Rundschreiben des Bildungsministeriums sorgt für Aufregung bei Lehrerinnen und Lehrern >> Stadtrechnungshof: Wie städtische Unternehmen Aufträge vergeben ohne sie auszuschreiben >> Grätzelrundgang: äußere Mariahilfer Straße, the Outer DistrictsWetterkritik: Heute wird es mild (13 Grad), aber bewölkt. Die Sonne kann sich ruhig eine kleine Pause gönnen, wir haben am Wochenende ausreichend Vitamin D getankt.
Guten Tag! Im Dezember hat der Nationalrat ein Kopftuchverbot an Schulen für unter 14-Jährige beschlossen. Vorige Woche hat das pinke Bildungsministerium ein Rundschreiben verschickt, das die Umsetzung des Verbots regelt. Und unter den Lehrkräften gibt es einige Kritik daran. Warum, erzähle ich Ihnen gleich. Außerdem: Soraya Pechtl hat sich zwei Berichte des Stadtrechnungshofs zur Vergabepraxis der Wiener Stadtwerke und der Wien Holding angeschaut. Und Florian Holzer nimmt Sie noch einmal mit auf einen kulinarischen Rundgang auf die äußere Mariahilfer Straße. Einen schönen Tag wünscht Nina Horaczek
Heute für Sie auf falter.at:Lesen Sie gerne kluge Kolumnen? Dann haben wir heute drei Tipps aus dem aktuellen Falter für Sie: „Auf persönlicher Erfahrung gestützt ist die Beobachtung, dass es so gut wie ausschließlich Frauen sind, die manchmal doch zur leserbrieflichen Ermahnung es Kolumnisten neigen und Kritik an dessen fragwürdiger Themenwahl, charakterlichen Mängeln oder weltanschaulichen Verfehlungen üben.“ Klaus Nüchtern nimmt Kritik an seinen Kolumnen natürlich ernst. „Ein Idiot hat mir geholfen, als ich unlängst im Wald auf der Suche nach den ersten Anzeichen von Frühling war. Der Idiot hatte sein zerknülltes Marlboro-Packerl am Wegrand entsorgt, und direkt daneben entdeckte ich, was ich suchte: einen, dann noch einen kleinen Scharlachroten Kelchbecherling.“ Doris Knecht schätzt Pilze, auch wenn sie nur bedingt essbar sind. „Der Schnee auf den Straßen der Wienerstadt ist weitgehend weggeschmolzen zugunsten eines grausigen Gatsches. Ich finde mein Auto wieder, das jetzt viel zu weit vom Gehsteig wegsteht. An der Windschutzscheibe ist eine Karte mit einem Esel drauf angebracht mit dem Spruch ,You park like an ass’.“ Heidi List weint diesem Winter keine Träne nach.
