Menschen, die auf der Straße leben, sind häufig Opfer von Angriffen, die Gewalt scheint sogar zuzunehmen. Eine Spurensuche >> Grüne Politiker scheinen als Autoren einer Bürger-Petition auf. Haben sie ein Instrument für Mitbeteiligung missbraucht? >> Grätzelrundgang in der ArgentinierstraßeWetterkritik: Ein Wintertag, wie er sein sollte. Temperaturen um den Gefrierpunkt, ein wenig Sonne, ein wenig Wind und vielleicht sogar Schnee. Wunderbar!
Guten Morgen! Es ist der 23. Dezember, ein Tag vor Weihnachten. In der Steiermark werfen Jugendliche (16 und 17 Jahre alt) gegen 21 Uhr einen Böller auf das Zelt einer Obdachlosen. Die Frau schreckt auf und läuft aus dem Zelt. Sie bleibt aber unverletzt. Ein paar Tage später im deutschen Bonn: vier Jugendliche schießen zu Silvester eine Rakete auf einen Obdachlosen und filmen die Tat. Vorigen Donnerstag wurde in Wien ein 29-Jähriger serbischer Staatsbürger wegen versuchten Mordes an einem Obdachlosen und einer Betreuerin verurteilt. Laut Experten nimmt die Gewalt gegen Obdachlose zu. Warum das so ist und warum sich der Fall in Wien von jenen in der Steiermark und in Bonn unterscheidet, erzähle ich Ihnen gleich. Außerdem: Vor einigen Wochen haben wir über eine Anrainer-Petition in der Josefstadt berichtet, die Verbesserungen für den Öffi-Verkehr fordert. Die ÖVP sieht darin eine versteckte Kampagne der Grünen. Wir haben recherchiert, was an dem Vorwurf dran ist. Und Florian Holzer nimmt Sie diese Woche mit auf eine kulinarische Erkundungstour in die Argentinierstraße. Einen schönen Tag wünscht Soraya Pechtl |
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Anzeige | | Foto: Isabella Simon | SCHÄFCHEN IM TROCKENEN nach dem Bestseller von Anke Stelling 13. Jänner – 1. Februar 2025, Di–Sa, 20 Uhr Keine Sorge, ich klage nicht. Ich bin selbst schuld. Warum habe ich auch all diese Kinder gekriegt? Resi ist raus. Aus der Wohnung. Aus der Innenstadt. Aus der Clique, deren erbfähiger Teil in Richtung Eigenheim abgebogen ist. Und es packt sie die Wut über ein Versprechen von angeblicher Chancengleichheit, bei dem ihre Familie leer ausging. Isabella Sedlak verwandelt gemeinsam mit Anna Gschnitzer die Parabel auf soziale Ungleichheiten und Klassismus in ein rasant unterhaltsames Bühnenstück, das in Bösartigkeit und Witz seiner Romanvorlage in nichts nachsteht. Details und Tickets |
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Exponierte OpferDie Gewalt gegen obdachlose Menschen steigt. Über die unterschiedlichen Tätergruppen und die Gründe dahinter: Es ist kurz vor Mitternacht am 15. Juli 2024 in der Meiselstraße: Zlatko* liegt regungslos auf dem Boden. Sein Gesicht ist blutig, sein Oberkörper ebenso. Der 29-jährige Daniel hat den wohnungslosen Mann vor wenigen Minuten mit einem Zimmermannshammer niedergeschlagen. Auch Eva*, eine Obdachlosen-Helferin, schlägt er bewusstlos. Er nimmt ihre Tasche. Dann kommt Daniel zu Zlatko zurück. Er will auch seine Tasche, aber Zlatko weigert sich. Daniel zieht den blutigen Mann hoch und schlägt nochmals mit dem Hammer auf ihn ein. Zeugen filmen den Vorfall, ein Mann brüllt mehrmals „hör auf”. In der Verhandlung stellte sich heraus, dass der 29-jährige Daniel selbst obdachlos war. Außerdem war er alkohol- und drogenabhängig. Auch an diesem Abend will er berauscht gewesen sein – ein Gerichtspsychiater bescheinigte ihm aber Zurechnungsfähigkeit. Daniel wurde zu 19 Jahren Haft wegen zweifachen Mordversuchs sowie schweren Raubes und Diebstahls verurteilt. |
