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FALTER.morgen – Der Wien-Newsletter / Riesiger Datenklau / 17.04.2026 / Sie starten in den Tag mit Florian Klenk }}

Informationen von 36.000 Beamten wurden offengelegt: Die wichtigsten Fragen und Antworten >> Die Stadt Wien startet im Mai sogenannte Auszeit-WGs für unmündige Straftäter >> Event-Tipps fürs Wochenende von Gerhard Stöger >> Grundkurs Kochen: Spargel mit Olivenöl und Parmesan

Wetterkritik: So starten wir gerne ins Wochenende! Strahlender Sonnenschein, der die paar Wölkchen locker in die Tasche steckt, und bis zu 22 Grad.


Guten Morgen!

Sie wissen es sicher: Gerichtsverfahren sind öffentlich – man kann sie jederzeit im Straflandesgericht besuchen. Sie können sich also den Prozess gegen den mutmaßlichen Kreml-Spion Egisto Ott live im Wiener Straflandesgericht ansehen.

Vielleicht wird es aber auch bald ein Strafverfahren im Ernst Happel-Stadion geben. Denn während einer Recherche des Falter zu einer der wohl größten Datenklau-Affären der Republik hat sich die Staatsanwaltschaft Wien nun endlich dazu aufgerafft, ein sogenanntes „Edikt“ zu schalten. Und zwar dieses hier. Es ist eine Bombe: Empfänger sind 36.368  Beamte, die darüber informiert werden, dass sie sich im Verfahren gegen den mutmaßlichen Kreml-Spion Egisto Ott als Geschädigte anschließen und möglicherweise Schadenersatz fordern können. Warum? Das haben wir gestern hier exklusiv berichtet (die ZiB2 hat den Bericht aufgegriffen). Aber was heißt das für die Polizisten? Wie gefährlich ist die Affäre? Die wichtigsten Fragen und Antworten lesen Sie gleich.

Außerdem: Soraya Pechtl berichtet von den Plänen der Stadt Wien, unmündige Intensivtäter in einem Haus in Simmering anzuhalten. Und im Grundkurs Kochen gibt's Spargel mit Parmesan.

Ein schönes Wochenende wünscht

Florian Klenk


Heute für Sie auf falter.at:

  1. Donald Trump, die FPÖ, die AfD, Viktor Orbán, Wladimir Putin: Sie alle werden gerne und schnell als „Faschisten“ bezeichnet. Wenn Götz Aly sagt, dass er das das niemals tun würde, dann hat sein Wort Gewicht. Der 78-jährige Historiker hat den Nationalsozialismus so eingehend erforscht wie kaum ein anderer und mit dem Buch „Wie konnte das geschehen“ gerade ein monumentales Werk darüber abgeliefert. Barbara Tóth hat mit ihm darüber gesprochen – und wird das im Rahmen eines Wiener Stadtgesprächs am kommenden Montag abend übrigens nochmals auf offener Bühne tun (Eintritt frei, Anmeldungen hier).

  2. Schon sehr seltsam: Da will der Finanzminister den Leuten das Leben billiger machen, indem er die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch und Butter senkt. Und ausgerechnet die Landeshauptleute bremsen ihn dabei ein. Warum das so ist, hat Jürgen Klatzer recherchiert. Spoiler: Unter anderem, weil die Bundesländer um ihr eigenes Geld bangen.

  3. Der Frühling lässt sich heuer ziemlich Zeit, und der Sommer ist noch weit. Bleibt also nichts anderes übrig, als einschlägige Empfindungen zu simulieren. Und dafür hat Katharina Seiser diese Woche ein köstliches Rezept aus Spanien entdeckt: Artischocken-Orangen-Salat mit Zitrusfrüchten, Sardellen, Ziegenfrischkäse und gerösteten Mandeln. Heizung nochmal kräftig aufdrehen, Augen schließen – und schon sitzen Sie im Strandcafé.

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© tanzmainz/Andreas Etter

Jetzt die neue Spielzeit im Festspielhaus St. Pölten entdecken!