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„Absolut überschießend”Lehrerinnen und Lehrer sollen ab September die Einhaltung des Kopftuchverbots kontrollieren. Tun sie das nicht, drohen rechtliche Konsequenzen. „Wir müssen jetzt Kopftuchpolizei in unseren Klassen spielen”, schreibt eine Lehrerin empört dem Falter und schickt das Rundschreiben des Bildungsministeriums zum Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren mit. Das hat ihr oberster Chef, Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos), rausschicken lassen. Das Gesetz tritt erst im September in Kraft. Das Bildungsministerium hat aber schon vorigen Freitag mitgeteilt, was es sich von ihnen erwartet: Sie müssen ab nun jeden einzelnen Verstoß gegen das Kopftuchverbot unverzüglich der Schulleitung melden. Das Bildungsministerium weist extra darauf hin, dass in jedem Fall Meldung erstattet werden müsse. Sonst drohen rechtliche Konsequenzen bis hin zu einer strafrechtlichen Verurteilung. Die Ankündigung derart massiver Sanktionsmaßnahmen in einem Rundschreiben ist äußerst ungewöhnlich. Drücken Lehrkräfte ein Auge zu und suchen sie erst einmal das vertrauliche Gespräch mit der Schülerin, sei dies ein Verstoß gegen das Dienstrecht. „Persönliche Meinungen, religiöse Argumente oder politische Bewertungen sind nicht Teil des Gesprächs", schreibt das Bildungsministerium vor. „Die Schule setzt um, sie entscheidet nicht." |
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| Ab September dürfen Mädchen unter 14 Jahren in der Schule kein Kopftuch mehr tragen. (© APA/HERBERT NEUBAUER) |
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„Ich halte die Diktion des Bildungsministers für absolut überschießend”, sagt auch Paul Kimberger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer. „Laut diesem Rundschreiben droht pragmatisierten Kolleginnen und Kollegen ein Disziplinarverfahren wenn sie einen Verstoß gegen das Kopftuchverbot nicht unverzüglich melden. Bei Vertragslehrerinnen und -lehrern müsste die Behörde über eine Sanktion entscheiden.” Diese könne von einer Ermahnung bis hin zur Entlassung reichen. Geahndet werden soll künftig ausschließlich das „Kopftuch, welches das Haupt nach islamischen Traditionen verhüllt”. Andere religiöse Kopfbedeckungen wie etwa die traditionelle Kopfbedeckung, die bei Anhängern der Sikh-Religion schon von Buben getragen wird oder auch die jüdische Kippa, die bei orthodoxen Juden auch die Buben auf dem Kopf haben, sind von dem Verbot nicht betroffen. Man kann davon ausgehen, dass sich bald der Verfassungsgerichtshof mit der Frage beschäftigen wird, ob dieser Fokus auf Musliminnen gegen die österreichische Verfassung verstößt. Damit wirklich jede Lehrerin und jeder Lehrer weiß, was Mädchen in der Schule nicht auf dem Kopf tragen dürfen, schickte das Bildungsministerium als Beilage C auch ein Merkblatt über „Typische Formen und Stufen der Verschleierung nach islamischen Traditionen” mit. Darin werden vom Hijab bis zur Burka acht verschiedene Verhüllungsarten angeführt. Nicht dabei ist der auch unter muslimischen Frauen gerne verwendete Turban. „Es war und ist nicht die Absicht des Bundesministeriums, gegenüber Lehrkräften Druck aufzubauen”, sagt ein Sprecher von Bildungsminister Wiederkehr. Vielmehr sollen die Hinweise die bestehende Rechtslage verdeutlichen „und Lehrkräfte in ihrer Rolle stärken”. Ziel sei, die gesetzlichen Vorgaben in einem wertschätzenden und professionellen Rahmen umzusetzen. „Das Wohl des Kindes steht immer im Mittelpunkt”, heißt es aus dem Ministerium. Das Kopftuchverbot wird auch nicht während der gesamten Unterrichtszeit gelten: Auf Wandertagen, beim Schwimmunterricht außerhalb des Schulgebäudes, auf Skikursen oder während der Landschulwoche dürfen auch Mädchen, die jünger als 14 Jahre sind, ihr Haupt verhüllen. Auch bei Schulausflügen, etwa ins Museum, dürfen die Mädchen ein Kopftuch aufsetzen. Es sei jedenfalls eine Zumutung für die Lehrerinnen und Lehrer, dass die Politik ein weiteres Mal die Lösung eines Problems, „das sie selbst nicht mehr lösen kann oder will”, nämlich jenes der religiösen Radikalisierung, wieder an die Schulen abschiebe, „und dann lässt man die Lehrerinnen und Lehrer bei der Umsetzung praktisch alleine”, kritisiert Kimberger. „Es gibt an den Schulen gar keine oder viel zu wenig Schulpsychologie und Schulsozialarbeit.” Doch genau die bräuchte es laut Kimberger, um jenen Mädchen, die tatsächlich von der Familie gezwungen werden, schon sehr früh ein Kopftuch aufzusetzen, wirklich helfen zu können. |
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Stadtnachrichten | Gestern demonstrierten hunderte Menschen in der Wiener Innenstadt, um die „Revolution im Iran“ zu unterstützen. Sie schwenkten iranische, israelische und amerikanische Fahnen. Auf Transparenten war „Free Iran“ zu lesen. Israel und die USA hatten am Samstag den Iran angegriffen, um einen Regimewechsel zu erzwingen. Der iranische Machthaber, Ajatollah Ali Chamenei, wurde dabei getötet. „Wir freuen uns, dass diese diktatorische Person getötet wurde, und wir hoffen auf einen Regime-Change im Iran“, so eine Demonstrantin zur APA. Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) sagte: „Der Tod von Ajatollah Ali Chamenei öffnet ein Fenster für die iranische Bevölkerung, die viel zu lange unter dem brutalen Mullah-Regime gelitten hat.“ Jetzt müsse die Gewaltspirale enden, damit der Nahe Osten endlich zu Stabilität und Frieden finde.