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Obdachlose Menschen sind häufig Opfer von Gewalt. Allein, weil sie auf der Straße keinen sicheren Rückzugsort haben (im Sommer 2023 ermordete ein psychisch kranker Teenager zwei Obdachlose in Wien). Zwischen den Böllerwerfern und dem obdachlosen Daniel gibt es aber einen gravierenden Unterschied. Die deutsche Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) differenziert zwischen Milieu-interner und Milieu-externer Gewalt. Bei Ersterer – dazu zählt der Fall von Zlatko, Eva und Daniel – spielen meist Drogen oder Alkohol eine Rolle. Oft streiten sich Obdachlose auch um die wenigen Dinge, die sie besitzen. Dann gibt es noch Milieu-externe Gewalt, sogenannte Hate-Crimes oder „Hasskriminalität". Und vieles deutet darauf hin, dass solche Straftaten zunehmen. In Deutschland erfasst die Polizei bei Straftaten das „Opfermerkmal Obdachlosigkeit", 2023 gab es 2.122 angezeigte Delikte, bei denen die Opfer obdachlose Personen waren. 2018 waren es noch 1.560. Solche Daten erhebt das Innenministerium in Österreich nicht. Sie sind auch nicht vorgesehen, wie Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) im Sommer in einer Anfragebeantwortung mitteilte. Aber auch hierzulande gibt es Anzeichen dafür, dass die Gewalt gegenüber Obdachlosen zunimmt. Zum einen erstellt das Innenministerium seit 2020 den Hate-Crime-Bericht. Er erfasst sogenannte vorurteilsmotivierte Straftaten – das heißt, ein Täter wählt ein Opfer deshalb aus, weil es einer bestimmten Gruppe angehört (Juden, Ausländer oder eben Obdachlose). Demnach ist die Hasskriminalität gegenüber Obdachlosen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 2020 wurden 18 Fälle dokumentiert. 2024 waren es bereits 41. Die Täter waren zu 95 Prozent Männer. Die Dunkelziffer dürfte aber noch sehr viel höher sein. „Speziell im Obdachlosenbereich werden viele Delikte nicht polizeilich angezeigt”, sagt ein Sprecher des Ministeriums. NGOs hätten oft einen besseren Einblick. Auch Sozialarbeiter der Caritas berichten davon, dass obdachlose Menschen immer häufiger auf der Straße beleidigt, bespuckt oder getreten werden würden. Elisabeth Hammer, Leiterin des Neunerhauses, sagte im Herbst zum Falter.morgen, dass die Übergriffe „aus meinem persönlichen Empfinden” mehr werden. Und warum? „Die gesellschaftliche Stimmung heizt sich auf, die Polarisierung nimmt zu. Es wird mehr gegen Menschen gehetzt, manche Medien befeuern das. Das spüren und fürchten auch die Menschen, die wir unterstützen”, sagte Hammer. Man könnte es auch so formulieren: Je stärker rechte Ideologien in der Gesellschaft werden, desto mehr steigt die Gewalt gegen marginalisierte Gruppen. In einem Forschungsbericht des Deutschen Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft wird Sozialdarwinismus als ein Motiv für Gewalt gegen Obdachlose angeführt. Sozialdarwinismus bezeichnet eine Denkströmung, die sich in rechtsextremen Ideologien wiederfindet. Sie geht von einem Konkurrenzkampf in der Natur aus – Menschen, die keine oder wenig Leistung bringen, haben in dieser Theorie keinen Wert und werden schlecht behandelt. Und was tun? Es bräuchte in Österreich zuallererst eine gesicherte Datenlage. „Derartige Übergriffe auf obdachlose Menschen müssten statistisch erhoben werden”, sagt Hammer. *Namen der Opfer wurden von der Redaktion geändert |