In der Saison 2026/27 blickt das Publikum durch ein Kaleidoskop tänzerischen Reichtums: Ikonisches aus Flandern, Bildgewaltiges aus Fernost, Hypnotisches von „Mr. Gaga“ und Party-Ekstase von barocken Ballräumen bis Rave. Zeitgenössischer Tanz trifft wie selbstverständlich auf Neoklassik, Circus und Urban Dance. Das Musikprogramm lädt zum Schmusen ein und entführt klanglich auf die Färöer-Inseln, nach Kuba, Algerien und über Irland und Sizilien zurück nach … Bad Goisern.

 36.368 Polizisten, Staatsschützer und Ermittler

Bei einem Datenleck im Innenministerium wurden Daten von tausenden Beamten offengelegt. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was genau wurde gefunden?

Bei einer Hausdurchsuchung am 11. September 2021 beim ehemaligen FPÖ-Sicherheitssprecher Hans-Jörg Jenewein stießen Ermittler auf einen silbernen USB-Stick der Marke Kingston. Darauf: Die Datei „PVZ-AUT-20180201.xlsx“ – das komplette elektronische Personalverzeichnis des Innenministeriums mit Stand Februar 2018. Es handelt sich um die hochsensiblen Daten von 36.368 Polizisten, Staatsschützern und verdeckten Ermittlern.

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Polizist steht mit dem Rücken zur Kamera hinter einer Absperrung mit „Polizei“-Band in einem Flur.
Symbolbild: Hochsensible Daten von 36.368 Polizisten, Staatsschützern und verdeckten Ermittlern wurden offengelegt. (© APA/TEAM FOTOKERSCHI / BILAL AHMETOVIC)

Warum ist dieser Datensatz so gefährlich?

Es ist kein simpler Amtskalender. Der Datensatz enthält Namen, Geburtsdaten, Personalnummern und die tatsächliche Tätigkeit innerhalb der Behörde. Wer diese Liste hat, kann Organigramme des Staatsschutzes rekonstruieren und gezielt verdeckte Ermittler oder Korruptionsfahnder identifizieren, die sonst nur mit Kürzeln in Akten auftauchen. Die Ermittler der im Innenministerium eingerichteten Soko Fama hegen den Verdacht, dass diese Daten längst in der Lubjanka, beim russischen Geheimdienst FSB, gelandet sind.

Wie wanderten die Daten aus dem Ministerium zur FPÖ?

Die Spur führt zu Elisabeth P. (Deckname „Elli Connor“), einer Amtsdirektorin in der Abteilung für digitale Sicherheit und Personalvertreterin der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG). Sie forderte die Daten legal unter dem Vorwand an, „Wahlgeschenke“ wie Kugelschreiber zu verteilen. Im Verhör gab sie zu, es sei möglich, dass sie den Stick an den mutmaßlichen Kreml-Spion Egisto Ott (Deckname „Aigistos") weitergegeben habe. Von dort dürfte der Weg direkt zu Jenewein und vielleicht weiter zu Jan Marsalek geführt haben, so der Verdacht.

Was macht die Justiz in dieser Sache?

Das ist der eigentlich irritierende Teil: Die Staatsanwaltschaft Wien stellte die Verfahren gegen Elisabeth P. „aus Beweisgründen“ und gegen Jenewein wegen „Verjährung“ und rechtlicher Gründe ein. Man argumentierte, es ließe sich nicht nachweisen, dass Jenewein die Daten unrechtmäßig erhalten habe. Die 36.368 betroffenen Beamten wurden während der Verfahren nicht verständigt, wodurch sie faktisch ihre Opferrechte verloren.

Wer ist die Schlüsselfigur Rupert Ortner?

Rupert Ortner ist ein 61-jähriger Chefinspektor aus Linz, ein erfahrener Drogenfahnder kurz vor der Pensionierung. Er ist einer der 36.368 Betroffenen. Da er als Geschädigter Akteneinsicht erhielt, weiß er: Die Republik hat ihre eigenen Beamten über das Leck entweder gar nicht informiert oder – wie der Falter berichtete – mit Falschmeldungen in die Irre geführt. Ortner will das nicht „wegadministrieren“ lassen und hat einen Fortführungsantrag bei Gericht eingebracht.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Staatsanwaltschaft hat nun aufgrund eines neuen Hinweises ein neues Verfahren gegen Egisto Ott eingeleitet. In diesem Edikt hält sie fest, dass alle Beamten Opferstatus haben können. In den nächsten Wochen entscheidet das Landesgericht für Strafsachen Wien auch über einen Fortführungsantrag von Rupert Ortner.

