In Wiens Kindergärten fehlen hunderte Pädagoginnen und Pädagogen: Wie konnte es dazu kommen? >> Wie gut ist das neue Wiener Klimagesetz wirklich? >> Holzers Grätzelrundgang in der Jörger & HernalserstraßeWetterkritik: 15 Grad, viel Sonne, nur wenig Nebel und etwas Wind. Ein wunderbarer Indian Summer.
Guten Morgen! Haben Sie Kleinkinder? Dann spüren Sie wahrscheinlich den akuten Personalmangel in den städtischen und privaten Kindergärten. Derzeit sind allein bei der Stadt 740 Pädagogen-Stellen offen. „Das ist ein Höchststand”, sagte Manfred Obermüller von der Gewerkschaft younion zum Falter.morgen. „So eine Situation gab es noch nicht.” Zusätzlich fallen gerade viele Elementarpädagogen wegen Krankenständen aus. Wie der ORF vorige Woche berichtete, trat an manchen Standorten deshalb wieder der Fünf-Stufen-Notfallplan aus Pandemiezeiten in Kraft. Was das für Eltern bedeutet und was die Gründe für den akuten Personalmangel sind, erzähle ich Ihnen gleich. Außerdem: Katharina Kropshofer analysiert das neue Wiener Klimagesetz, über das demnächst im Landtag abgestimmt wird. Und Florian Holzer nimmt Sie mit auf einen Grätzelrundgang nach Hernals. Einen schönen Start in die Woche wünscht Soraya Pechtl |
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EngpassIn Wiens städtischen Kindergärten fehlen 740 Pädagogen. Auch bei den Privaten sind hunderte Stellen unbesetzt. Krankenstände verschärfen die Situation. An manchen Standorten trat aufgrund des Personalmangels ein Notfallplan in Kraft. Wie konnte es so weit kommen? Erinnern Sie sich noch? Während der Coronapandemie mussten in den Spitälern hunderte Betten gesperrt werden. Der Grund war fehlendes Pflegepersonal. Zum ohnehin bestehenden Mangel kamen zahlreiche Krankenstände hinzu. In den Kindergärten war die Situation ähnlich. Viele Pädagoginnen und Pädagogen fielen aus, weil sie mit einer Virusinfektion im Bett lagen. Die MA 10 (Kindergärten) erarbeitete deshalb mit den Sozialpartnern einen mehrstufigen Notfallplan. Dieser wird auch jetzt wieder gebraucht. In den Kindergärten fehlen selbst ohne Krankenstände bereits hunderte Mitarbeiter. Die anrollende Corona- und Grippewelle verschärft die Lage. Übrigens auch in privaten Kindergärten. |
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Welche Maßnahmen werden nun getroffen? In einem ersten Schritt wird Personal von Standorten, die sich im selben Grätzel oder Bezirk befinden, umgeschichtet. Pädagoginnen und Pädagogen sollen dort eingesetzt werden, wo sie am dringendsten gebraucht werden. Hilft das nicht, werden nicht berufstätige Eltern gebeten, ihre Kinder früher abzuholen oder daheim zu betreuen. Das ist zum Beispiel im Bildungscampus Attemsgasse in der Donaustadt der Fall. Kinder, die der Kindergartenpflicht unterliegen (5-Jährige müssen bis zum Schuleintritt 20 Stunden pro Woche im Kindergarten betreut werden), sind davon nicht betroffen. „Ganz wesentlich ist es uns festzuhalten, dass jedes Kind, welches eine Betreuung benötigt, diese auch erhält”, heißt es von der MA 10. Reicht das auch nicht mehr, müssen Gruppen geschlossen werden. „Meines Wissens gab es noch keine Gruppenschließungen”, sagt Gewerkschafter Obermüller. Wie konnte es so weit kommen? Und was sind die Gründe für den Personalmangel? Pensionierungen
Die Elementarpädagogik ist nicht die einzige Branche, die von einem akuten Personalmangel betroffen ist (über den Lehrermangel haben wir Anfang der Woche berichtet). Ein Grund dafür ist, dass die Generation der Babyboomer gerade in Pension geht. Die nachfolgenden Jahrgänge waren weniger geburtenstark und können die Abgänge daher kaum auffangen. Abwanderung
