Am Samstag findet eine Männerdemo gegen Gewalt an Frauen statt, wir haben den Organisator getroffen >> Warum Joggen in Wien boomt >> Event-Tipps zum Wochenende von Gerhard Stöger >> Grundkurs Kochen: BärlauchaufstrichWetterkritik: Ein Traumtagerl nach dem anderen: Wolkenloser Himmel, strahlender Sonnenschein und die Temperaturen erreichen bis zu 15 Grad. Verbrennen Sie sich das Nasenspitzerl am Wochenende bitte nicht in der Sonne!
Guten Morgen! Eine aktuelle EU-Umfrage zeigt, dass jede dritte Frau sexuelle und/oder körperliche Gewalt erlebt hat. In Österreich sind diese Daten schon lange bekannt, die Zahl der Frauenmorde ist im europäischen Vergleich hoch. Sie sinkt allerdings: 2024 listen die Autonomen Frauenhäuser 26 mutmaßliche Femizide, 2025 waren es 13. Spricht man mit Männern darüber, fühlen sich die wenigsten persönlich angesprochen, viele höchstens angegriffen: „Nicht alle Männer”, man kennt es. Und setzt entgegen: „Aber immer ein Mann.” Manfred Zeisberger will das ändern, seine Geschlechtsgenossen mobilisieren. Er organisiert morgen eine Männerdemo gegen Gewalt an Frauen. Ich habe ihn beim Plakatieren begleitet. Außerdem: Soraya Pechtl berichtet vom Laufboom in der Stadt. Gerhard Stöger hat zahlreiche Tipps für Ihr Wochenende. Und im Grundkurs Kochen pflücken wir den ersten Bärlauch. Ein schönes Wochenende wünscht Viktoria Klimpfinger PS: Im Herbst wurde bekannt, dass Hermann Gmeiner, Gründer des SOS-Kinderdorfs, jahrzehntelang Buben sexuell missbraucht hatte. Genannt wurden damals acht Fälle – jetzt stellt sich heraus: das war wohl nur die Spitze des Eisbergs. Jürgen Klatzer und Matthias Winterer haben die neuen Vorwürfe recherchiert.
Heute für Sie auf falter.at:Diesen Sonntag ist wieder Frauentag, und da arbeitet sich Österreich wie jeden 8. März traditionell an zwei Themen ab: Dem Gender Pay Gap und der Teilzeitfalle. Die Zahlen dahinter sind aber oft bewusst unscharf, schreibt Eva Konzett in ihrem Kommentar. Und das verstellt den Blick auf wichtige Fortschritte, die inzwischen gemacht werden. Fahren Sie eigentlich noch Ski? Einfacher wird das ja nicht – es gibt immer weniger Schnee und immer weniger Skigebiete. Vor allem viele kleinere mussten in den vergangenen Jahren aufgrund des Klimawandels aufgeben. Dort rosten entlang der früheren Pisten die Liftstützen, die Berg- und Talstationen bröckeln. Mit unangenehmen Folgen für die Umwelt, schreibt Laura Anninger: Kann man die aufgelassenen Anlagen der Natur zurückgeben? Polenta, das war schon soul food, als es diesen Begriff noch gar nicht gab: cremig, üppig, nussig – ein Trost für Gaumen und Gemüt. Seltsamerweise wird er bei uns vorwiegend im Herbst und Winter kredenzt. Dabei ist eigentlich das ganze Jahr Polenta-Saison, also auch, wenn schon ein Hauch von Frühling in der Luft liegt, schreibt Katharina Seiser. Und hat ein Rezept mit Schwarzkohl (Cavolo nero) für Sie, mit dem der italienische Maisgries besonders gut schmeckt.