Sollte gegen Ott Anklage erhoben werden, hätte der Prozess eine unvorstellbare Dimension: Es müssten potenziell zehntausende Beamte als Opfer geführt werden – der Prozess müsste in einer öffentlichen Arena stattfinden. Ganz neu ist das nicht. Die WKStA hatte schon öfter solche Massenverfahren abgewickelt, etwa wenn es gegen Kreditbetrüger geht.

Was können Beamte nun tun?

Sie können sich bei der Staatsanwaltschaft Wien als Opfer anschließen. Die Aktenzahl  lautet: 711 ST 6/25 p. Unter diesem Link finden Sie alle Infos.

Leseempfehlung: Die ganze Recherche über die „Wiener Zelle“ und den Ausverkauf der Sicherheit finden Sie hier

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(c) toyota.at

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Tiernachrichten

Der Tiergarten Schönbrunn hat ein neues Krokodil, das auf einem seltsamen Weg in den Zoo kam. Das Tier wurde in einem Schrebergarten in Deutschland gehalten und beschlagnahmt, wie der ORF Wien gestern berichtete. Die Besitzer konnten die Haltungsbedingungen nicht länger erfüllen. In Schönbrunn wird das Krokodil mit einem Weibchen zusammenleben. Die beiden haben bereits erste Paarungsversuche unternommen. 


Das liest man auch nicht aller Tage: „Mann beißt Listenhund in den Nacken”, titelte der ORF. Zunächst wollte der bissige Hundebesitzer im Theresienbadpark vor einer Polizeikontrolle fliehen. Als die Beamten ihn stellten und fixierten, biss er seinem vier oder fünf Monate alten Staffordshire Terrier in den Nacken. Laut Polizei zeigte dieser Schmerzen und Angst an, „konnte sich aber nicht aus der Situation befreien”. Also mussten die Beamten das Gebiss des Mannes von seinem Hund losreißen, ein Amtsarzts stellte nach seiner Festnahme eine Beeinträchtigung durch Suchtmittel fest. Also beim Zweibeiner. Der Vierbeiner kam mit leichten Verletzungen davon und wurde dem Tierquartier übergeben. 


Stadtgeschichten

Bild von Soraya Pechtl
VON SORAYA PECHTL

Auszeit!

Die Stadt Wien will unmündige Straftäter für mehrere Wochen in einer Wohngemeinschaft in Simmering anhalten. Wie das Konzept aussieht und wie Experten es beurteilen: 

In Wien gibt es um die 20 Kinder, die schwer kriminell sind. Sie verüben jeden Monat mehrere Straftaten, fahren mit gestohlenen Autos durch die Stadt oder bedrohen andere mit Messern in Parks. Das Strafrecht greift für sie nicht, sie sind unter 14 und daher unmündig. Die Stadt Wien will deshalb eine sogenannte Auszeit-WG in Simmering eröffnen. 

Zwei Kinder werden in einem 140 Quadratmeter großen Haus mit Garten ab Mai für 6 bis 12 Wochen angehalten – das heißt, sie dürfen das Grundstück in dieser Zeit nicht verlassen. Pro Jahr können bis zu 18 Personen dort betreut werden. Die Einrichtung ist „die Ultima Ratio“, wenn andere Maßnahmen wie etwa die Orientierungshilfe (hier mehr dazu) nicht greifen, sagte die zuständige Stadträtin Bettina Emmerling (Neos). 

Wer die beiden Jugendlichen sind, ist noch unklar. Eine Kommission – zwei Sozialpädagogen in Absprache mit der Polizei – wird darüber entscheiden. Die Schwere der Straftaten spielt dabei eine Rolle, ebenso wie die Zahl der Delikte. 

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Zwei Personen sprechen bei einer Pressekonferenz der Stadt Wien an Rednerpulten mit Mikrofonen vor Stadt Wien-Logos.
Johannes Köhler (MA 11) und Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) bei der Präsentation der Auszeit-WGs. (© APA/HANS KLAUS TECHT)

Die beiden Kinder werden aber nicht einfach in dem Haus in Simmering eingesperrt. Sie werden rund um die Uhr engmaschig betreut. „Zwei bis drei Personen sind immer vor Ort“, sagte Emmerling. Die Teams setzen sich aus Sozialpädagogen und Psychologinnen zusammen. Dazu werden Tierpädagogen, Ergotherapeutinnen, Anti-Gewalttrainer und ein Heilstätten-Lehrer die Kinder betreuen. Das Haus ist mit bruchsicherem Glas und Sicherheitstüren ausgestattet. 

