✍Österreich gilt heute nicht mehr als große Eiskunstlauf-Nation. Das war nicht immer so: Beim Wiener Eislauf-Verein kann man Eistanzen wie früher >> Der erste Tag des Prozesses gegen die Letzte Generation >> Grätzelrundgang: Äußere Mariahilfer Straße, mittlerer Teil Wetterkritik: Alles trieft und taut. Die Temperaturen steigen heute auf bis zu 13 Grad. Fast schon lauschig, wäre da nicht der Westwind, der uns motivier…
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FALTER.morgen – Der Wien-Newsletter / Die Wiener Eistanzschule / 23.02.2026 / Sie starten in den Tag mit Viktoria Klimpfinger }}

Österreich gilt heute nicht mehr als große Eiskunstlauf-Nation. Das war nicht immer so: Beim Wiener Eislauf-Verein kann man Eistanzen wie früher >> Der erste Tag des Prozesses gegen die Letzte Generation >> Grätzelrundgang: Äußere Mariahilfer Straße, mittlerer Teil

Wetterkritik: Alles trieft und taut. Die Temperaturen steigen heute auf bis zu 13 Grad. Fast schon lauschig, wäre da nicht der Westwind, der uns motiviert um die Ohren peitscht. Wenigstens grinst uns am Nachmittag hoffentlich die Sonne entgegen.


Guten Morgen!

Unter den Zuschauern könnte man eine Stecknadel fallen hören, wären da nicht die treibenden Paukenschläge aus den Boxen und Ilia Malinins Kufen, die übers Eis gleiten. Man nennt ihn auch „Quad God” („Vierfach-Gott”), weil er als erster seiner Zunft den vierfachen Axel gemeistert hat. Bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen führte er die US-Amerikaner zu Gold im Teambewerb, bei seiner Kür schlägt er einen Rückwärtssalto auf dem Eis, die Menge jubelt. Die Kür des Einzelwettbewerbs vergeigt er allerdings, in den Medien ist von „Katastrophe”, „Debakel”, „Enttäuschung” die Rede. Er selbst steht im Auge eines Shitstorms. Götter fallen tief. Gleichzeitig begeistert die US-Amerikanerin Alysa Liu das Internet: Vor vier Jahren hatte die 20-Jährige die Eislaufschuhe an den Nagel gehängt, jetzt bestieg sie damit den Olymp: Gold im Einzelbewerb.

Die Olympischen Winterspiele sind seit gestern vorbei, die Österreicher fahren mit 18 Medaillen nach Hause. Keine davon im Eiskunstlauf. Dabei hat ausgerechnet die älteste olympische Wintersportart ihre Wurzeln in Wien – und bei einem US-Amerikaner.

Außerdem: Soraya Pechtl berichtet vom ersten Prozesstag gegen die Mitglieder der Letzten Generation. Und Florian Holzer nimmt Sie mit auf einen Grätzelrundgang auf den mittleren Teil der äußeren Mariahilfer Straße.

Einen schönen Wochenstart wünscht

Viktoria Klimpfinger


Heute für Sie auf falter.at:

Lesen Sie gerne kluge Kolumnen? Dann haben wir heute drei Tipps aus dem aktuellen Falter für Sie:

  • „Spätestens jetzt war das Gesprächsthema ,Spleens‘. Eine kann nur auf die Pflastersteine selber treten, niemals auf die Fugen. Eine isst Pommes Frites nur paarweise. Eine löscht keine E-Mails. Eine zählt Menschen mit roten Schuhen. Sie ist bei Nummer vierhundertirgendetwas, was wir echt wenig finden.“ Heidi List plaudert mit Freundinnen über Schrullen.

  • „Hier noch etwas leichte beziehungsweise seichte Wissenschaft: In der Kategorie Biologie wurde 2004 ein Team aufgrund folgender Publikation mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet, einer Ehrung für kuriose Forschung: ,Töne, die beim Hering (Clupea harengus) durch Freisetzung von Luftblasen produziert werden.‘“ Peter Iwanievicz erfreut sich an schrulligen Forschungsthemen.

  • „In unserem Haus wohnt noch ein anderer Hund, ein sanfter, supergemütlicher alter Labrador. Wenn wir dem Labbi begegnen, geht mein Hund ab wie ein Kampfköter auf Koks. Wir haben schon alles probiert, kurze, klare Kommandos, ruhig bleiben, Leckerlis vom Labbi-Mann: keine Chance, der Hund dreht durch.“ Doris Knecht hat einen lieben, aber etwas schrulligen Hund.