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Männer gegen FemizideMorgen findet vor dem Parlament eine Demo statt, die es so in Wien noch nicht gab: Männer gehen gegen Gewalt an Frauen auf die Straße. Wer steckt dahinter? Mit Tixo klebt Manfred Zeisberger gerade sein grellgelbes Plakat auf einen Betonpfeiler in Simmering. „Männer gegen Gewalt an Frauen – Männer gegen Femizide”, steht darauf in großen, schwarzen Lettern. Darunter, etwas kleiner: „7. März 2026 – 13 Uhr”. Er will bewusst an dezentralen Orten plakatieren, der frühere ÖVP-Chef Karl Mahrer hätte sie wohl als gefährliche Hotspots eingestuft. Brennpunkte. Um Menschen zu erreichen, die sich sonst vielleicht nicht so ausgiebig mit Feminismus beschäftigen. „Wie die Burschen zum Beispiel”, nickt er in Richtung einer Gruppe Jugendlicher, die ihn verstohlen beobachtet. Einer liest sich durch, was auf dem Plakat steht. Und geht unbeeindruckt zurück zu seinen Freunden. Am Sonntag ist der 8. März. Frauentag. Laut dem Gleichstellungsindex 2025 vom Europäischen Institut für Gleichstellungsfragen liegt Österreich innerhalb der EU mit 61.2 Punkten von 100 an 13. Stelle der 27 Staaten, was die Gleichstellung der Geschlechter angeht. „Die Punkte zeigen eine wachsende Distanz zum EU-Durchschnitt”, heißt es darin. Am höchsten sei die Gleichstellung im Bereich Gesundheit, am niedrigsten bei Finanzen und Macht. Die Rate der ermordeten Frauen liegt in Österreich beständig über jener der ermordeten Männer. Im Jahr 2024 waren von 76 Mordopfern 40 weiblich. „Etwa zwei Drittel der getöteten Frauen sterben im häuslichen Umfeld, etwa zwei Drittel der Männer dagegen an öffentlichen oder sonstigen Orten", heißt es in einer Analyse der Morde in Österreich, die die Gewaltschutzzentren in Auftrag gegeben haben. |
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| Manfred Zeisberger ruft Männer dazu auf, gegen Gewalt an Frauen auf die Straße zu gehen. (© Falter/Klimpfinger) |
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„Du schlägst bestimmt keine Frauen, oder?”, sagt Zeisberger. Ein Mann in weiten Jeans und Kapuzenpulli hat ihn beim Plakatieren beobachtet, konzentriert seine Lippen bewegt, als er die Aufschrift gelesen hat. Jetzt schüttelt er verdutzt den Kopf. „Na, na.” Zeisberger hält ihm die Fingerknöchel hin, er schiebt seine dagegen. Die „Ghettofaust” besiegelt das Gespräch. Eigentlich darf Zeisberger seine Plakate gar nicht aufhängen, von der Stadt habe keine Bewilligung bekommen, sagt er. Das ärgert ihn – jetzt erst recht. Nach diesem Artikel rechnet er mit einer Verwaltungsstrafe, aber das „ist es wert”. Als Kind war er ein paar Jahre lang „im Heim”, er erzählt von Mobbing und Gewalt durch Gleichaltrige. Er wurde selbst zum Täter. In einer vergangenen Beziehung habe er seiner Partnerin im Streit hin und wieder „eine Watsche gegeben”. Einsicht brachte erst ein Gespräch mit seinem besten Freund. Er ging daraufhin in Therapie. Das habe ihm geholfen, seine eigenen Verhaltensmuster zu erkennen. „Therapie wirkt.” Jetzt will andere Männer dazu bringen, nicht mitzulachen bei sexistischen Witzen, ihr Verhalten zu hinterfragen, und in Therapie zu gehen, bevor sie gewalttätig werden. Gleichzeitig will er mit seiner Demo aber auch den Druck auf die Politik erhöhen. Deshalb veranstaltet er sie auch vor dem Parlament. Wobei Präventionsarbeit auch politisch immer weiter in den Fokus rückt: Seit 2021 müssen Gefährder, gegen die ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen wurde, zur Gewaltprävention gehen. Im November hat die Regierung den Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an Frauen vorgelegt. Darin spielen Prävention und Aufklärung ebenfalls eine Rolle. „Gleichstellungsorientierte