Eine Stunde fünfzig Minuten: So wenig Zeit ist vergangen, bis wir kürzlich, in Graz gestartet, am Ufer des Ossiacher Sees aus dem Zug sprangen – dank der neuen Koralmbahn. Mir fiel Alexander van der Bellens fast bedauernder Satz nach seiner Premierenfahrt im Dezember ein: „Die Fahrt vergeht so g´schwind, man hat gar keine Zeit zum Zeitunglesen.” Nach der ersten Fahrt durch den Tunnel konnte ich kaum glauben, wie schnell wir in Klagenfurt einfuhren: nach 41 Minuten. Freilich hatte ich es gewusst, es fühlte sich aber unwahrscheinlich an – ein Leben lang war Kärnten sehr weit weg erschienen. Am Ossiacher See ging es mir erneut so, als ich mich auf der winzigen Bahnstation in St. Urban, kaum hundert Meter vom Wasser entfernt, wiederfand. Nur ein paar Schritte trennen die Gleise vom nächsten Hotel, Schilder leiten direkt vom Bahnsteig auf Wanderwege: in Richtung der Finsterbachfälle zum Beispiel (schattig und kühl!). Oder gleich auf den Gipfel der Gerlitzen. Noch vergangenen Sommer tuckerten meine Familie und ich auf dem Weg zum Faaker See fast drei Stunden allein bis Villach. Für den Weißensee war früher eine Halbtagesreise einzukalkulieren. Jetzt sind all die Kärntner Seen selbst für einen Wochenendausflug in Reichweite. Schon klar: Die meisten Leser*innen dieses Newsletters leben in Wien, da kommt also noch ein Stückerl dazu. Aber auch aus der Hauptstadt erreichen Sie den Ossiacher See schon in drei Stunden 55, den Klopeiner See schon in drei Stunden drei Minuten. Anfang 2030, wenn der Semmeringtunnel aufsperrt, geht es noch schneller; dann sind Sie schon in zwei Stunden 50 in Klagenfurt. All das, ohne im Stau zu stehen. Falls Ihnen für dieses Wochenende noch ein Plan fehlt (oder für die nächsten freien Tage oder den Sommer), dann habe ich ein paar Ideen für Sie. Gemeinsam ist ihnen, dass Sie damit vom Bahnhof ruck, zuck im Wasser oder auf dem besten Weg zu einem Berg sind. Sollten Sie zaudern, ob diese Ausflugs-Zugfahrerei wohl was G´scheites ist: Nicht auf ein bestimmtes Ziel versteifen und, wenn es dort vielleicht öffentlich wirklich zach hinzukommen ist, gleich den Hut drauf hauen. Lieber schauen, was denn schon alles geht: Denn das ist viel – und es wird rasant mehr. Viel entspannte Draußen-Zeit wünscht |
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Heute für Sie auf falter.at: Mal ganz ehrlich: Wie oft klingelt bei Ihnen der Paketbote? Wenn es mehr als zweimal ist, werden Sie es ab Oktober wahrscheinlich in der Brieftasche spüren. Da kommt nämlich die Paketsteuer. Zwei Euro pro Sendung will die Regierung von den großen Online-Händlern einheben, um das Budget zu entlasten. Klingt nachhaltig, schreibt Jürgen Klatzer. Ist aber vor allem planlos. Was für eine fragwürdige Entscheidung: Um Schulden abzubauen, verkauft Wiener Neustadt zwei Drittel seiner Gemeindebau-Wohnungen. Beispiele aus anderen Kommunen (etwa Berlin) zeigen, wohin das führen kann – zu Wild-West-Zuständen am Mietmarkt, denen die Politik nichts mehr entgegenzusetzen hat. Matthias Winterer ist der Sache nachgegangen und beschreibt den großen Ausverkauf. Bis dato hat die Katholische Kirche immer ein paar Jahrhündertchen gebraucht, um sich zu aktuellen Themen zu äußern. Papst Leo XIV. ist da schneller – er hat jetzt schon eine Enzyklika herausgeschossen, in der er sich mit der Künstlichen Intelligenz und ihren Gefahren beschäftigt. Eva Konzett hat sie gelesen und findet: Wir sollten auf den Papst hören. Und nicht auf Leute wie Peter Thiel. |
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Anzeige | | Wo lässt sich der Sommer schöner verbringen als am Wasser inmitten der Natur. Auch der zweite Band Wildbadeplätze präsentiert 100 Badestellen an einsamen Seen, bei klaren Gebirgsflüssen und versteckten Wasserfällen. Mit Karten, QR-Codes und genauen Wegbeschreibungen sind die Bücher nicht nur Inspirationsquelle, sondern auch ein praktischer Tourenbegleiter. Wer dem Alltag entfliehen und sich auf die Suche nach stillen, naturnahen Badeoasen in Österreich begeben will, findet hier eine Einladung zum Entdecken, Erfrischen und Genießen. faltershop.at |