Laut Gewerkschaft wandern viele Pädagogen in Wien in die umliegenden Bundesländer ab, allen voran nach Niederösterreich. Einen ähnlichen Trend gibt es auch bei Lehrerinnen und Lehren. Woran das liegt? Das kommt ein wenig darauf an, wen man fragt. Die ÖVP-nahe Lehrergewerkschaft FCG sieht die Gründe für die Abwanderung in den schlechten Arbeitsbedingungen in Wien. Der sozialdemokratische Gewerkschafter Obermüller und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) argumentieren anders: Viele kämen aus den anderen Bundesländern zum Studium nach Wien und würden später in ihre Heimat zurückkehren, wenn dort eine Stelle frei wird. Die Rahmenbedingungen
In Wien sind jeweils zwei Betreuer für 25 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren zuständig. Das ist so schon stressig, wenn dann noch Personal ausfällt, wird die Betreuung zu einer Herausforderung. Die Elementarpädagoginnen fordern schon seit Jahren einen besseren Betreuungsschlüssel (Anfang des Monats demonstrierte das Personal der privaten Kindergärten). Es bräuchte auch eine bundesweit einheitliche gesetzliche Regelung – derzeit sind die Gruppengrößen, Öffnungszeiten und Gehälter von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das Einstiegsgehalt für eine Elementarpädagogin bei den städtischen Kindergärten in Wien liegt bei 3.336 Euro brutto pro Monat. In den Privaten ist es deutlich niedriger. Um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, lagert die MA 10 etwa Reinigungsarbeiten an externe Dienstleister aus. Das soll die Assistentinnen und Pädagogen entlasten. Zudem will die Stadt mit einer Kampagne das Image der Elementarpädagogen und Assistenzkräfte verbessern. Wer sich für eine Ausbildung zum Elementarpädagogen interessiert, hat übrigens mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel können sich arbeitsuchende Wienerinnen und Wiener im Rahmen des Programms „Jobs PLUS Ausbildung" in vier Semestern zum Elementarpädagogen ausbilden lassen. Dazu gibt’s ein Ausbildungsgeld in der Höhe von 1450 Euro. |
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Falter Radio | Ungarn: Ist das Ende der Ära Viktor Orbán in Sicht? | | Ungarns Regierungschef bläst heftiger Gegenwind aus Brüssel ins Gesicht. 20 Milliarden Euro sind blockiert. Wie lange der autoritäre Nationalist die Isolation durchhalten kann, erklärt Budapest-Korrespondent Gregor Mayer im Gespräch mit Raimund Löw. |
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Analyse | | Neues Stadtklima?Die Stadt Wien hat ein Klimagesetz vorgelegt. Was taugt es wirklich? Es war eine sechsseitige Ansage: Weil der Bund es auch in fünf Jahren Koalition nicht geschafft hat, wolle man es einfach selbst in die Hand nehmen. „Wir brauchen dringend bundesgesetzliche Maßnahmen. Aber deshalb ist es umso wichtiger, dass wir das machen, was wir in Wien tun können" sagte Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) Mitte September bei einer Pressekonferenz. Immerhin gebe es seit mehr als 1.300 Tagen kein Klimaschutzgesetz in Österreich. Der Entwurf für das Wiener Klimagesetz wirkt auf den ersten Blick vielversprechend: Bis 2040, so schreibt es sich die Stadt selbst vor, will Wien klimaneutral werden. Wie genau, hatte sie schon vor zwei Jahren in einem Klimafahrplan präsentiert. Nun gibt es dazu passend eine „Festschreibung” der Maßnahmen, auf die sich die rot-pinke Stadtregierung geeinigt hatte: Eine Verbesserung der Kreislaufwirtschaft, zum Beispiel. Der Klimafahrplan muss laut neuem Gesetz alle fünf Jahre erneuert werden. Passiert das nicht, sollen das Umweltorganisationen und Personen mit Wiener Hauptwohnsitz ab sofort einklagen