Männer- und Burschenarbeit” soll etwa abgesichert und ausgebaut werden. Für Zeisberger ist das zu wenig. Therapie müsse zum Beispiel einfacher zugänglich werden. Sprechen werden ab 13 Uhr daher bewusst keine Politiker, sondern Experten von der Männerberatung Wien, dem Verein Neustart, vom Verein White Ribbon Österreich, der sich ebenfalls für Aufklärungsarbeit bei Männern einsetzt, und Petra Unger, Expertin für Geschlechterforschung. Danach gibt es eine Gedenkminute für die Femizidopfer. Dass er der erste Mann ist, der eine solche Demo organisiert, wundert Zeisberger. „Wo sind sie denn, die ganzen Helden?” Anzupacken wäre doch, jedenfalls in der Denkrichtung toxischer Männlichkeit, etwas zutiefst Männliches. Stattdessen schreie man: „Not all men” und reagiere wehleidig. Die Hoffnung, dass sich durch die Demo etwas Grundlegendes ändert, ist bei Zeisberger verhalten. Aber: „Ich habe es wenigstens probiert.” Kostenlose, anonyme telefonische Männerberatung bietet die Krisenhelpline von Männerinfo rund um die Uhr unter 0800 400 777. |
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Stadtnachrichten | Eigentlich hätte in der Castelligasse im fünften Bezirk ab 2028 eine neue Volksschule und eine Schule für inklusive Pädagogik entstehen sollen. Das Gebäude einer ehemaligen Berufsschule hätte dafür saniert werden sollen. Daraus wird vorerst aber nichts, wie der ORF gestern berichtete. Die Stadt Wien müsse aus budgetären Gründen alle noch nicht begonnen Schulprojekte prüfen und anpassen, hieß es. Kritik kommt von den Grünen. „Ich habe volles Verständnis dafür, dass die Stadt Wien sparen muss“, sagte Bezirksvorsteher Michael Luxenberger. „ Ich glaube aber, dass das Projekt schon so weit fortgeschritten ist, dass jede Verzögerung eigentlich mehr kostet.“ Seine Partei stellte eine Anfrage an Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos). Sie wollen wissen, welche Schulbauprojekte noch aufgeschoben werden.
Vor wenigen Wochen haben wir berichtet, dass der erste Standler „Fratelli Valentino“ die Naschmarkt-Halle verlässt. Nun zieht „Wiener Tofu“ dort ein. Die Tofu-Manufaktur, die bereits einen Stand am Karmelitermarkt betreibt, hat sich gegen 43 Bewerber durchgesetzt. „Produziert werden jeden Tag um acht Uhr morgens neun bis zehn Kilo Tofu, die dann gleich zu Gerichten oder Aufstrichen weiterverarbeitet werden. Man arbeite zwar noch an der richtigen Konsistenz, meint Liwei Sun, also jener, die sich sowohl für die Zubereitung eigne, aber vor allem den Wienern und Wienerinnen auch ein gutes Mundgefühl vermittle“, schreibt Lokalkritiker Florian Holzer.
Gestern haben die Wiener Linien ihre neue Kampagne für mehr Rücksicht in den Öffis präsentiert (hier mehr dazu). „Host kan Genierer?“, ist etwa auf den Sujets zu lesen. Mit der Kampagne will die Stadt auf die Hausordnung der Wiener Linien aufmerksam machen. „Lautes Telefonieren über Lautsprecher. Musikhören ohne Kopfhörer. Ein letzter Bissen Knoblauchpizza in der U-Bahn. Was für die einen egal scheint, kann für andere Fahrgäste schnell zur Qual werden“, heißt es auf der Homepage. Kleine Gesten würden dafür sorgen, dass sich alle wohler fühlen. | | © Wiener Linien | |
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Falter-Radio am Wochenende | online ab Samstag Attacke auf die Demokratie von Rechts – #1590Sind Rechtsextremisten die größte Bedrohung für unsere Demokratie? Wie will die Regierung dagegen vorgehen? Ausgangspunkt ist ein alarmierender Bericht des DÖW über Waffenfunde und eine Militarisierung der neuen Rechten. Darüber sprechen in dieser Folge Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ), Andreas Kranebitter (DÖW) sowie die Journalistinnen Doris Vettermann und Nina Horaczek (Falter).