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Kärnten 1: Neue Wander-App | Mit der Eröffnung der Koralmbahn ging auch eine neue App online: „Rail & Trail in Kärnten”. Hier können Sie ausgehend von Orten nach Wanderungen suchen und gleich die passenden Zugzeiten checken. Alle Wanderungen beginnen und enden an einem Bahnhof. Zum Teil sind es Rundwanderungen, zum Teil führen sie von einer Station zu einer anderen. Die Touren sind zwischen drei und 20 Kilometer lang, kleine Familienwanderungen finden sich also ebenso wie zweitägige Gipfeltouren. Die App enthält auch Features wie die Bergerkennung: Sie halten Ihre Handykamera in Richtung einer Bergkette und die gibt zum Beispiel Auskunft: Kleiner Frauenkogel, Kärntner Törl, Mittagskogel, Outschena, Schwarzkogel, Škrlatica. |
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Kärnten 2: Ossiacher See | Die S-Bahn fährt von Villach am Nordufer und am Fuß der Gerlitzen entlang. Zwei Wanderungen an dieser Strecke kann ich nach Erprobung empfehlen; beteiligt sind die Bahnhöfe Annenheim, St. Urban und Ossiach-Bodensdorf. Die Tour führt vom Bahnhof St. Urban über die Peterlewand hinauf zur Seppl Hütte (1.413 m) und endet am Bahnhof Ossiach-Bodensdorf (oder umgekehrt). Einmal wird Panoramablick über den See geboten, dann geht´s durch schattigen Wald und dann wieder über bunte Almwiesen (entdeckt: den orange leuchtenden Kalifornischen Mohn oder Schlafmützchen). Wer schon am Weg hungrig ist, kehrt beim Stofflwirt ein und isst auf der Seppl Hütte die Nachspeise. Diese Route bringt die Wanderer vom Bahnhof Annenheim zum Bahnhof St. Urban und ist auch an heißen Tagen eine gute Idee: Über weite Strecken geht´s durch den Wald, dazu gibt´s Wasserfälle in der Finsterbachschlucht sowie den Schleierfall, den Kessel- und den Finsterbachfall. Eidechsen, denen die vielen Besucher*innen schon egal sind, chillen auf den Steinen, darunter ebenfalls entdeckt: die seltene, blau-grün schimmernde Smaragdeidechse. Auf all diesen Wegen erinnern Wegweiser immer wieder: Du könntest auch gleich auf die Gerlitzen gehen! Direkt vom Bahnhof Annenheim rauf gelangt man mit diesem „Gipfelsturm auf die Gerlitzen” (zirka fünf Stunden). Von dort runter geht´s seit Ende Mai wieder mit der Sommerbergbahn. Danach abkühlen? Nur ein paar Gehminuten vom Bahnhof Annenheim entfernt liegen zwei öffentliche Bäder: das Gerlitzenbad und der Campingbeach. |
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Anzeige | | Naturexpedition durch NÖ Feldhäsin Lexi ist auf einer spannenden Mission: Ihr Freund, Feldhamster Arthur, ist verschwunden! Wo ist Arthur? Seine Spur führt mitten hinein in die faszinierende Natur Niederösterreichs. Gemeinsam mit Lexi entdecken Leser:innen geheimnisvolle Moore, sonnige Trockenrasen, wilde Flussufer und mystische Bergwälder bei Nacht. Mit liebevollen Illustrationen von Désirée Berghold-Wieser und Texten von Christian Raffetseder ist dieses Buch eine unterhaltsame und lehrreiche Expedition mit regionalen Ausflugstipps und spannenden Aufgaben zum Mitmachen für kleine Entdecker:innen ab 6 Jahren und ihre Familien. faltershop.at
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Noch mehr Seezugänge | Der auch bei Taucher*innen beliebte See ist vom Wiener Hauptbahnhof nur 41 Minuten entfernt (Bahnhof Neufeld/Leitha). Zum Ufer sind´s nur wenige hundert Meter. Von der Stadt Salzburg geht´s am schnellsten mit dem Regionalbus 150. Hier geht´s zum Rundwanderweg. Mehr Seen und Wanderungen in Salzburg, die sich mit der Bahn gut machen lassen: hier. Die öffentliche Anreise von Wien und öffentlich gut erreichbare Badeplätze finden Sie hier. Ab Graz ist man schon in 36 Minuten am Bahnhof Kühnsdorf-Klopeiner See. Ans endgültige Ziel geht´s mit dem Bahnhofshuttle. Hier in der Region Nockberge lassen sich Wandern und Schwimmen ideal kombinieren. Wege hat sich schon jemand ausgedacht, etwa den Slow Trail Südufer (knapp fünf Kilometer) oder den Via Paradiso (55 Kilometer, vier Etappen rund um den See, Start- und Zielpunkte mit Öffis erreichbar). Haben Sie noch weitere erprobte Tipps? Dann freue ich mich über Zusendungen an poelsler@falter.at ! |