können. Die Begutachtungsphase ist nun vorbei, Organisationen konnten Stellungnahmen einbringen, bevor demnächst der Landtag darüber abstimmt. Und das ist der Grund, warum nun, einen Monat nach Veröffentlichung des Gesetzes, kritische Stimmen lauter werden. | | Neu im Gesetz ist auch ein Klimacheck für Bauvorhaben, deren Kosten 29 Millionen Euro übersteigen. Die Stadtstraße und andere bestehende Projekte sind davon nicht betroffen. (© APA/GREENPEACE/MATJAZ KRIVIC) | Zum Beispiel „Wir machen Wien”. Die zivilgesellschaftliche Organisation aus Stadtplanern und Mobilitäts-Aktivisten hat eine Stellungnahme mit Verbesserungsvorschlägen für die Stadtregierung vorgelegt. So steht im Gesetz etwa, dass bei Verfehlung der Klimaziele ein „Sofortprogramm” zur Nachbesserung erarbeitet wird. Soll heißen: Bürgermeister und amtsführende Stadträte kümmern sich um eine Lösung, die Evaluierung erfolgt also ausschließlich intern. „Wir machen Wien” sieht das kritisch. Und schlägt stattdessen einen unabhängigen Klima-Stadtrechnungshof mit fachlicher Expertise vor – ein Ergebnis eines Forschungsprojekts. Dazu heißt es aus dem Büro des Klimastadtrats: „Der Stadtrechnungshof Wien kann bereits jetzt Prüfungen nach eigenem Ermessen einleiten, so beispielsweise auch zu den Klimaagenden der Stadt Wien. Die Ergebnisse der Prüfberichte des Stadtrechnungshofs liegen entsprechend öffentlich auf.” Statt eines eigenen „Klima-Stadtrechnungshofs” gebe es drei beratende Boards mit Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaftsvertretern, Zivilgesellschaft, Sozialpartnerschaften und NGOs. Neu im Gesetz ist auch ein Klimacheck für Bauvorhaben, deren Kosten 29 Millionen Euro übersteigen; private Projekte sind nicht eingeschlossen. Und auch nicht die großen umstrittenen Baustellen der vergangenen Jahre: Denn Projekte, die sich in Planung befinden, betrifft die Neuregelung nicht – Auftritt Stadtstraße und Lobautunnel, die ewigen Sorgenkindern. Die Umweltorganisation Greenpeace hat der Stadtstraße im Sommer den Negativpreis „Österreichs Betonschätze” verliehen. Beim Lobautunnel hieß es vor zwei Jahren in einer Prüfung des Verkehrsministeriums: „Sowohl die verkehrlichen Ziele Wiens als auch die des Bundes können (durch den Bau des Lobautunnels, Anm.) nicht erreicht werden." Aus dem Büro des Klimastadtrats heißt es auf die Frage, ob die Stadt nun am Bau des Lobautunnels festhalte nur: „Tatsache ist, dass Wien wächst. Damit müssen wir umgehen und dafür müssen wir Infrastruktur schaffen. Die Alternative dazu hieße eine Zersiedelung im Umland von Wien, die nicht nachhaltig ist und jedenfalls mehr Verkehr verursacht.” Und das ist wohl der wahre blinde Fleck im neuen Gesetz: Eine Nachbesserung für den Verkehrsbereich wird hier nicht erwähnt. Obwohl die Stadt bis 2030 den Anteil des motorisierten Individualverkehrs auf 15 Prozent reduzieren will – und beim Pkw-Anteil momentan noch bei 26 Prozent steht. |
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Frage des Tages | Im Spätsommer 1848 stürmte eine aufgebrachte Menge das Café im Volksgarten und verwüstete es. Was war der Grund für den Aufruhr?Ein Gerücht, dass dort gepanschtes Bier ausgeschenkt wird Ein Vortrag über die Evolutionstheorie Ein Treffen von Frauen, die über Politik und Gleichberechtigung diskutieren wollten
Auflösung von Freitag: Der Satz „Hollah! Habsburg! Was ist los?“, der Ende des 19. Jahrhunderts in Wien für Furore sorgte, stammt aus einem von Kaiserin Elisabeth verfassten Schmähgedicht (nicht aus einem Pamphlet der neu gegründeten Sozialdemokratischen Partei oder aus einem Kabarettprogramm). Es war Sisis Reaktion auf das skandalöse Verhalten von Erzherzog Otto, der bei einem Saufgelage die Porträts des Kaiserpaares aus dem Fenster warf und seine Saufkumpane in das Schlafzimmer seiner Gattin führen wollte. |