online ab Sonntag China vs. USA: Wer gewinnt das KI-Wettrüsten? – #1591Wer erringt die technologische Vorherrschaft bei KI? Wie der Wettlauf um die Künstliche Intelligenz unsere Zukunft bestimmt und warum digitale Souveränität für den demokratischen Westen so wichtig wär: Misha Glenny vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen zeichnet in dieser Folge ein dramatisches Bild von einer der wichtigsten Auseinandersetzungen unserer Zeit, in der Amerika vorne liegt, China aufholt und Europa zurückbleibt. |
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Sport | | Boom, Boom, Boom!Im Frühling binden sich die Wienerinnen und Wiener wieder ihre Laufschuhe. Der Sport scheint so beliebt zu sein wie nie. Ihnen ist vielleicht schon aufgefallen, dass wir in den vergangenen Wochen einige Texte und Interviews zum Thema Laufen im Newsletter hatten. Das hat zwei Gründe. Zum einen findet am 19. April der Vienna City Marathon statt und wir dachten, wir helfen allen Teilnehmern ein bisschen bei der Vorbereitung. Und zum anderen laufe ich seit Jahren selbst leidenschaftlich gerne und möchte meine Begeisterung mit Ihnen teilen. So richtig angefangen habe ich mit dem Joggen nach meinem Umzug nach Wien vor zehn Jahren. Wien soll ja die beste deutschsprachige Stadt zum Laufen sein (zumindest will das eine Studie im Auftrag des Sportartikel-Anbieters Keller Sports herausgefunden haben). | | Jogger während eines Corona-Lockdowns im November 2020 im Schlosspark Schönbrunn (© APA/HELMUT FOHRINGER) | Anfangs bin ich ein paar Mal die Woche fünf Kilometer gelaufen, um den Kopf freizubekommen. Nach einem Jahr hat mir eine Freundin dann vom Frauenlauf erzählt, der jedes Jahr im Mai im Prater stattfindet. Ich habe mich für die zehn Kilometer Distanz angemeldet – die Stimmung war super, alle paar Kilometer spielten Musiker, Zaungäste fieberten lautstark mit und nach dem Rennen gab es eine große Party beim Stadion. Seither laufe ich jedes Jahr mit. 2019 bin ich dann meinen ersten Halbmarathon gelaufen, heuer wird es der dritte. Ihnen geht es vielleicht ähnlich. Die Corona-Pandemie hat den Laufsport befeuert. Weil viele Sportarten durch die Lockdowns und Kontaktbeschränkungen nicht möglich waren, drehten immer mehr Menschen ihre Runden im Wald oder auf dem Asphalt. Laut einer Umfrage des Sportwarenherstellers Asics haben in Deutschland während der Pandemie mehr Menschen mit dem Laufen begonnen. Wer schon vorher regelmäßig joggte, hat sich öfter die Laufschuhe geschnürt. Der ORF berichtete im Vorjahr von einem „Laufboom“, der zu einem Teilnehmerrekord beim Vienna City Marathon führte. 45.000 Menschen meldeten sich an. 2019, vor der Pandemie, waren es rund 40.000. Was macht die Begeisterung aus? Kaum etwas sei so bewegend, wie mit Tausenden anderen nach einem Startsignal durch eine Stadt zu laufen, sagte Kathrin Widu, Geschäftsführerin des Vienna City Marathon, im Vorjahr zum Standard. An den Teilnehmerzahlen sehe man, dass auch immer mehr junge Menschen sich für den Sport begeistern. Das hängt wohl auch mit einem gesteigerten Gesundheitsbewusstsein zusammen. Wenn Sie also auch regelmäßig laufen oder vielleicht erst damit anfangen möchten, würde mich interessieren, welche Geschichten und Themen Sie zu diesem Sport gerne lesen wollen. Schreiben Sie uns an morgen@falter.at. |
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Frage des Tages | Wer war Wiens erste weibliche Vizebürgermeisterin?1. Gertrude Fröhlich-Sandner (SPÖ) 2. Renate Brauner (SPÖ) 3. Maria Vassilakou (Grüne) Auflösung von gestern: Unser Satellitenbild zeigte den Minoritenplatz im ersten Bezirk. | | © Geoland | |
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Wochenendevents | | AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER |
| KabarettEr kommt aus der Provinz und ist ausnahmsweise nicht, wie so viele, bei der ersten Gelegenheit in die große Stadt geflüchtet. Wobei: Im Dorf seiner Kindheit und Jugend lebt Benedikt Mitmannsgruber inzwischen auch nicht mehr, sondern zumindest in Linz. Der so charmante wie gewitzte junge Mann aus dem oberösterreichischen Mühlviertel zählt zu den heimischen Kabarett-Aufsteigern der letzten Jahre, sein Blick gilt weniger der Weltpolitik als vielmehr dem Privaten, Familiären. Jetzt hat Mitmannsgrubers drittes Soloprogramm Premiere: „1996“, benannt nach seinem Geburtsjahr. Ein umfangreiches Porträt des Kabarettisten finden Sie in der aktuellen FALTER-Ausgabe im Feuilleton. Stadtsaal, Fr 19.30 (nächster Termin: 11.3.)
