrainerin Natalia durch das Labyrinth. Obwohl die 20-Jährige vor zwei Monaten noch selbst in Charkiw auf dem Campus ihrer Universität lebte, kommen ihr die Bilder wie aus einem völlig fremden Land vor. „Was in meinem Heimatland passiert, kann ich nicht in Worte fassen. Am Abend vor Kriegsbeginn bin ich noch ganz normal ins Bett gegangen. Auf einmal waren da die Bombeneinschläge, und ab da wusste ich: Ich muss hier weg!” 

Im Zufluchtsort Wien malen geflüchtete Kinder am Platz vor dem Russendenkmal die ukrainische Nationalflagge mit Kreide auf den Boden. Die meisten Erwachsenen hier reden sehr offen und lange über den Krieg und das Leid in ihrem Heimatland. In den Gesprächen bekommt man ein Gefühl, wie traumatisierend es sein muss, wenn dein Nachbar ermordet und die Schule deiner Kinder bombardiert wird. 

Auch der 37-jährige Maksym ist an diesem schwülen Sonntagnachmittag zum Schwarzenbergplatz gekommen. Auf seiner hellgrauen Weste steckt eine blau-gelbe Schleife. Zu Beginn des Krieges hat sich der Unternehmer beruflich im Nachbarland Polen aufgehalten. Viele seiner Freunde kämpfen jetzt in der ukrainischen Armee. Anfänglich wollte er noch zurück um sein Land zu verteidigen, aber seine Freunde hätten dann zu ihm gesagt: „Unterstütze uns lieber aus dem Ausland!” Seitdem kauft Maksym so viele Zielfernrohre, Munition und schusssichere Westen wie möglich und bringt sie an die Grenze. 

Dass die Veranstaltung genau einen Tag vor dem Siegestag Russlands gegenüber Nazi-Deutschland stattfindet, findet Maksym alles andere als widersprüchlich: „Schließlich kämpften in der Sowjetunion auch ukrainische Soldaten Seite an Seite mit russischen Kämpfern gegen Hitler. Und so, wie sich im Zweiten Weltkrieg eine Allianz gegen das Böse bildete, braucht es auch jetzt humanitäre Hilfe und Waffen für die Ukraine”, sagt er. Und das, auf den Tag genau 77 Jahre, nachdem der  Krieg gegen Nazideutschland beendet wurde. 

Loge 17

„Mit Dir kann man keinen vernünftigen inneren Dialog führen …“

… sagt Harry Bergmann in seiner aktuellen Kolumne zu Harry Bergmann, nachdem er mit sich selbst über Karl und Kathi Nehammer, Außenminister aus aller Welt und eine Rede in Mauthausen debattiert hat.

Serie
Bild von Soraya Pechtl
VON SORAYA PECHTL

Wrestling-Weisheit

Warum sich sogar eine Philosophin im Catch-Keller in den Ring schmeißt.

Mindestens so divers wie das Publikum (wir haben am Freitag berichtet), sind auch die Wiener Wrestlerinnen und Wrestler im Keller vom Weberknecht. Anstelle gestählter Männer und Frauen steigen Studenten, Künstler oder Arbeiter auf die Bühne. Gefederten Ring gibt es keinen, so etwas brauchen die stahlharten bis bizarren Charaktere nicht, die jeder Amateurkämpfer für sich erdacht hat.

Zum Beispiel Bubble Gum, ein Wrestler mit Hippie-Attitüde. Der Tiroler Karate Hias, der sich in japanischer, mit Edelweiß aufgepeppter Kampfmontur als Comic-Karate-Held gibt. Oder Dead, der mit seiner Totenkopf-Maske der Bösewicht des heutigen Tages ist. 

Und dann ist da noch die Philosophin Sophie Veigl.

Philosophin Veigl trainiert vier mal in der Woche im Fitnessstudio © Heribert Corn

Veigls Gimmick-Name: Diotima, angelehnt an die ironische Darstellung einer weisen Philosophin aus Robert Musils Buch „der Mann ohne Eigenschaften”. Diotimas Superkraft ist das Wissen. Veigl selbst hält an der Universität Wien eine Lehrveranstaltung mit dem klingenden Namen „Epistemischer Relativismus und Feministische Standpunkt-Theorie”.