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Stadtnachrichten | Jeansboys betteten ihn zur letzten Ruhe: Am Samstag wurde Hermes Phettberg, bürgerlich Josef Fenz, am Zentralfriedhof beerdigt – wunschgemäß in aller Stille. Phettberg hatte seit 1991 mit dem „Predigtdienst“ auf ganz eigene und einzigartige Weise durch das Kirchenjahr geführt. Bis zu seinem Tod am 18. Dezember erschien die Kolumne fast 1700 mal. Eine von Hermes‘ (vielen) lebenslangen Sehnsüchten galt schönen Männern in engen Jeans, die er in einem seiner Texte als „Jesusbeweis“ und „mein Gottesgeschenk schlechthin“ bezeichnete. Und so waren die Sargträger, die seine sterbliche Hülle zur letzten Ruhestätte – Grab 72B/14/61 – geleiteten, denn auch von Kopf bis Fuß in blaues Denim gekleidet. | | © FALTER/Staudinger | Hermes hätte das entzückt; ebenso wie die Tatsache, dass am offenen Grab Frucade und Eierlikör kredenzt wurde. | | © FALTER/Staudinger | „Phettbergs nette Leit-Show“, mit er in den Jahren 1995 und 1996 im ORF zu Kultstatus gekommen war, hatte rituell mit der Frage begonnen, welches der beiden Getränke der jeweilige Gast wünsche. Am Zentralfriedhof stellte sie sich nicht: Viele Trauernde nahmen einfach beides. Adieu und R.I.P., Hermes!
Sind Sie ein Fan von Udo Jürgens? Oder von Versteigerungen? Vom 23. bis 30. Jänner können Sie Gegenstände aus Jürgens Nachlass im Auktionshaus Sotheby ersteigern. Darunter zahlreiche Preise, die der Sänger gewonnen hat, einen Halbakt des Künstlers Gustav Klimt, einen Bentley oder einen Flügel. Wer es weniger dekadent will, kann auch einen bunten oder weißen Bademantel des Musikers erwerben. Geschätzter Preis: zwischen 150 und 600 Euro (ja, pro Mantel). Am 13. und 14. Jänner können Sie eine Auswahl der Gegenstände im Palais Wilczek in der Wiener Herrengasse besichtigen.
Und noch zwei Nachrichten aus den Bezirken: In Hernals protestieren am Samstag Anrainer und Aktivisten gegen den Abriss eines Gründerzeithauses. Am Elterleinplatz 8 und am Währinger Gürtel 41 sollen historische Gebäude wegen des Baus der U5 abgerissen werden. Die Initiativen „Architekturrebellion Österreich“ und die Initiative Denkmalschutz wehren sich dagegen. Durch den Abriss würde „unnötig das historische Stadtbild Wiens und die Grätzlstruktur empfindlich gestört” werden, heißt es in einer Aussendung. Die Wiener Linien sehen den Abriss dagegen als alternativlos, wie sie gegenüber ORF Wien mitteilten. In der Josefstadt soll der Josef-Matthias-Hauer-Platz begrünt und zu einem „Dorfplatz“ umgestaltet werden, wie auf einer Seite der Stadt zu lesen ist. „In Zukunft soll der Ort etwa als Marktplatz genutzt werden oder für Freiluftveranstaltungen wie Straßenkonzerte oder ein Open-Air-Kino”. Im Jänner startete dazu eine Bürgerbefragung. Alle wahlberechtigten Anrainer der Josefstadt erhalten einen Teilnahmebogen. Am 30. Jänner und 11. Februar 2025 findet am Platz zudem eine Infoveranstaltung des Bezirks statt. |