Eistanzen wie damals 

Bei den Olympischen Winterspielen begeisterten die Athletinnen und Athleten in Italien auf dem Eis. Seine Ursprünge hat der heutige Eiskunstlauf allerdings in Wien. 

Rückwärtsfahren können ist eine der Grundvoraussetzungen fürs Rundtanzen, also Paartanz mit Eislaufschuhen, genauso wie eine gewisse Sicherheit auf dem Eis. Wie sich herausstellen wird, fehlt mir beides. Als ich die frisch polierte Fläche am Wiener Eislauf-Verein betrete, winde ich mich erst einmal wie ein hysterischer Fisch auf dem Trockenen, ein paar Jugendliche mit Eishockey-Schuhen können sich das Lachen kaum verkneifen. Einzelne Eistänzerinnen, die am Rand ihre Figuren üben, wirken konsterniert. Eislaufen? Eher eiszappeln. 

Vor 150 Jahren sprach man in Wien auch noch nicht vom Eislaufen, sondern vom „Schleifen”, das sich in der Stadt übrigens bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Als 1803 schließlich der Wiener Neustädter Kanalhafen am Glacis, wo heute der Bahnhof Wien-Mitte steht, in Betrieb ging, wurde seine zugefrorene Fläche im Winter zum Zentrum des Treibens, das Eislaufen zum biedermeierlichen Wintersport schlechthin. Sogar ein Ringelspiel stellten sich die Wiener aufs Eis. Und wenn der Kanal komplett zugefroren war, konnte man tatsächlich von Wien bis nach Laxenburg „schleifen”. 

© Falter/Klimpfinger

1849 wurde das Hafenbecken aufgelassen, aber die alten „Schleiftage” blieben offenbar im Gedächtnis. 1867 kam die Vereinsfreiheit und damit der Wiener Eislauf-Verein, wo vorher das Hafenbecken war. Durch Wienflussregulierung und Stadtbahnbau übersiedelte man 1901 auf den Heumarkt

Heute ist der Eislauf-Verein in die Jahre gekommen. Größere Renovierungsarbeiten warten darauf, ob das umstrittene Heumarkt-Projekt umgesetzt wird oder nicht. „Früher spielte hier eine Kapelle”, erzählt Reinhard Lederer, während er mit mir ein paar Runden dreht. Er ist Obmann des Vereins „Rundtanzen auf dem Eis”, der sich regelmäßig hier trifft. Heute kommt die Musik von einer Playlist, das DJ-Kammerl im ersten Stock ist leer, vor seiner Glasfront hängt ein großer Bildschirm mit digitaler Uhr. Am Mittwoch hört man um 19 Uhr plötzlich klassische Musik aus den Boxen, zuerst eine Art Marsch, dann ein Walzer. Ein kleiner Kreis im Zentrum der Eisfläche ist abgesperrt, in seiner Mitte ein Kleiderständer mit kleinem Bankerl, wie in der Tanzschule. Die ersten Paare gleiten zusammen übers Eis, manchmal auch in Kettenformation. „Unsere älteste Rundtänzerin ist über 80”, sagt Lederer. Das Publikum ist gemischt, wobei Lederer sich mehr Nachwuchs wünschen würde. Heute tanzen nur drei oder vier Paare im Kreis, mal kommen mehr, mal weniger. 

Bald wechselt die Musik wieder in zeitgenössische Genres, rundtanzen kann man zu jedem Lied, solange es einen gleichbleibenden, einfachen Rhythmus und keine plötzlichen Tempo-Wechsel hat, erklärt Lederer, während ich mich an seinen Händen festklammere. Wir üben das Grundlegende: Er schiebt mich vorwärts, ich fahre rückwärts. Währenddessen drehen die Tanzpaare innerhalb des Kreises gekonnt ihre Runden. Sie gleiten, halten die Arme nicht wie ich verkrampft am Körper, sondern elegant gestreckt wie beim klassischen Walzer. Fast vergisst man, dass sie sich auf einer Oberfläche bewegen, die weniger Adhäsion hat als Teflonpfannen. 