Musik 1Stephen Bruner ist ein US-Multiinstrumentalist, vor allem aber mörderisch guter Bassist. Besser bekannt unter dem Künstlernamen Thundercat, wurde er vor rund zehn Jahren zusammen mit einigen Spezis wie Kendrick Lamar, Flying Lotus und Kamasi Washington als Teil einer kalifornischen Szene auffällig, die zwischen Funk, Jazz und Hip-Hop an einem neuen Fusion-Sound bastelte. Bei Brunner steht der Funk im Vordergrund. Daneben hat noch so allerlei Anderes Platz: Jazz, Soul, Experimentierfreude sowie ein Hang zu abgedrehtem Humor, der Thundercat Vergleiche mit Frank Zappa eingebracht hat. Nach ein paar Jahren Pause ist er nun wieder unterwegs, im April folgt das neue Album „Distracted“. (Sebastian Fasthuber) Gasometer, Fr 20.00
Musik 2Vor 50 Jahren erhob der Punk in England sein schmutziges Haupt. In Wien war davon 1976 noch nicht viel zu spüren. Dafür wurde die Arena besetzt. Zum runden Geburtstag werden die beiden Jubilare nun in einem Akt charmanter Geschichtsfälschung gemeinsam gefeiert. Beim Erdberger Stadtentwicklungsfest spielen neue Bands sowie ein paar alte Helden der Wiener Punkszene um 1980 wie Die Böslinge oder Robert Wolf, zentrale Figur der legendären Band Chuzpe, mit seiner jüngsten Kombo Post. Später im Jahr folgen ein Buch sowie eine Ausstellung im Wien Museum. (Sebastian Fasthuber) Arena, Fr 19.00, Sa 18.00
PerformanceDer deutsch-britische Künstler Tino Sehgal wurde mit Choreografien an Orten außerhalb des Theaters bekannt, etwa in Museumsräumen. Die von zehn Personen getragene Performance „This Variation“ im Tanzquartier findet in kompletter Dunkelheit statt und nimmt langsam mit Klängen, Stimmen, A-Cappella-Gesängen und Tanz Gestalt an. Nach der Uraufführung bei der Documenta 13 in Kassel hieß es, Sehgal habe das Publikum „überwältigt und sprachlos“ zurückgelassen. Ob das Publikum in Wien auch so empfindet? (Sara Schausberger) Tanzquartier Wien, Studios, Fr, Sa jeweils 20.00 und 21.00
Internationaler FrauentagEigentlich läuft am 8. März um 18 Uhr ja noch die große Demo zum feministischen Kampftag, der bei zurückhaltenderen Zeitgenoss:innen nach wie vor „Weltfrauentag“ heißt. So gesehen ist das Timing der Veranstaltung nicht optimal, die am Sonntag um 18 Uhr im Wuk beginnt. Das Weltgeschehen freilich verleiht dem Schwerpunkt „Frau, Leben, Freiheit!“ gerade besondere Brisanz: Das Iranische Kulturhaus im Wuk lädt zum Fest, mit Theater („Femizid“), einem Vortrag der Künstlerin und Menschenrechtsaktivistin Parastou Forouhar sowie einem Konzert von Sanam Maroufkhani. Kernbotschaft ist die Solidarität mit Frauen weltweit – und speziell im Iran. Der Eintritt ist frei, das Programm findet auf Farsi und Deutsch statt. Wuk, Hof und Saal, So 18.00
Kunst (letztmalig)Für die noch bis Sonntag laufende Schau „Die Linie“ hat die japanische Künstlerin Chiharu Shiota eine ihrer Rauminstallationen aus Fäden gewoben. Mit einer langen Künstlerliste widmet sich die Ausstellung „der Linie als grundlegendem Element der bildenden Kunst“. Die Bandbreite der gezeigten Werke reicht von Paul Klees herzigem Gemälde „Geschwister“ von 1930 über Pop-Art-Zeichnungen von Roy Lichtenstein bis zu einer Neonskulptur von Brigitte Kowanz. (Nicole Scheyerer) Heidi Horten Collection, Fr–So 11.00 bis 19.00 |
