Ich kann nicht der Einzige sein, der sich ehrlich auf heuer gefreut hat. 2026, das Jahr, in dem wir der Volkswirtschaft Beine und die Inflation vergessen machen. Das Jahr, in dem sich Kriege erschöpfen und Demokratien erwachen. In dem wir die Digitalmogule zähmen und uns die KI zunutze machen.
Dieses 2026 hat genau eine Woche gebraucht, um mein kindliches Vertrauen kurz und klein zu schlagen. Irgendwer muss das Update falsch eingespielt haben, dieses Jahr spinnt, vielleicht kann man es noch umtauschen gegen das gebrauchte 2025. Ich würde auch ein 2019 im Scheunenfund-Zustand nehmen, das Video aus Ibiza war lustig. Sollten Sie heute frisch aus dem Skiurlaub oder von einer Karibikreise heimgekommen sein (ausgenommen Venezuela) – das Jahr 2026 hat sich wie folgt vorgestellt:
Donald Trump ließ den venezolanischen Diktator Nicolás Maduro entführen und gibt unumwunden zu, dass ihn die opulenten südamerikanischen Erdölreserven zu dem Entschluss brachten.
Sturmtief Elli zieht über Europa.
Als Nächstes, sagt Trump, will er seinen Appetit auf Grönland stillen, die militärische Flugbahn zwischen Russland, Europa und Amerika findet er unter seiner Kontrolle am besten aufgehoben.
Engpass bei Bioeiern durch Vogelgrippe und Feiertage.
Chinas Präsident Xi Jinping spielt bei der Partie Risiko mit, er probte schon die totale Blockade der Insel Taiwan und fand in seiner Neujahrsansprache Platz für den Satz: „Die historische Strömung zur Wiedervereinigung des Landes ist unaufhaltsam.“
Gefahr: Vorarlberger Eiszapfennaturspektakel gesperrt.
Ein Beamter des US-Einwanderungsamts erschoss im Süden von Minneapolis eine Frau, die in ihrem Honda Pilot einen Einsatz der ICE-Behörde blockieren wollte.
Eingeschränkter Betrieb der S80.
Die Bildmanipulations-Befehle in Elon Musks KI-Service Grok haben derzeit vor allem einen Zweck zu erfüllen: abertausende Frauen und Minderjährige digital zu entkleiden und entwürdigen.
Symphoniker starten im Konzerthaus formschwach ins neue Jahr.
Im syrischen Aleppo feuern Truppen der islamistischen Übergangsregierung mit Artillerie durch die kurdischen Stadtviertel.
Skeleton: Flock verliert Führung im Gesamtweltcup.
Der iranische Staat schießt wieder in den Straßen auf sein Volk, weil es sich herausnimmt, nach Freiheit zu rufen. Bis heute, Sonntag, starben mehr als 100 Demonstranten, über 2000 wurden ins Gefängnis oder sonstwo hin verbracht.
Ich kann nicht der Einzige sein, der sich dieses Wochenende vorsätzlich von Zeitungen und Nachrichtenseiten ferngehalten hat. So, liebe Weltenlenker, war das nicht vereinbart. Mit eurem schlechten Benehmen habt ihr mich zur Flucht in einen frisch gelegten Premium-Zugang der Qualitätsfernsehen-Institution RTL gezwungen.
Zwischen Tüll und Tränen ist die Welt noch in Ordnung und so ein probiertes Brautkleid lässt sich bei Nichtgefallen schnell wieder auf den Haken hängen. Mein Streaming-Abo bei RTL läuft ein halbes Jahr lang – danach bekommt 2026 eine zweite Chance.