Lederer macht mir Mut. Kann man erst einmal selbstbewusst rückwärtsfahren, sind die Tanzschritte fürs Rundtanzen schnell gelernt. Man braucht auch keinen fixen Tanzpartner. Wer führt und wer folgt, ist nicht geschlechtsabhängig und kann durchgemischt werden. Die Schrittfolgen sind im Wesentlichen dieselben wie vor 150 Jahren; Generation gab sie an Generation weiter, hauptsächlich mündlich auf dem Eis. 

Geprägt hat die Schritte der US-amerikanische Balletttänzer und Eiskunstläufer Jackson Haines, der ab 1868 immer wieder am Platz des Wiener Eislauf-Vereins auftrat. Er brachte zusammen mit seiner Schülerin Leopoldine Adacker den Wiener Walzer aufs Eis, aber auch Marsch, Mazurka und Quadrille. „Der damalige beste Wiener Eiskunstläufer Dr. Carl v. Korper zeichnete sofort alle Figuren, Drehungen und Sprünge, die Haines präsentiert hatte, auf und veröffentlichte diese in einem Buch, auf dem noch die heute gültigen Wettlaufregeln basieren”, schreibt der Österreichische Eiskunstlaufverband. Man spricht von der „Wiener Schule” des Eiskunstlaufs. 1882 richtete der Wiener Eislauf-Verein die ersten internationalen Eiskunstlaufwettkämpfe aus. 

Von Wien aus eroberte das Eistanzen also die Welt. Seine ursprüngliche Form, das Rundtanzen, hat allerdings nur hier (und in München) überdauert. Die Schritte wird Lederer mir dieses Mal aber noch nicht zeigen, ich bin mit Rückwärtsfahren und Richtungswechsel ausreichend bedient.

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Stadtnachrichten

Seit vier Jahren tobt der Krieg in der Ukraine. Laufend kommen Kriegsvertriebene nach Wien. Das Erstankunftszentrum in Hietzing schließt allerdings Ende Februar. Und nun steht offenbar auch das Ukraine-Community-Center von Train of Hope vor dem Aus, wie ORF Wien berichtet. Bis zu 400 Ukrainerinnen und Ukrainer kommen täglich hier her, um sich mit anderen Geflüchteten auszutauschen. Laut Train of Hope habe man dieses Jahr keine Förderung der Stadt bekommen, die Situation sei daher „brenzling", sagt Nina Andresen von der Hilfsorganisation zum ORF. Der Verein sucht daher zurzeit nach Spenderinnen und Sponsoren.


Am Freitag protestierten hunderte Menschen am Schottentor gegen den rechten Akademikerball in der Hofburg, an dem auch Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp teilnahmen. Heuriges Thema der Demo war der „Sozialabbau“. Wenn man die Sozialleistungen kürze, spalte das die Gesellschaft, sagte ein Sprecher der Offensive gegen Rechts. Und das befeuere wiederum die Rechten. Eine zweite Kundgebung, der „Budenbummel“, startete vom Urban-Loritz-Platz über die Zieglergasse zur Burggasse bis zum Schmerlingplatz.

Beide Proteste verliefen ruhig, die Polizei stellte einige Identitäten fest, weil Demonstranten gegen das Vermummungsverbot verstoßen hatten.


Vor Gericht

Bild von Soraya Pechtl
VON SORAYA PECHTL

„Das Schiff ist gesunken“

Am Freitag startete der Mega-Prozess gegen Mitglieder der Letzten Generation. Die ersten sieben angeklagten Aktivisten bekannten sich schuldig. 

„Es ist antidemokratisch, was hier passiert“, sagte einer der Demonstranten. Rund 30 Leute hatten sich am Freitagvormittag vor dem Wiener Straflandesgericht versammelt, eine Stunde bevor der Mega-Prozess gegen die Letzte Generation begann. Insgesamt sind 47 Personen angeklagt, das Verfahren wird aber in Blöcken abgefertigt (hier finden Sie einen Überblick). 

Am Freitag saßen Martha Krumpeck und sechs weitere Personen wegen Sachbeschädigung und schwerer Sachbeschädigung auf der Anklagebank. Zahlreiche Aktivisten waren gekommen, um sich mit ihnen solidarisch zu zeigen. Sie füllten die Reihen des Saals 401 bis zum letzten Platz. Entsprechend laut war es zu Beginn der Verhandlung. „Das ist keine Kaffeehaus-Veranstaltung", ermahnte die Richterin.