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Stadtgeschichten | Ghostwriter Grüne Politiker scheinen als Autoren einer Anrainer-Petition auf. Haben sie ein Instrument für Bürgerbeteiligung missbraucht? Nein, sagt der Initiator des Antrags. „Bewohner-Petition fordert Takterhöhung bei der Bim-Linie 2”, titelte die Bezirkszeitung Anfang Dezember. Auch der Falter.morgen berichtete von besagter Petition, die eine Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in der Josefstadt forderte. Unterstützung kam vom Josefstädter Bezirksvorsteher Martin Fabisch (Grüne), der die Forderungen der Anrainer fleißig in sozialen Medien teilte. Ein paar Wochen später wirft genau das aber Fragen auf. Eingebracht hat die Petition Franz Waldner, ein 67-jähriger Bewohner der Josefstadt. Die Kronen Zeitung vermutet in ihm einen Strohmann, die ÖVP ortet gar eine versteckte Kampagne der Grünen. Wie sie darauf kommen? | | Bezirksvorsteher Martin Fabisch (links) und Petitionswerber Franz Waldner. (© Screenshot Facebook/ Martin Fabisch) | Wer sich den Petitionstext herunterlädt, findet in den Metadaten des Dokuments den Autor und die Person, die den Text zuletzt bearbeitet hat. Als Autorin scheint die Grüne Abgeordnete Jennifer Kickert auf und als letzter Bearbeiter der Grüne Bezirksvorsteher Martin Fabisch. Haben die Grünen versucht, ihre politischen Anliegen mit einer vermeintlichen Anrainer-Petition zu pushen? Das wäre problematisch, weil Petitionen kein Instrument für Politiker sind, sondern im Gegenteil Bürgern die Teilhabe an politischen Prozessen ermöglichen sollen. Anruf bei Franz Waldner. Der Mann gibt zu, dass das Büro des Bezirksvorstehers den Text formuliert habe. „Aber die Idee kam von mir. Das ist keine Initiative der Grünen”, sagt er. Er habe sich bei Fabisch Hilfe geholt, weil er mit dem Formulieren von solchen Texten keine Erfahrung habe. Auch ein Sprecher von Fabisch schreibt uns: „Es ist durchaus üblich, dass Petitionswerber*innen an Politiker*innen herantreten, um beratende Unterstützung beim formalen Ablauf ihres Anliegens zu bekommen – unabhängig von der inhaltlichen Ausrichtung." Das Motiv von Waldner, die Petition einzubringen, war übrigens Ärger. Die Zweierlinie findet er „unzumutbar”. „Er ist ständig überfüllt und wegen der Streckenlänge kommt es ständig zu Verzögerungen.” Von den Wiener Linien hieß es, dass man an Verbesserungen arbeite. Seit dem Einbringen der Petition hat sich in der Josefstadt aber bereits etwas zum Guten verändert: Die U-Bahn-Linie 2 fährt seit Dezember wieder. Dafür hat allerdings keine Petition gesorgt. |
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Loge 17 | „Ein Stakkato von Demütigungen prasselt auf die ÖVP herein. Es ist eine Mischung aus Ausrichten, Herrichten und Hinrichten."Harry Bergmann macht sich in seiner aktuellen Kolumne Gedanken über die Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ und ein wenig auch über die sozialen Medien. |