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Buchtipp | Barbara Blaha: Funkenschwestern Nach 15 Jahren gereizter Ehedebatten zum Thema Hausarbeit wollte es Barbara Blaha genau wissen und listete in einem Excel-Sheet alle unbezahlten Tätigkeiten und Organisationsschritte auf, die in einem Familienhaushalt mit Kindern wie dem ihren anfallen. Vor dem Ausfüllen der Liste gaben sie und ihr Mann eine Schätzung zur vermuteten Lastenverteilung in ihrer Beziehung ab. Seine Prognose: 60:40. Ihre Prognose: 70:30. Das Ergebnis schockierte beide. Es lag bei 80:20. Mit „dieser krassen Fehleinschätzung“ seien sie und ihr Mann durchaus nicht allein, schreibt Barbara Blaha in ihrem neuen Buch „Funkenschwestern. Wie Feminismus alles besser macht“ und zitiert eine aktuelle Studie, nach der Männer davon überzeugt sind, dass sie halbe-halbe machen. Tatsächlich beteiligen sich allerdings auch jene unter ihnen, die es mit der Gleichstellung ernst meinen, zuhause im Schnitt nicht sehr viel mehr als ihre Väter früher. Feminismus niemals nur Frauensache sein kann. … (Julia Kospach) Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at |
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Grundkurs Kochen | Tu Bärlauch auf dein Jausenbrot, dann hat der Frühling keine Not! | | © Shutterstock | Kein März ohne Bärlauchrezept, auch nicht in dieser Falter-Kolumne. Natürlich kann man mit Bärlauch alles Mögliche anstellen, etwa zu Pesto verarbeiten oder ein Süppchen daraus kochen. Bevor uns das knoblauchige, überaus gesunde Gewächs am Ende seiner Saison nervt, weil es einfach überall zu haben ist, schnappen wir uns die jungen, frischen, pfeffrigen und noch ganz grasig schmeckenden Blätter, die gerade jetzt sprießen, und verarbeiten sie, ganz klassisch, zu einem Bärlauchaufstrich. Achtung beim Sammeln, denn die Bärlauchblätter ähneln auf den ersten Blick den bösen Maiglöckchen oder giftigen Herbstzeitlosen. Also genau schauen und vor allem genau riechen. Bärlauch findet sich in Wien etwa in den Praterauen, hier kommt er meist zuerst, aber auch im Wienerwald entlang der Höhenstraße, sobald die Sonne den Boden ausreichend erwärmt. Für einen Aufstrich reichen ein, zwei Bündel (wobei ein Bündel so viel ist, dass man es mit der Hand gut fassen kann). Weiters brauchen wir: 250 g Topfen in Bioqualität und eher fett als mager, das macht den Aufstrich weicher. Eine kleine Zwiebel, einen Teelöffel Englischen oder süß-scharfen Senfs (nach Geschmack) und einen Esslöffel Sauerrahm. Die Zwiebel sehr klein hacken, Bärlauch fein wiegen (also sehr klein hacken) und das Ganze mit den restlichen Zutaten vermengen. Jetzt abschmecken. Salzflocken? Frisch gemahlener Pfeffer? Ein wenig Zitronensaft? Dazu passt Sauerteigbrot am besten. |
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