Großer Andrang beim Prozessbeginn gegen Mitglieder der Letzten Generation. (© FALTER/Pechtl)

Am ersten Prozesstag ging es um drei Farb-Aktionen

  • Im April 2023 besprühte Martha Krumpeck die Fassade des Bundeskanzleramts mit schwarzer Farbe, auch die Uniformen von zwei Polizisten sollen Farbe abbekommen haben. 

  • Im Oktober 2023 sprühten zwei Umweltschützer orange Farbe auf die Glasfassade des Landhaus St. Pölten, ein weiterer soll ein Wasserbecken grün eingefärbt und damit die anderen beiden bestärkt haben, so die Staatsanwaltschaft. 

  • Im Juli 2024 verschütteten vier Umweltschützer vor der Bordkartenkontrolle am Flughafen Farbe. 

„Jedem steht es frei, seine Meinung zu äußern“, sagte die Staatsanwältin. Die Forderungen der Aktivisten seien auch nachvollziehbar. Aber bei Sachbeschädigung ende die Versammlungsfreiheit. Das Motiv der Aktivisten spiele für die rechtliche Beurteilung keine Rolle. Auf der Anklagebank schüttelt Martha Krumpeck energisch den Kopf. 

„Sie haben aus Verzweiflung gehandelt“, entgegnete Verteidiger Paul Kessler. Seine Mandanten hätten Angst um ihre Zukunft, weil die Politik keine effektiven Maßnahmen gegen die Klimakrise setze. Sie hätten keinen anderen Ausweg gesehen. Zu den Taten bekannten sich sechs der Angeklagten schuldig – ein Pensionist, der als Beitragstäter geführt wurde, beantragte einen Freispruch (sein Verfahren wurde gestern ausgeschieden und wird im März fortgesetzt). Auch den Schaden würden sie ersetzen, teilweise haben sie das schon. Dennoch sind die Aktivisten und ihre Anwälte der Meinung, die Aktionen seien notwendig gewesen. 

„Ich hatte damals noch Hoffnung, dass wir die Gesellschaft aufrütteln können“, erklärte Martha Krumpeck ihr Vorgehen. Heute habe sie keine Hoffnung mehr. „Ich sehe keinen Grund mehr, meine Freiheit zu riskieren, das Schiff ist gesunken.“

Die Richterin verurteilte Krumpeck und eine weitere Angeklagte zu einer Geldstrafe in Höhe von 320 und 360 Euro. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Die übrigen vier bekamen eine Diversion und müssen Geldbußen leisten. Am 4. März geht der Prozess weiter.


Grätzelrundgang

Bild von Florian Holzer
VON FLORIAN HOLZER

Äußere Mahü, mittlerer Teil (1150)

© ARGE KARTO

Auch dieser Teil der äußeren Mahü scheint sich rasant zu entwickeln. Was man zum Beispiel am News Café festmachen kann. Voriges Jahr übernahm Marko Stevanovic, der schon an der Ottakringer Straße eine Lounge-Bar betreibt, verpasste dem Ecklokal ein sicher nicht billiges Dubai-Outfit inklusive Sportübertragungs-Flatscreens, enormer Frühstückskarte, Pizza, Tacos, Wiener Küche und natürlich Burger. Vielleicht tat er das, um dem Mariahilferbräu ein bisschen das Wasser abzugraben?

Diesem eher rustikal gehaltenen Beisl war es in den vergangenen Jahren durch geschickte Platzierung eines Plakat-Fahrrades vor dem Schloss Schönbrunn gelungen, viele Touristen an die äußere Mahü zu locken. Trip Advisors „Excellence“-Zertifikate an der Wand zeugen davon, aktuell wird gerade „technisch erneuert“, im März geht’s angeblich wieder los.

Die Bäckerei Schrott hingegen macht keine Pause, seit 141 Jahren nicht. Die Schrotts sind eine der letzten Familienbäckereien Wiens, Josef Schrotts Vater setzte schon in den 1990ern auf Bio-Brot. Sauerteig ist bei den Schrotts kein Modetrend, sondern seit 1885 Alltag.

Noch einmal Bräu gleich gegenüber: Dort eröffneten Georgia und Markus Schilling 2019 den Brauhof, ein Viersternehotel mit riesigem Bierlokal und Biergarten samt eigener Seminar-Brauerei.