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Grätzelrundgang | Argentinierstraße (1040) | | Im Dezember wurde nach einem Jahr Bauzeit die Fahrradstraße Argentinierstraße eröffnet, Anlass genug, das kulinarische Angebot am Straßenrand zu checken. Im Frühling 2022 machten die Tirolerin Judith Lergetporer und der chilenische Koch Diego Briones aus einer alten Fleischerei, die zwischenzeitlich ein Fastfoodlokal war, ihr Z’som. Das punktet nicht nur mit äußerst gelungenem Ambiente, sondern ist aktuell eines der wenigen Lokale in Wien, die zeitgenössische, kreative Latino-Küche anbieten. Schräg gegenüber übernahmen Franz Buchecker & Sohn Christian das langjährige Gourmet-Gasthaus Gußhaus und legen hier eine Karte vor, die sich sehen lassen kann. Das Spektrum der Gansl-Spezialitäten ist enorm. Innereien gibt’s traditionell am Tag nach der Schlachtung, und dann bietet man auch noch Wiener Gasthaus-Klassiker wie Rindsrouladen oder Rahmherz in Tapas-Versionen an. Großartig! Gorilla Kitchen, einer der Foodtruck-Pioniere in Wien, hat die mobile Phase endgültig hinter sich gelassen. Die Burrito-Spezialisten übernahmen vor einigen Jahren zuerst das Lokal in der Argentinierstraße und danach auch noch ein Café daneben. Während das Hauptlokal eher der Herstellung, Abholung und Versendung der großartigen Burritos und Quesadillas dient, regieren in der Bar Sandwich und Salate, alles ziemlich super. Das Wein & Kunst war früher einmal die schönste Bäckerei des Bezirks. Vor 20 Jahren zog dann diese Weinbar ein, die sich seither weder optisch noch hinsichtlich der gereichten französischen Delikatessen sehr gewandelt hat und damit ein bisschen retro, aber sympathisch wirkt. Ganz anders das Fine Fine all’italiana von Eren Özdemir, der bis vor vier Jahren ein Restaurant bei Bruck an der Mur hatte, dann diese Ex-Pizzeria übernahm und einen schicken Italiener daraus machte. Italo-Klassiker werden interpretiert, „damit’s ein bisschen was anderes ist als sonst überall“, sagt Özdemir. Den ganzen Grätzelrundgang von Florian Holzer mit allen in der Karte erwähnten Lokalen finden Sie hier. |
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| | Die FALTER Arena präsentiert Journalismus live! Wie eine Zeitung, nur im Theater. Nicht genügend! Wie das Bildungssystem unsere Kinder verrät – und was wir dagegen tun können Zu Gast: Cordula Heckmann (Bildungsexpertin), Ilkay Idiskut (Volksschullehrerin), Christoph Klar (Schuldirektor), Heidi Schrodt (Pädagogin), Florian Klenk und Eva Konzett (FALTER) Musikalische Begleitung von Anna Mabo.
Donnerstag, 30. Jänner 2025, 19.30 Uhr Stadtsaal
Tickets gibt es hier. Gefördert durch die Wirtschaftsagentur Wien. Ein Fonds der Stadt Wien. |
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Frage des Tages | Auflösung von Freitag: Als Urfahr wurden bis zur Donauregulierung die Überfuhren über die Donauarme bezeichnet (nicht der Uropa oder Vögel, die dem Uhu ähneln). |
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Events des Tages | | AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER |
| MusikHeute hätte die Wiener Pop-Legende Hansi Lang („Keine Angst“) seinen 70. Geburtstag gefeiert. Der New-Wave-Star mit dem Drogenproblem und dem von Krisen geprägten Leben ist 2008 einem Schlaganfall erlegen. Trotzdem erscheint nun ein neues Album von ihm, „Sing, Hansi! Lieder aus dem Gemeindebau“. Wie das? Schuld sind der Produzent Thomas Rabitsch und die Künstliche Intelligenz. Alte Demos des Sängers mit Dialektpop-Aufnahmen wurden neu aufbereitet und durch die Maschinen gejagt. Bei der heutigen Präsentation singt nicht die KI, das Mikrofon teilen sich Tini Kainrath, Edita Malovčić, Roman Gregory und andere mehr. Rabenhof, 20.00 (Folgetermine: 24. und 25.1. sowie 1.2.)