Das Ziel der WG ist es, die Kinder aus ihrer Umgebung zu holen. Die Pädagogen und Betreuerinnen sollen herausfinden, was ihre Stärken sind, um so die kriminellen Verhaltensmuster zu durchbrechen. Zuständig für die WG ist der Verein „neuewege“, er betreut derzeit bereits 70 Jugendliche engmaschig in Wohngemeinschaften in Wien. Der Falter.morgen hat hier über seine Arbeit berichtet. 

Die Kosten belaufen sich auf 800.000 Euro pro Jahr.

Und wie sieht es rechtlich aus?

Die Anhaltung von Kindern ist im Heimaufenthaltsgesetz nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Und zwar, wenn sie eine psychische Erkrankung haben, sich selbst oder andere erheblich gefährden und es keine andere, schonendere Möglichkeit gibt. Ein Richter oder eine Richterin wird in jedem Fall überprüfen, ob diese Voraussetzungen gegeben sind. Das Justizministerium hat aber vor, das Heimaufenthaltsgesetz zu novellieren. Die Anhaltung soll dann einfacher möglich sein. 

Bereits im Vorfeld gab es aber Kritik an dem Projekt. „Je geschlossener Systeme nach außen sind, desto mehr Gefahr besteht, dass die dort isolierten, vulnerablen Menschen der Institution gegenüber ausgeliefert sind. Das Risiko, psychische oder physische Gewalt zu erleiden, steigt“, hieß es in einer Aussendung des Erwachsenenschutzvereins Vertretungsnetz. „Das Einsperren von unter 14-Jährigen in einer geschlossenen Unterbringung stellt einen besonders schweren Eingriff in das Leben der Kinder dar“, sagte auch Ursula Berner, Familiensprecherin der Wiener Grünen. 

Nikolaus Tsekas vom Verein Neustart ist anderer Meinung. Er sagte zum Falter.morgen: „In Einzelfällen muss es möglich sein, Kinder zu ihrem Schutz auch befristet anhalten zu dürfen.“ Eine Voraussetzung sei die unabhängige Prüfung eines Gerichts. 

Schließlich würden die meisten Eltern ihren Kindern auch Hausarrest geben, wenn sie jemanden mit einem Messer bedrohen oder mit einem gestohlenen Auto durch die Stadt fahren.


Falter-Radio am Wochenende

online ab Samstag

Joschka Fischer über die chaotische neue Welt – #1619

Joschka Fischer, ehemaliger deutscher Vizekanzler, Außenminister und Grünen-Chef spricht über den Zusammenbruch der alten internationalen Ordnung und die Machtkonstellationen der Zukunft. Die Aufzeichnung des Bruno Kreisky Forums bei einer Diskussion mit Alexandra Föderl-Schmidt (Süddeutsche Zeitung) und Raimund Löw hören Sie ab Samstag hier.


online ab Sonntag

Kracht nun die Wirtschaft, Gabriel Felbermayr? – #1620

Nach einem zarten Aufschwung zu Jahresbeginn mussten die Prognosen für die Wirtschaft wieder nach unten korrigiert werden. Zu unsicher ist die Lage im Energiesektor durch den Iran-Krieg. Wie weit die Preise steigen, ob eine Rezession droht und wie sich Österreich in Zukunft besser gegen derartige Schocks abschirmen kann, hat Eva Konzett, die Leiterin des FALTER-Politikressorts, mit Gabriel Felbermayr, Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts (WiFO), besprochen. Die Folge hören Sie ab Sonntag hier.

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(c) TimTom

Ein Sprachexperiment über die Unmöglichkeit, vom Lieben zu sprechen. Entlang der vier Wortbuchstaben L.O.V.E. steigen vier Spieler*innen in vier Runden und vier wechselnden Paarkonstellationen in einen Boxring der Worte – mathematisch, tragisch und komisch zugleich.

Eine Produktion von toxic dreams in Koproduktion mit Theater am Werk.

Vorstellungen in englischer Sprache.

Do 23. - Do 30. April 2026 19.30 Uhr (tgl. außer So). Tickets gibt’s hier.