Meist sind es Männer, verkleidet in Mozart-Kostümen, die vor der Oper und am Stephansplatz, Tickets für Klassikkonzerte verkaufen. Immer wieder gäbe es Beschwerden Wien über die aufdringlichen Mozartverkäufer. Die Stadtregierung will den Ticketverkauf deshalb ab Mai auf bestimmten Plätzen wie dem Graben, der Kärntner Straße, dem Stephansplatz und dem Herbert-von-Karajan-Platz vor der Oper verbieten.
In Wiens Gemeindebauten treiben sich Detektive herum und zwar im Auftrag von Wiener Wohnen. Sie sollen herausfinden, ob Gemeindewohnungen illegal untervermietet werden. Die Zahl der Verdachtsfälle ist im Vorjahr aber zurückgeganegn, 2024 waren es noch 127, 2025 nur mehr 52. Es wurden auch weniger Mietverträge wegen illegaler Untervermietungen gekündigt (2025 waren es 12, 2024 noch 70). Manche Fälle sind aber noch gerichtsanhängig.
In zehn Bezirken legen die Wienerinnen und Wiener über die Hälfte ihrer Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Laut einer Analyse der Mobilitäsorganisation VCÖ ist die Innere Stadt – wenig überraschend – Spitzenreiter, im ersten Bezirk gehen die Bewohner 71 Prozent der Wege zu Fuß oder nehmen das Rad. Auf Platz zwei liegen Mariahilf und Neubau mit je 62 Prozent. Auf Platz drei landet die Leopoldstadt mit 58 Prozent (hier fahren aber besonders viele Menschen mit dem Rad). Am wenigsten Fußgänger und Radlerinnen gibt es in der Donaustadt, dort liegt der Anteil der zurückgelegten Wege bei 31 Prozent.