Im äthiopisch-eritreischen Red Sea Eritrean Restaurant bekommt man Interessantes. Seit vier Jahren kochen Herr Efam und sein Team hier fantastische Ragouts, die mit Beilagen auf das palatschinkenartige Hirsebrot Injera drapiert und mit den Händen gegessen werden. Das ist arg gut, das ganze Lokal duftet nach Gewürzen. Highlight ist die Eritrea-Kaffeezeremonie mit Pfannenröstung bei Tisch, „genauso wie die äthiopische“, lacht Herr Efam, „nur halt mit Kaffee aus Eritrea“.

Den gesamten Grätzelrundgang mit allen in der Karte eingezeichneten Lokalen finden Sie hier.

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(c) Tobis Film

Timothée Chalamet brilliert in der aberwitzigen Komödie MARTY SUPREME

Nominiert für 9 Oscars®, u.a. in den Kategorien bester Film und bester Hauptdarsteller, kommt die unglaubliche Geschichte des Marty Mauser am 26.02. ins Kino. Mit einem hochkarätig besetzten Ensemble – darunter Gwyneth Paltrow, Tyler, the Creator, Fran Drescher und einer Meilenstein-Performance von Odessa A’zion als Martys Freundin – ist MARTY SUPREME so ungestüm und elektrisierend wie sein Held.


Frage des Tages

Wie alt sind die Wienerinnen und Wiener durchschnittlich bei ihrer Hochzeit?

1. Männer sind 33 Jahre alt, Frauen 31

2. Männer sind 36 Jahre alt, Frauen 34

3. Männer sind 40 Jahre alt, Frauen 38

Auflösung von Freitag: Die höchste Erhebung im Wienerwald ist der Schöpfl mit der Matraswarte auf 893 Höhenmetern (der Hermannskogel mit der Habsburgwarte ist mit 544 Metern nur die höchste Erhebung auf Wiener Stadtgebiet, die Jubiläumswarte am Gallitzinberg steht auf 449 Metern).


Events des Tages

Bild von Gerhard Stöger
AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER

Musik

1988 als Punkband gegründete, veröffentlichten die Supersuckers um Eddie Spaghetti (Gesang) und Dan „Thunder“ Bolton (Gitarre) in den 1990ern auf Sub Pop. Dem Grungesound, der das US-Label damals charakterisierte, wollten sie allerdings nicht entsprechen. Dafür waren sie zu gut drauf und pflegten zudem ein Faible für Rockgrößen wie CCR und ZZ Top. Heute sind Supersuckers alte Meister der gleichsam lässig wie energiegeladen bedienten Stromgitarre, die bescheidene Selbsteinschätzung lautet „größte Rock-’n’-Roll-Band der Welt“.

Chelsea, 20.00


Klassik

Aus der Überzeugung heraus, dass die Wiener Klassik im regulären Orchesterbetrieb zu oft an den Rand gerät, gründete der Dirigent und Geiger Rémy Ballot 2018 das Klangkollektiv Wien. Seither widmet sich das Ensemble Werken von Schubert, Mozart und Haydn – vertrauten ebenso wie selten gespielten. Ballot, in Paris geboren und seit über zwanzig Jahren in Wien zuhause, war selbst Mitglied der Wiener Philharmoniker. Nun dirigiert er sein Ensemble erstmals im Goldenen Saal, mit Mozarts „Figaro“-Ouvertüre, Haydns „Oxford“- und Beethovens „Eroica“-Symphonie. (Miriam Damev)

Musikverein, Großer Saal, 19.30


Buchtipp

Gisèle Pelicot & Judith Perrignon: Eine Hymne an das Leben

An ihrem ersten Tag vor Gericht wird Gisèle Pelicot alle überraschen. Ein Tross von Kameraleuten und Fotografen begleitet sie zum Gerichtsgebäude; alle gehen davon aus, dass an der Tür des Verhandlungssaales Schluss sein wird. Dass „die 200-fach vergewaltigte Frau“, wie es in Medien oft hieß, den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen werde, wie das fast immer der Fall ist: weil die Opfer sich so schämen. Als der Anwalt erklärt, Madame Pelicot wünsche einen öffentlichen Prozess, erstarren die 51 Angeklagten. Schreien. Es hilft ihnen nicht. Nun sehen alle, was sie mit der bewusstlosen Frau gemacht haben. Zehn Jahre lang hat ihr Mann die heute 73-jährige Französin immer wieder betäubt, vergewaltigt und fremden Männern angeboten. Und alles auf Videos festgehalten.