TheaterNach dem gruselig-surrealen Einakter „Der Henker“ brachte das Burgtheater 2023 einen weiteren Text der österreichischen Schriftstellerin Maria Lazar auf die Bühne: Der 1935 entstandene Roman „Die Eingeborenen von Maria Blut“ zeigt das Österreich des Ständestaats in einer Nussschale: In einem fiktiven Wallfahrtsort herrscht eine unselige Melange aus Wirtschaftskrise und Wundergläubigkeit, Antisemitismus und Provinzmief. Sozis und Nazis haben in den Christlichsozialen noch einen gemeinsamen Feind; die Kinder sind von religiösem Wahn besessen. Regisseurin Lucia Bihler setzt in ihrer Inszenierung, die zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde, auf strenge Stilisierung: Das Ensemble trägt Puppenmasken und transparentes Latex. Allerdings ist die Aufführung eine deutlich sprödere Angelegenheit als die Vorlage. (Sara Schausberger) Akademietheater, 19.30 |
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Buchtipp | Tex Rubinowitz: Dreh den Mond um Mit „Dreh den Mond um" gibt Falter-Cartoonist und Ingeborg-Bachmann-Preisträger Tex Rubinowitz nach einigen Jahren Funkstille sein Comeback als Autor. Eines sei vorweggeschickt: Wer in das Buch eintritt, lasse alle Hoffnung auf eine zuverlässige, nachvollziehbare Handlung fahren. Bereits auf der ersten Seite erweist sich der Ich-Erzähler als ein Mann mit extremer, verzerrter Wahrnehmung. Er leide unter „Bozeman's Simplex", behauptet er, einer „positiven Entzündung der Retina". Diese bewirkt: „Ich kann etwa 25 Mal mehr sehen als andere Menschen." Die Welt offenbart sich ihm als optische Kakofonie. Eine Besserung erhofft sich sein Arzt von einem Aufenthalt im belgischen Ostende, wo Anfang der 1980er der von Dämonen geplagte US-Soulsänger Marvin Gaye lebt. (Sebastian Fasthuber) Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at |
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Feedback | Viktoria Klimpfingers Hundstage ist ein genialer Text, der mich so richtig zum Lachen gebracht hat. Das bringt viel benötigte Aufheiterung in den (politischen) Alltag, der gerade nicht zum Lachen ist. Danke dafür! Kerstin Posch, eine Hundebesitzerin
Sie beschreiben unaufgeregt die Fakten. Es ist zu grauslich, was momentan in Österreich passiert und ich vertraue Euren klaren Stimmen, die mir sagen, was wirklich Sache ist. Bitte weiter so.... leider gibt es die einsame Insel nicht, auf die ich mich so gerne zurückziehen würde!!!! Brigitte Redl
Eine Nulllohnrunde wäre in Wien nicht einmal genug. In jedem Bezirk gibt es 48-60 Bezirksrät:innen und ich kann Ihnen garantieren, dass die meisten davon die Tätigkeit nebenberuflich machen. Ich bin selber Klubobfrau in einem Wiener Bezirk, unser Team ist zu fünft. Ich habe mit den anderen Klubobleuten gesprochen, die gemeint haben, in ihrer Fraktion wären auch nicht mehr als 5 Bezirksrät:innen wirklich aktiv. Außerdem gibt es in jedem Bezirk eine:n Bezirksvorsteher:in und zwei Stellvertreter:innen. Man könnte die meisten Bezirksrät:innenpositionen streichen und die zweiten Stellvertreter:innen auch. Überhaupt könnte man Regionalräte andenken, anstatt von Vertretungen in jedem einzelnen Bezirk. Ein:e Bezirksrät:in kassiert 500 Euro im Monat (14x) netto, Klubobleute 1500 Euro. Man würde hier gewaltige Summen einsparen können. Evelyn Shi, Neos-Klubobfrau in Döbling
Ich habe vor einigen Tagen Ihren Artikel "neue Taxis nur mehr mit elektro-Antrieb" gelesen und kann die Bedenken der Taxler verstehen. Dazu ein kleiner Schwank zum Thema Versorgung mit Elektroladestationen in Wien: Vor einigen Jahren Aussage von Wien Energie, dass in Wien innerhalb von 400m eine Ladestation verfügbar sein wird. Also wird ein E-Auto gekauft. Nach geraumer Zeit nachgefragt wann mit einer Versorgung Bereich 1230 Inzersdorf Kirchenplatz gerechnet werden darf weil derzeit die Entfernung mindestens 800m bzw.3,2km - es wären zwar knapp 480m aber Durchfahrt nur für Autobus gestattet - (und das bitte je Richtung von Hochwassergasse zur nächsten Wien Energie-Steckdose) beträgt. Urplötzlich wird von 400 Metern im Durchschnitt über ganz Wien gesprochen. Weitere Jahre – wieder nachgefragt: Wir sind in Abstimmung mit dem Bezirk, aber nichts Genaues etc etc. Vor circa einem Monat wieder nachgefragt: Nein, in der Gegend ist bis auf Weiteres keine Ladestation zu erwarten. So streut man der Elektromobilität jedenfalls keine Rosen und ich verstehe jede/n der dankend ablehnt. Margarete Bachmann-Unger |
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