Über das 14-jährige Mädchen, das vorige Woche eine Frau am Friedhof Baumgarten erstochen haben soll, wurde U-Haft verhängt. Es bestehe Tatbegehungsgefahr, teilte das Landesgericht für Strafsachen mit. Am 12. März soll über eine mögliche Verlängerung entschieden werden. |
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Stadtgeschichten | | Kein VergleichDer Stadtrechnungshof hat sich die Auftragsvergabe der Wien Holding und der Stadtwerke genauer angeschaut. Und einige Mängel festgestellt. Die Wien Holding hat rund 3.600 Mitarbeiter, zahlreiche Unternehmen zählen zu dem städtischen Konzern: der Hafen Wien, die Vereinigten Bühnen Wien oder die Wien Holding Arena Projektentwicklungsgesellschaft. Die Wien Holding ist eine öffentliche Auftraggeberin und als solche müsste sie sich an die Vorgaben des Bundesvergabegesetzes halten. Aber das tut sie nicht immer, wie ein aktueller Bericht des Stadtrechnungshofs zeigt. Die Wien Holding GmbH – also die Gesellschaft, die den Konzern leitet – gab zwischen 2017 und 2024 insgesamt 5,7 Millionen Euro für Beratungsleistungen aus. Das entspricht rund der Hälfte der Summe, die alle Unternehmen des Konzerns zusammen ausgaben. Abseits vom Bundesvergabegesetz gab es im Konzern keine internen Regelungen für Beschaffungen. Laut dem Gesetz mussten Aufträge bis zum Jahr 2025 ab einem Wert von 100.000 Euro ausgeschrieben werden (im Vorjahr wurde der Schwellenwert erhöht). | | Der Stadtrechnungshof hat die Wiener Stadtwerke (im Bild die Konzernzentrale im Orbi Tower) und die Wien Holding unter die Lupe genommen. (© Wikimedia/ Herzi Pinki – Eigenes Werk) | An ein Unternehmen vergab die Wien Holding GmbH einen Auftrag, der knapp unter den 100.000 Euro lag (99.000 Euro). An ein anderes Unternehmen wurden fünf Aufträge mit einem Gesamtwert von 205.000 Euro über einen Zeitraum von vier Jahren direkt vergeben. Die einzelnen Aufträge unterschritten den Schwellenwert zwar, aber laut Stadtrechnungshof handelte es sich um ein „Gesamtvorhaben“ und „eine gleichartige Dienstleistung“. Warum die Projekte gesondert vergeben wurden? Unklar. Sie wären jedenfalls zusammenzurechnen gewesen, die Direktvergabe war daher nicht zulässig. Es ist nicht der einzige solche Fall. Die Vereinigte Bühnen Wien GmbH hat drei Aufträge an eine Firma direkt vergeben, deren Wert insgesamt 203.000 Euro entsprach. Alle hatten denselben Leistungsgegenstand, sie wären aus Sicht des Rechnungshof daher ebenfalls zusammenzuzählen gewesen. Und wieder war die Direktvergabe unzulässig. Geprüft hat der Rechnungshof auch die Aufträge der Wiener Stadtwerke – zu ihnen zählen die Wien Energie, die Wiener Linien und die Wiener Netze. Aber nur die Wiener Linien und die Wiener Netze sind öffentliche Auftraggeberinnen, die Wien Energie ist das nur im Bereich der Fernwärme (das hat ein Rechtsgutachten der Stadtwerke festgestellt). Die Wiener Netze haben fünf Jahre in Folge ein Unternehmen mit Social-Media-Beobachtung beauftragt, der Gesamtwert der fünf Aufträge: 346.800 Euro. Wieder war der Stadtrechnungshof der Ansicht, dass dies eine unzulässige Direktvergabe war. Außerdem hätten die Wiener Netze bei einer derart langfristigen Tätigkeit überlegen müssen, ob sie die Beobachtung der sozialen Medien nicht selbst machen. Grundsätzlich sollten die Stadtwerke und die Wien Holding interne Ressourcen nutzen und keine externen Firmen beauftragen, so der Rechnungshof. Oftmals haben die anderen Unternehmen auch keine Vergleichsangebote eingeholt oder geprüft, ob der Preis angemessen war. Das Kontrollorgan bezweifelt, dass die Unternehmen wirtschaftlich vorgegangen sind. |