Am Dienstag erscheinen weltweit Gisèle Pelicots Memoiren. Die Leser begegnen darin einer Frau von ungeheurer Resilienz. Den Ursprung dafür sieht sie in ihrer Kindheit: Als Gisèle neun war, starb die Mutter; fortan lebte sie mit dem Gefühl, Schlimmeres könne nicht mehr passieren. Zugleich prägte sie die tiefe Liebe der Eltern füreinander und zu ihr. Ganz anders ihr Mann Dominique: Aufgewachsen mit einem gewalttätigen Vater, wurde der Bub einmal Zeuge, wie sein Vater seine gefesselte Mutter zur Fellatio zwang. Gisèle wollte mit dem versehrten jungen Mann die heile Familie neu erschaffen, die sie verloren hatte. Das ist brutal schiefgegangen. Und trotzdem ist Pelicots Geschichte voller Hoffnung. … (Gerlinde Pölsler)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at


Feedback

@ „Luxus für alle“ von Soraya Pechtl – Falter.morgen #1254

Ich kenne weder das Büro noch die Stadträtin, geschweige denn habe ich die umgesetzten Objekte bewusst wahrgenommen, meine Rückmeldung hat daher nichts mit den genannten Organisationen, Personen und Projekten zu tun – nur mit dem Instrument Architekturwettbewerb!

Fakt ist – und das weiß ich nach 35 Jahren Branchenerfahrung und Durchführung zahlreicher Ausschreibungsverfahren – wenn eine BauherrIn einer bestimmten BieterIn den Zuschlag erteilen möchte, dann funktioniert das relativ einfach, auch bei einem Wettbewerb, in dem die TeilnehmerInnen anonym auftreten mögen. abgesehen von der „Handschrift“ im Sinne einer bestimmten „Architektonischen Linie“ müssen beispielsweise nur Luftballone in eine Darstellung gegen den Himmel steigen und schon ist der Arbeit ein Stempel verpasst, den bei entsprechender Information an ein „aktives“ Jurymitglied die Darstellung „ent-anonymisiert“! Wer also möchte oder soll kann auch anonym auf unterschiedliche Art sein „branding“ hinterlassen – und das passiert sicher öfter als angenommen.

Armin Kubat, Geschäftsführer von kpp consulting gmbh


@ „Gottkomplex und Tscherfltaxi" von Viktoria Klimpfinger – Falter.morgen #1254

Ich bin ein großer Fan Ihrer Artikel, weil Sie eine so wunderbare Ausdrucksweise haben; und der Art Ihrer Artikel angepasst immer die richtige und passende Ausdrucksweise finden! Ich sitze oft in der U-Bahn und lächle vor mich hin – mal leise, mal kann ich mich nicht zurückhalten und es wird ein lautes Lachen, wenn ich Ihre so besonderen Artikel lese. Bei den ernsthaften Themen staune ich über die extrem gute Wortwahl. Bei den heiteren ziehe ich oft erstaunte Blicke über meine Heiterkeit in aller Frühe an.

Aber speziell die Hundstage sind einfach grandios; ich freue mich immer sehr auf Mittwoche und die Zeit der Lektüre in der U Bahn; mein Umfeld versteht den Hintergrund nicht für diese Vorliebe dieses Tages; ich natürlich schon!

Bitte weiter so!

Susanne Turecek


@ „Gesundheitsschaden“ von Soraya Pechtl – Falter.morgen #1252

Ich lebe in Niederösterreich, genauer im Waldviertel und bin immer wieder über die Aktionen der ÖVP erstaunt bis sehr verwundert und angewidert! 

Vielleicht möchte sie unter anderem davon ablenken, dass die Landesgesundheitsagentur mit Start 2026 einen Vertrag für Sekundärtransporte (Krankenhaus und dann weiter) mit den Johannitern abgeschlossen hat. Die Johanniter haben im ganzen Waldviertel keinen einzigen Standort! Die Patienten warten in den Waldviertler Krankenhäusern, vor allem Gmünd, da wird das Krankenhaus ja geschlossen und es wird nicht mehr allzu viel gemacht. Zuletzt soll eine 93-jährige sieben Stunden gewartet haben, um nach Zwettl (Entfernung keine 30 km) gebracht zu werden. 

Angelika Hirsch


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