Frage des Tages

Die Wiener Messe befindet sich inzwischen nur noch beim Prater im zweiten Bezirk. Wo hatte sie bis in die 90er-Jahre einen weiteren Standort?

1. In Simmering

2. In St. Marx

3. Beim Museumsquartier

Auflösung von gestern: Unser Satellitenbild zeigte den Sankt-Ulrichs-Platz im siebten Bezirk.

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Satellitenbild zeigt mehrere Wohngebäude mit Innenhöfen und Straßen in einem städtischen Viertel aus der Vogelperspektive.
© Geoland


Wochenendevents

Bild von Gerhard Stöger
AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER

Festival Klassik

„Ein sehr guter Fußgänger“, der „stundenlange Spaziergänge, besonders durch wilde und romantische Gegenden“ liebte: So beschreibt ein Zeitzeuge Ludwig van Beethoven. Nach einem dem Komponisten zugeschriebenen Spazierstock aus der Sammlung des Musikvereins ist das Festival „Beethovens Spazierstock“ benannt. Den Auftakt heute Freitag macht Pianist Francesco Piemontesi mit Schubert und Liszt, beide leidenschaftliche Spaziergänger. Es folgen unter anderem Gustav Mahlers Neunte – auch Mahler war ein obsessiver Wanderer –, Beethovens „Pastorale“ sowie Schostakowitschs siebtes Streichquartett, eine kurze, rastlose Musik in ständiger Bewegung. (Miriam Damev)

Musikverein, 17.4 bis 3.5; musikverein.at


Literatur & Musik

Als 14-jähriger Teenager kam Saša Stanišić 1992 mit seinen Eltern während des Bosnienkriegs nach Heidelberg. Seine literarische Karriere begann er – übrigens nach einer Diplomarbeit über Wolf Haas – 2005 mit der Teilnahme am Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis, wo er den Publikumspreis erhielt. Mit einer Reihe von Romanen hat er sich als versierter, experimentierfreudiger, fantasievoller und witziger Erzähler profiliert. Heute Freitag liest er, begleitet vom Bläserensemble Federspiel, unter dem Motto „Alle hinterlassen wir Spuren in der Welt“. Im Zentrum steht der Text „Genossin Rozalija Mimić“. Der Autor erinnert sich darin an die Mathematik-Lehrerin seiner frühen Jugend im damaligen Jugoslawien. Als der Krieg näher kam und immer mehr Menschen flüchteten, begleitete sie ihre Schüler auf den letzten gemeinsamen Wegen. Ihre Empathie prägte Stanišić – und sein Schreiben. (Sebastian Fasthuber)

Musikverein, Gläserner Saal, Fr 20.00


Kinder

Woraus besteht Schokolade und in welchen Ländern wachsen die Zutaten dafür? In der kurzweiligen Führung „Woher kommt die Schokolade?“ finden Kinder ab sechs Jahren mit ihrer erwachsenen Begleitung anhand der umfangreichen Globen- und Landkartensammlung heraus, wo Kakaobohnen wachsen und wie sie einst nach Europa gekommen sind. Eine Anmeldung für den Rundgang ist erforderlich, echte Schokolade wird dabei leider nicht verkostet. (Barbara Fuchs)

Globenmuseum, Sa 13.00


Kino

Unglaublich, aber dennoch wahr: John Waters, der selbsternannte „Pope of Trash“, begeht dieser Tage seinen 80. Geburtstag. Ein schöner Anlass, im Gartenbaukino einige Filme aus seinen „respektablen Jahren“ wiederaufzuführen. Den Anfang macht „Serial Mom“ (1994), in dem sich Kathleen Turner als nette Ehefrau und Mutter auf blutige Weise dafür rächt, was man ihren Kinderlein antut. Sozusagen eine Serienkillerinnen-Komödie! (Michael Omasta)

Gartenbaukino, Sa 20.30 (bis 25.4.); www.gartenbaukino.at


Literatur

In den 1990ern war der deutsche Autor und Büchner-Preisträger Rainald Goetz Raver. Unter Party People galt der Sonntag einst als Tag der After Hour mit Events zwischen Weiterfeiern und Wegdösen. Nun holt der Kulturverein Tropical Thunder Goetz nach Wien – für „ein ganztägiges Listening Gathering im Sitzen und Liegen, das Ambient, Dub und Breakbeats mit Literatur verbindet“. Er liest über den Tag verteilt immer wieder, eingebettet in den Strom der Musik. (Sebastian Fasthuber)