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Im Grätzel | Jörger & Hernalserstraße (1170) | | Illustration: ARGE KARTO | Auf den beiden parallel verlaufenden und sich am Elterleinplatz vereinigenden Straßen tut sich seit einiger Zeit – zumindest gastronomisch – eine ganze Menge. Dort ist zum Beispiel das Vox Libri, eine Kombi aus Buch-Antiquariat und Café. Die Mehlspeisen sind hausgemacht, der Kaffee ist von der erstklassigen Kleinrösterei Fürth. Youkhana „Johan“ Ishak bietet in seinem Johans Küche „assyrische“ Speisen, die nach traditionellen Rezepten seiner Familie zubereitet werden. Im 1001 Nacht ist die beste Wahl die sogenannte „Wunsch-Platte“, auf der man sich mehrere Gerichte arrangieren lassen kann, entweder nach eigenem Wunsch oder auf Empfehlung der Küche. Im Gasthaus Zum Lercherl von Hernals wird auf Wiener Tradition gesetzt, etwa hausgemachte Blunze, geselchte Zunge, gebackenes Hirn oder Mangalitza-Karree. Eine Überraschung dann ein paar Häuser weiter: Da findet sich nicht nur ein kleines Teegeschäft namens Tea please, das Sortiment besteht aus Bio-Tees kleiner Farmen. Besonders stolz ist Betreiber Okon auf einen Grüntee aus Uji, den der Onkel seiner Frau anbaut. Und schräg gegenüber machte die burgenländische Gemüsebäuerin Helene Ziniel vor drei Jahren eine Filiale ihres großartigen Bauernladens Helene (Kettenbrückengasse) auf. Man bekommt hier so ziemlich alles, was man braucht, auch das großartige Bier aus Kobersdorf. Und dann ist da die Cucina Ballerini vom Sizilianer Riccardo Ballerini. Highlight ist der sizilianische Thunfisch – roh, gebraten, als Sugo, als Antipasto, alles super. Ein paar passende Weine gibt’s auch und die Atmosphäre ist charmant chaotisch und locker. Den ganzen Grätzelrundgang von Florian Holzer mit allen in der Karte erwähnten Lokalen finden Sie hier. |
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Event des Tages | | AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER |
| Musik/PopUnter dem augenzwinkernden Titel „Danzermania“ wird alljährlich im Oktober des großen österreichischen Songwriters Georg Danzer (1946–2007) gedacht. Auf der Bühne steht dabei seine ehemalige Band; den Gesang übernehmen Freunde, Weggefährten und Kollegen. Fokussieren ähnlich gearteten Veranstaltungen oft nur auf die Hits der Verblichenen, schürft „Danzermania“ stets tiefer und ruft auch weniger bekannte Stücke in Erinnerung. Orpheum, 19.30
Musik/KlassikWie spannend Musikvermittlung sein kann, beweist die Konzertreihe Close Up. Unter dem Motto „Musik nah und neu“ erfährt das Publikum, wie ein neues Stück entsteht und wer jene Menschen sind, die es zur Aufführung bringen. Dieses Mal widmet sich das Ensemble Reihe Zykan + der Humorforschung. Gibt es so etwas wie lustige Musik überhaupt? Werke von Maria Gstaettner, Otto Waalkes oder Kurt Schwertsik sowie Neuvertonungen der „fake-German speech“ und der „Friedensrede“ aus Charlie Chaplins „Der große Diktator“ geben Antwort darauf. (Miriam Damev) Das Muth, 19.30 |
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Buch | Francesca Melandri: Kalte Füße Wer die Alpini kennt, die Gebirgsjäger des italienischen Heeres mit der Prunkfeder am Hut, der kann in etwa nachvollziehen, warum sie im Zweiten Weltkrieg von den sowjetischen Truppen als Hühner beschimpft wurden. Eine Zeit lang retteten sich die Hühner vor einem Gegenschlag, indem sie die feindliche Seite mit schaurigem, täuschend echtem Wolfsgeheul auf Abstand hielten.