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Riesiges Öffi-Bergtourenportal | Wer autofrei wandern will, für den ist die Seite „Bahn zum Berg” ein Eldorado. Der Verein liefert maßgeschneiderte Tourenvorschläge: Sie wählen den nächstgelegenen Verkehrsknotenpunkt aus und erhalten dann Touren, die von dort aus erreichbar sind. An- und Abreise lassen sich hier gleich mitplanen. Alles, was sich ab Wien anbietet, finden Sie etwa hier. Der Alpenverein Edelweiß stellt dazu auch seine Broschüre „Autofrei in die Wiener Hausberge“ zur Verfügung. Sehr praktisch ist der Newsletter: Jeden Donnerstag flattert er ins Postfach – mit Touren, die sowohl für Ihren Wohnort als auch zur Jahreszeit passen. Und es gibt auch Bücher zu kaufen: „öffi Touren Wien und Niederösterreich” ist schon länger im Programm, dasselbe für die Steiermark gibt´s ganz frisch. |
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33 Bahnreisen... | … durch Österreich und darüber hinaus stellt Othmar Pruckner in seinem Buch „Auf Schiene“ vor. Sie können es hier bestellen. Zum Interview mit dem Viel-Zugfahrer über die Koralmbahn und überraschend einfache Reiseziele: hier lang. |
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Die Mahner vom Brenner | „Das Wipptal in Nord- und Südtirol ist zur Drehscheibe eines europäischen Warenstroms geworden. Und der Brenner zu seinem Nadelöhr. Die Lkw aus den großen Häfen Europas – Antwerpen, Rotterdam, Bremerhaven, Hamburg – suchen den billigsten Weg nach Süden.” Doch das Tal ist schmal, die rechte Fahrspur fast permanent von Lkw blockiert, die linke von ungeduldigen Urlaubern. Am vergangenen Wochenende blockierte eine kleine Tiroler Grenzgemeinde die wichtigste Transitstrecke im Alpenraum. Warum es hier um eine europäische Grundsatzfrage geht, erklärt Lisa Hintner im aktuellen Falter. |
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Klimaschädliche Subventionen | Das Climate Change Center Austria (CCCA) kritisiert die Budgetpläne der Bundesregierung, die bei der Klimaforschung und bei Maßnahmen zur Anpassung an die Erderwärmung sparen will. „Wer heute kürzt, zahlt morgen doppelt”, so das Netzwerk führender österreichischer Forschungseinrichtungen. „Besonders absurd” seien die Sparpläne, soll sich doch bei den klimaschädlichen Subventionen kaum etwas ändern: Diese belasten das Budget mit jährlich etwa fünf Milliarden Euro. „Zum Vergleich: Das gesamte Einsparungsvolumen für das Doppelbudget 2027/28 liegt bei 5,1 Mrd. Euro.” |
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Fußball WM: Hitzschlag-Gefahr | Die Hitzeschutzmaßnahmen der FIFA für die Fußball-WM seien „unzureichend”, warnen Profifußballer und Forscher*innen. Vor allem bei der Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko könnten die Temperaturen in 14 der 16 genutzten Stadien gefährliche Werte überschreiten. Spielern droht der Hitzschlag, wie das Ärzteblatt berichtet. |
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Wanderfalken: Alle ausgeflogen | Vielleicht erinnern Sie sich an die Grazer Wanderfalken von der Herz Jesu-Kirche, denen Tausende Menschen via Livestream zuschauen? Inzwischen haben alle vier Jungvögel – Suso, Brigitte, Paul und Alfreda – erste Flugversuche unternommen. Alfreda ist beim ersten Ausflug zwar gleich einmal abgestürzt, passiert ist ihr aber nichts. Hier können Sie der Familie live ins Nest schauen, hier geht´s zum Wanderfalken-Tagebuch des Biologen Leander Khil. Beim Beringen der Küken haben ihn heuer die Vogelschützer von BirdLife begleitet, den Podcast dazu hören Sie hier. |
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Gewinnspiel | In wenigen Tagen findet die letzte FALTER Arena vor der Sommerpause statt. Thema: „Der Nahost-Krieg, das Öl und wir. Wie der Krieg im Iran den Nahen Osten verändert – und was das für Europa und Österreich bedeutet“. Es debattieren Journalist Karim El-Gawhary, der ehemalige Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber und der Komplexitätsforscher Peter Klimek sein. Katharina Kropshofer und Eva Konzett vom Falter moderieren. Musikalisch begleitet wird der Abend von von Alicia Edelweiss. Wann: Donnerstag, 18. Juni 2026, 19.30 Uhr Wo: Stadtsaal, Mariahilfer Straße 81, 1060 Wien Mit ein bisschen Glück können Sie unter diesem Link zwei Tickets für diesen Abend mit dem Falter gewinnen. |
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