Funkhaus Wien, So 10.00 bis 21.00


Ausstellung

Die Aufarbeitung der NS-Medizinverbrechen bleibt lückenhaft. Nach 1945 behielten Nazi-Ärzte ihre Posten, wurden juristisch nicht verfolgt, und die betroffenen Opfer galten lange als „nicht erinnerungswürdig“. Medizinische Akten hielt man geheim, vernichtete oder manipulierte sie. Der Fotofund einer Großcousine inspirierte die Künstlerin Ulrike Wieser zu bestickten Fotos, die an 67 Menschen erinnern, die 1940 in Hartheim ermordet wurden – Blumen und Namen der Opfer auf Bildern ihrer Geburtsorte. Die Arbeiten sind unter dem Titel „Eingestickt“ noch bis 10. Mai zu sehen. (Nahla Hamula)

Haus der Geschichte Österreich, 10.00 bis 18.00 (tgl. außer Mo, bis 10.5.)


Kinderbuch

Karim Ressouni-Demigneux: Grenzen

Leben gibt es nicht nur verschiedene Funktionen von Grenzen, sondern auch solche, die unsichtbar sind. Davon erzählt dieses kluge Buch in 29 Kapiteln. Zur Zeit der Menschwerdung vor 100.000 Jahren gab es nur natürliche Grenzen: Gebirge, Sümpfe, Flüsse oder Meere.

Heute braucht man oft den richtigen Pass, um über eine Grenze zu kommen. Die Berliner Mauer, Grenzen mitten im Meer, die Aufhebung von Grenzen in der EU, der länderübergreifende Klimawandel, Zeitzonen und die Grenzenlosigkeit des Weltalls: Das Thema bietet ausreichend Stoff, um über Besitz, Gerechtigkeit und Normen nachzudenken. Wunderbar illustriert von Karine Maincent. (Kirstin Breitenfellner)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at


Grundkurs Kochen

Bild von Barbara Tóth
VON BARBARA TÓTH

Der Spargel friulano verlangt nach Olivenöl und Parmigiano

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Grüner Spargel mit grobem Salz auf einem silbernen Teller, daneben Besteck auf dunkler Oberfläche.
© Shutterstock

Nach dem Bärlauch und den Radieschen ist der Spargel der erste Gruß des Frühlings am Teller. Endlich kommt wieder ein frischer, grasiger Geschmack in die Küche, nach all den (zwar auch köstlichen, aber dann eben schon etwas langweilig gewordenen) Rüben und Knollen des Winters.

Im Friaul wächst der Spargel schon seit mehreren Wochen, im Marchfeld wird er jetzt gestochen (wie wir in unserer Reportage im Landleben letzte Woche erzählten). Spargel ist schwer in Mode, kalorienarm und vegan, wie er ist. 100 Gramm Spargel haben zwischen zwölf und 18 Kalorien, weil er zu 93 Prozent aus Wasser besteht.

Der Rest enthält Vitamin C (grüner Spargel etwas mehr als weißer), K, A, B1, B2 und E. Dazu kommen Kalium, Magnesium, Kupfer, Eisen und Mangan. Seine Asparaginsäure ist auch noch entschlackend. Die jungen Triebe – „asp(h)áragos" heißt aus dem Griechischen übersetzt „junger Trieb" – sind ein echtes heimisches „Superfood".

Das Diätische kann man natürlich ändern, indem man ihn klassisch mit Kartoffeln, Sauce hollandaise, vielleicht auch noch mit Schinken garniert.

Man kann ihn aber auch etwas weniger mit Kohlenhydraten auffetten und ganz friulianisch mit Olivenöl und Parmesan komplementieren. Dafür den Spargel – im Falle des weißen geschälten – in leicht gesalzenem Wasser etwa zehn Minuten bissfest kochen, am besten aufrecht stehend, sodass die Spitzen aus dem Wasser ragen und nur gedämpft werden. Abschrecken, auf vorgewärmtem Teller mit Olivenöl und gehobeltem Parmesan servieren. Mit Salzflocken, frisch geriebenem Pfeffer und Schnittlauch abschmecken. Dieses Rezept schmeichelt weißem wie grünem Spargel gleichermaßen


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