Die 28-Jährige hat vor eineinhalb Jahren mit dem Wrestling angefangen und will mit der Figur eine ihrer besten Eigenschaften „überhöhen”, wie sie sagt. Zum Wrestling kam sie durch einen Ex-Freund, der den Kampfsport ausprobieren wollte. Da kannte die 28-Jährige die Wiener Szene schon durch ihre ehemalige Schulkollegin Thekla Kaischauri. Kaischauri ist die bekannteste Kämpferin der Stadt, seit über einem Jahr verdient sie in der japanischen Frauen-Wrestling-Liga gutes Geld.

Veigl nahm erst einmal am Trainingsunterricht bei Gerhard Hradil im Dojo in der Leopoldstadt teil. Hier drücken die Sportler jeden Sonntag 100 Liegestütze weg, dann gibt’s noch 100 Sit-ups und 100 Burpees (eine Mischung aus Kniebeuge, Liegestütz und Strecksprung). Und das ist erst das Aufwärmprogramm. Aber Veigl gefiel der Mix aus sportlicher Verausgabung und ironischer Selbstinszenierung. Das sei der „perfekte Ausgleich zur strengen Academia”, sagt sie.

Auf der Bühne trägt die Philosophin Jeans und Rollkragenpullover und repräsentiert damit eine gesellschaftliche Entwicklung, die auch der Wrestling-Sport in den vergangenen Jahrzehnten durchgemacht hat: Die Frauenbewegung. „Frauen haben heute viel mehr Möglichkeiten, an dem Geschäft zu partizipieren. Früher hatten sie einen Nebenshow-Charakter, heute hat sich ihre Rolle von der Inszenierung als Sexualobjekt zu einer mehr auf Professionalität abzielenden Eigendarstellung verschoben”, sagt Literaturwissenschafter Paul Ferstl.

Dem Publikum gefällt's. Als Diotima auf der Bühne ihre Kontrahentin Rosi (tatsächlich ein junger, trainierter Mann) mit einem sogenannten Angler-Überwurf über ihre Schultern hebt, applaudiert das Publikum: „Sie wirft mit ihrem Wissen um sich“, brüllt die Menge. 

Die Termine für die kommenden Wrestling-Shows finden Sie hier.

Frage des Tages

Welcher Sänger beziehungsweise welche Sängerin wurde nicht in Wien geboren?

1. Jazz Gitti

2. Wolfgang Ambros

3. Thomas Neuwirth (Conchita Wurst)

Auflösung von Freitag: Die Otto-Wagner-Kirche wurde wegen Proteste gegen ihre „zu einfache“ Architektur aus der Stadt verbannt und auf dem Gelände der damaligen Heilanstalt für Nerven- und Geisteskranke auf den Steinhof-Gründen erbaut. (Quelle: Unnützes Wiener Wissen)

Im Grätzel

Hinterm Landl

© ARGE KARTO

Seit 1830 steht das Landesgericht Wien, das „Landl“, das „Graue Haus“, das „Ansa“ hier auf der – wo auch sonst – Josefstädter Landesgerichtsstraße. Glück für die, die nie drin waren, das Landl gilt als das überfüllteste Gefängnis Österreichs, die einzigen zwei erfolgreichen Ausbrüche lesen sich spektakulär. Weil die Josefstadt in den vergangenen Jahren (ein bisschen) jung und hip wurde und junge, hippe Gastronomie nun einmal gerne in Bereiche vordringt, wo sie vorher nicht war, tut sich hier auch viel.

Fangen wir mit dem Modi 1080 an, das hier vor zwei Monaten in einem ehemaligen Teppichgeschäft aufmachte. Die Küche beschränkt sich auf georgische Klassiker, also viel mit Nuss, Granatapfel, mit Koriander und Käse und natürlich Khinkali-Teigtäschchen mit suppiger Fleischfülle. Robert Grubers wunderbares Kaffee-Alchemisten-Labor People on Caffeine gibt es schon seit zehn Jahren, Gruber war einer der Ersten in Wien, die neue Kaffeekultur propagierten (also spezielle Qualitäten, schonend geröstet, mitunter fruchtig-sauer, gerne auch mit Präzisionsfilter zubereitet). Die sympathische Bar achtundzwanzig taproom hat eine interessante Entwicklung hinter sich: 2011 als preiswerte Wein- und Champagner-Bar begonnen, schwenkte man vor zwei Jahren auf Craft Beer um. Wildling ist ganz neu: Der frühere Eventmanager Manuel Künz und Stefan Stefanescu, davor Koch unter anderem in der Labstelle, übernahmen ein altes Party-Café, stellten eine neue Küche rein und begannen allerhand fermentieren zu lassen. Das kann man sich im Glas mit nachhause nehmen, natürlich wird damit aber auch gekocht.