So hat es der Alpini-Offizier und Journalist Franco Melandri seinen Töchtern erzählt, und dass bei solchen Kindergeschichten die Kriegsgräuel außen vor blieben, liegt auf der Hand. Familienlegenden dieser Art ließen den Vater als mutigen Davongekommenen erscheinen, als listigen Odysseus. Als „anständigen Faschisten“. Wobei die Sache mit dem Faschismus gänzlich aus dem Fokus geraten war.
Mit ihrem Roman „Alle, außer mir“ (2018) wurde Francesca Melandri international bekannt. Auch in diesem weit ausholenden Familienepos ging es um die Macht kollektiver Mythen, um die italienische Kolonialgeschichte – und um einen Vater, der keine Auskunft mehr geben kann, als ein äthiopischer Flüchtling behauptet, zur Familie zu gehören. Ihr jüngstes Buch „Kalte Füße“ dagegen ist kein Roman, sondern ein Gattungsgrenzgänger aus Memoir, Zeit-Kommentar und erinnerungspolitischem Essay. … (Jutta Person) Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at |
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Feedback | Danke für Ihren wichtigen Beitrag zu den Integrationsklassen! Ich fürchte, die gibt es nur, damit autochthon österreichische Schüler nicht mit migrantischen „Underdogs" zusammen kommen müssen. Dabei könnten sie einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis leisten. Wir Sprachlehrer:innen haben längst die praktische Erfahrung gemacht, dass voneinander mehr und leichter Alltagskommunikation gelernt wird als in der trockenen Theorie. Deshalb gibt es ja das verpflichtende Kindergartenjahr als – auch – sprachliche Vorbereitung auf die Schule. Hanna Halenka
Der Leserbrief von Herrn Rudolf Glanz hat bei mir für große Frustration gesorgt. Speziell ist es die tendenziöse Sprache, die mich stört: „missionieren“, „Klimakleber“, „Museumsschänder“, „Acht-Prozent-Sekte“... Herr Glanz weist zu Recht auf die Bedeutung von verständnisvollen Gesprächen im eigenen Umfeld hin, so weit hat er meine volle Zustimmung. Wer sich allerdings eines solchen Vokabulars bedient, zeigt, dass er zumindest mit Blick auf die Klimakrise keine offene, faktenbasierte Einstellung hat und sich somit auch bei verständnisvollen Gesprächen schwer tun wird. Und natürlich wird laut Herrn Glanz das weltweite Klimaproblem nicht in Österreich gelöst werden, dieser gängige Logikfehler entspricht genau dem von mir kritisierten Sprachgebrauch. Manya Ghahremani Wäre schön, würde man Herrn Glanz zumindest mitteilen, dass, würde das Problem tatsächlich so vielen unter den Nägeln brennen, es sich nicht um eine "8%-Sekte" sondern eine 80% Bevölkerungsmehrheit handeln, die weder eine ÖVP noch eine FPÖ mit ihrer diesbezüglich verantwortungslosen Haltung wählen würde, egal wie viel die ihnen von Migration vorschwafeln und vor Steuern für das oberste Prozent „schützen“. Außerdem: Das brennende Problem wird auch von Österreich mit-verursacht, und zwar im doppelten Ausmaß, als unserem globalen Bevölkerungsanteil entspräche und es ist fraglich, wer unseren Anteil übernehmen möchte, wenn wir selbst zu faul, zu arrogant, zu weit rechts oder nur zu blöd sind, das selbst zu tun. Martin Ebenhöh
Vielen Dank für diesen - und auch alle anderen - informativen Newsletter! In diesem speziellen hätte man noch hinzufügen können, dass LGBTIQ-Menschen in diesen palästinensischen Gesellschaften, für die sich die Villa ja ganz offensichtlich stark macht, brutaler Verfolgung - bis hin zu Ermordung - ausgesetzt sind, und dass Schwule und Lesben aus den palästinensischen Gebieten, so es ihnen möglich ist, nach Israel fliehen, wo sie frei von Verfolgung leben können. Es lässt einen schon manchmal sprachlos zurück. Jens Kornacker Das klingt schlimm. Alles wird durcheinander gemixt. Aggressiv. Ich hoffe sehr, dass der Verein, der ausgezogen ist, rasch wieder eine Unterkunft findet. Ich werde das Lokal leider nicht mehr besuchen können. Susanne Jerusalem |
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