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Grätzelrundgang | | Äußere Mahü, the Outer Districts | | © ARGE KARTO | Das Buchcafé Melange ist deshalb so großartig, weil Romana Ledl seit zehn Jahren für Nachschub an zeitgenössischer Literatur, Espresso der Rösterei Carlo Ruffinelli und selbst gebackenem Kuchen sorgt. Vorigen September übersiedelte sie ihr Buch-Café von der Reindorfgasse an die Mahü. Wie schon zuvor bietet sie ein breites Sortiment an kroatischer, bosnischer, serbischer und türkischer Literatur, hier eher Kinderbücher und klassische Unterhaltungsliteratur. Kroatisches Bier hat sie übrigens auch. Das Platzerl vor der Postfiliale ist zweifellos der charmanteste Flecken an der äußeren Mahü. Von der Sonne geküsst ist es der einzige Flecken, der den Menschen gehört, nicht dem Verkehr. Ideal für ein kleines Café mit Schanigarten, das Gota vor neun Jahren auch noch war, sich 2022 dann dramatisch vergrößerte, auch hinsichtlich des Erfolgs. Die moderne Cafeteria mit selbst geröstetem Kaffee und selbst gebackenem Kuchen wurde 2025 zum drittbesten Kaffeeladen der Welt und bestem Coffeeshop Europas gewählt. Im Gust-Ro kauft die rumänische Community Wiens Lebensmittel gegen das Heimweh, etwa Chips mit Fotos von Fußballspielern drauf, Kekserln, rumänische Weine, Bier in 2,5-Liter-Flaschen, den bemerkenswerten Cascaval sowie ein beachtliches Sortiment an unterschiedlichen Specksorten. Der Würstelstand, den Christian Lange hier – fernab von Hochfrequenz – betreibt, ist selbst malerisch und Lange ein überaus liebenswerter Mensch, er führt mit dem Marchfelder Storchenbräu auch ein wirklich rares Bier und lässt sich Wurstkreationen nach den eigenen Vorstellungen bei Fleischhauereien machen. Legendär seine Bio-Mangalitza-Bratwurst mit Grana-Stückchen, auch die Pferde-Debreziner kann sich sehen lassen, die panierte Käsekrainer mit Rahmgurkensalat ist sogar eine Reise wert. Den gesamten Grätzelrundgang mit allen eingezeichneten Lokalen finden Sie hier. |
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Frage des Tages | Wie viele Menschen in Wien haben ein römisch-katholisches Religionsbekenntnis (Stand 2021)?1. 600.000 2. 890.000 3. 1,3 Millionen Auflösung von Freitag: 2024 gab es in Wien rund 600.000 Kongressteilnehmer (nicht 400.000 oder 200.000) |
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Event des Tages | | AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER |
| KunstDie Albertina besinnt sich auf ihr ureigenes Genre: Die Ausstellung „Faszination Papier“ holt nicht nur Meisterzeichnungen und Druckgrafiken aus einem halben Jahrtausend zusammen, sondern auch spezielle Exponate wie Architekturmodelle, Farbschablonen oder Kupferstiche zu Spielkarten aus dem Depot. Unter den zeitgenössischen Werken stechen skulpturale Arbeiten hervor. Die Auswahl ist generell gelungen, dazu bietet die Ausstellung auch Mitmachspaß – so kann sich das Publikum etwa auf eine Rampe vor Anselm Kiefers XL-Grafik legen und dessen Sternenhimmel via Spiegel an der Decke betrachten. (Nicole Scheyerer) Albertina, 10.00 bis 18.00 (tgl., bis 22.3.) |
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Buchtipp | Stefan Sommer: Partypeople DJing war einst eine Kunst, bei der Handwerk, musikalisches Wissen und Improvisation ineinandergriffen. Heute werden Star-DJs für ihr bloßes Erscheinen auf der Bühne und das Anstecken eines USB-Sticks gefeiert. Die Vanitas seiner Arbeit hat den globetrottenden Protagonisten von „Partypeople“ in eine Krise gestürzt. Das Leben zwischen Sterneküche, anderen Genussmitteln, Insta-Reels und den Privatpartys von Tech-Milliardären -es ist ein hartes! Ironie off: Stefan Sommer ist ein famoser Kurzroman geglückt, der sich wie ein Update von Bret Easton Ellis liest. Er liefert treffende Beschreibungen der Auswüchse unserer verrückten Gegenwart. Und mit Fortdauer der Handlung entwickelt er ein Herz. Unter der zynischen Oberfläche ist „Partypeople“ eine schöne Erzählung über Trauer, Freundschaft und die Suche nach Liebe. (Sebastian Fasthuber) Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at |