Den gesamten Grätzelrundgang von Florian Holzer lesen Sie hier.

Event des Tages
Bild von Barbara Fuchs
AUSGEWÄHLT VON BARBARA FUCHS

Theater

Christian Krachts vermeintlich autobiografischer Roman ­„Eurotrash“ war 2021 ein Bestseller und wurde sofort von diversen deutschen Schauspielhäusern auf die Bühne gebracht. Das Burgtheater zog eilig nach und ließ sein Regie führendes Ensemble­mitglied Itay Tiran eine Fassung für nur zwei Personen inszenieren: Johannes Zirner als der erfolgreiche Schweizer Schriftsteller Christian Kracht und Barbara Petritsch als seine Mama, mit der er spontan auf eine Reise geht. Siehe da: Der Stoff funktioniert auf der Bühne viel besser als auf Papier. (Martin Pesl)

Akademietheater, 20.00

Buchtipp

Michael Pollan: Kaffee Mohn Kaktus

In seinem neuen Werk über psychoaktive Pflanzen verbindet der Michael Pollan meisterhaft Geschichtserzählung, Reportage und philosophische Ausdeutung.

Koffein erkundete Pollan durch einen dreimonatigen Entzug. Die Bohne wirkte historisch umwälzend, erhöhte sie doch die Arbeitsleistung und ermöglichte erst die Nachtarbeit. Es ist der perfekte Stoff für eine Gesellschaft der Arbeitsdisziplin. Opium lernte der Autor kennen, als er während des unter Bill Clinton verschärften war on drugs Mohnblumen im Garten anbaute und unversehens zum Kriminellen wurde. (Sebastian Kiefer)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at

Dafür kämpfen wir

Erhalt der Einfamilienhaus- und Gartensiedlung St. Hubertus in 1130 Wien

© privat

Unser Anliegen in einem Satz:

Wir wollen die Einfamilienhaus- und Gartensiedlung St. Hubertus in Hietzing erhalten, indem wir verhindern, dass dort großvolumigen Gebäude errichtet werden. Wir kämpfen auch gegen Bodenversiegelung und die Zerstörung bestehender Gärten und Grünflächen und wollen die Frischluftschneise in St. Hubertus bewahren, die im Sommer große Teil der Stadt kühlt.

Wo wir sind:

Im Bezirk Hietzing am Rand des Lainzer Tiergartens

Wie viele wir sind:

Vier Vollzeitkräfte, viele Helfer und noch mehr Sympathisanten

Seit wann gibt es uns:

Jänner 2021

Was wir erreicht haben:

Mobilisierung der Bezirksvorsteherin und der BezirkspolitikerInnen, die uns in unserem Anliegen unterstützen.

Erfreuliches Medienecho: Zeitungen, Zeitschriften, Radio und TV haben über unsere Initiative berichtet (Sendung „Bürgeranwalt“).

Innerhalb kürzester Zeit haben circa 1.000 Personen mit ihrer Unterschrift dazu beigetragen, dass unser Anliegen im Petitionsausschuss des Gemeinderats behandelt wurde. Dieser Ausschuss hat eine Empfehlung an Stadträtin Kathin Gaál (SPÖ) abgegeben, bei der Novelle der Bauordnung die Möglichkeit zu schaffen, Grünraum und das gewohnte Stadtbild zu erhalten. Zudem hat der Ausschuss empfohlen, geeignete Maßnahmen gegen das Umgehen der Bauvorschriften zu setzen.

Wo und woran wir bislang gescheitert sind:

Die von der Bürgerinitiative gesetzten Ziele (z.B. Rückwidmung der zu verbauenden Fläche von 33% auf 25%) konnten leider bislang nicht erreicht werden

Wie Sie uns erreichen können:

Website: https://hub-sie.mozello.de/

Kontaktformular: https://hub-sie.mozello.de/kontakt/


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