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Gedicht des Monats | Es gibt idyllischere Orte. Auch in meinem Kopf. Trotzdem bin ich oft hier. Sommer und Winter. Regen und Schnee. Zwischen zwei Seiten. Nur selten treffe ich jemanden. Den Kiebitz auf Durchreise. Die blaue Schwertlilie, bevor sie in ein anderes Bild wechselt. Das Wiesen-Schaumkraut, die Dotterblumen sind immer noch pünktlich. Und was einmal Neuland war, lebendig unter den Fingerkuppen, ist heute nur mehr in der Vorstellung zugänglich. Vertraut, aber versiegelt. Kein Atem mehr. Über die alten Koordinaten – jetzt Auffahrt – legt sich eine neue Schicht
Asphalt | | © Julia de Nicola | Barbara Pumhösel, geb. 1959 in Neustift bei Scheibbs (NÖ). Lebt, schreibt und übersetzt im Arno- und im Erlauftal. Sie ist Mitglied des Literaturkreises PODIUM, der IG AutorInnen und der Compagnia delle poete, arbeitet für den ORF. Sie bekam unter anderem den Anerkennungspreis für Literatur des Landes Niederösterreich 2011, Premio Pippi 2012 (Bologna) und Premio Arcipelago itaca 2016 (Lyrikpreis). Das Gedicht stammt aus dem Buch „Wortnester. Gedichte. keiper lyrik“ Das Gedicht des Monats wird von der poesiegalerie kuratiert. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Lyrik aus Österreich einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf www.poesiegalerie.at finden sich Rubriken wie „Gedicht des Tages“, Lyrikrezensionen und Werkstattgespräche. Jeden November veranstaltet sie ein mehrtägiges Lyrikfestival in Wien. Sie ist auch auf Facebook und Instagram aktiv. |
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Feedback | Vielen Dank fürs Teilen dieser Eindrücke. Das animiert mich, endlich dem Café einen Besuch abzustatten. Bei einem Punkt musste ich allerdings sehr schmunzeln. Hierzulande würde wohl auch kaum jemand Kaffee zum Wiener Schnitzel oder zum Schweinsbraten trinken. Und bezüglich henkelloser Tasse: Auf YouTube findet man etliche Videos, die einem die (tatsächlich recht einfache) Handhabung eines Gaiwan erklären. Ich würde diesbezüglich Gong Fu Tea| Cha empfehlen (in der Hoffnung, dass sich dadurch mehr Leute für ostasiatischen Tee begeistern lassen). Gerhard Weissböck
Die Leute, die in der Öffentlichkeit rücksichtslos sind, gehören zurechtgewiesen. Ich finde diese und andere Formen der Rücksichtslosigkeit sehr ärgerlich. Einen kleinen Trost gibt es: Ich stelle mir vor, die nervenden Mitmenschen seien bezahlte Provokateure; von Gott angestellt, damit er feststellen kann, wie es um die Zivilcourage der Wiener Bevölkerung steht. Franz Kraßnitzer
Die Kampagne der Wiener Linien finde ich super. Mir geht das laute Telefonieren anderer (am besten noch mit Video) auch auf die Nerven. Vor Kurzem habe ich ein niedliches Video gesehen, wo Kinder im Kindergarten üben, wie man sich richtig in Bus oder Bahn verhält – z.B. Aufstehen bei Schwangeren oder älteren Menschen. Verkleidet mit Kissen unterm Bauch oder aufgeklebtem Schnauzbart haben sich die Kiddies dann gegenseitig geholfen, z.B. beim Hinsetzen usw. Das darf man gerne auch laut anschauen in der Bim! ;) Josefine Biedermann |
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