Gestern öffnete das Notquartier für Ukraine-Flüchtlinge in Döbling >> Prozessstart in der Causa Wienwert >> Wo befinden sich die heiligen Hallen und die Blutgasse, Frau Andrea?Wetterkritik: Die Sonne bleibt hartnäckig, die Kälte auch. -3 bis 0 Grad sollen es werden – also: Handschuhe nicht vergessen!
Guten Morgen! Immer wieder lieferten sich Stadt Wien und Bund in den vergangenen Monaten ein Hin und Her. Der Grund? Die Sparmaßnahmen. Die Leidtragenden? Die Vertriebenen aus der Ukraine, die in Österreich Schutz suchen. Das vom städtischen Fonds Soziales Wien finanzierte Ankunftszentrum am Schloßberg in Hietzing wird schließen, dann gibt es für sie in ganz Österreich keine Erstanlaufstelle mehr. Gestern öffnete daher ein Notquartier in einer Pfarre in Döbling. Wir waren zu Besuch. Außerdem startete gestern der Wienwert-Prozess, Soraya Pechtl berichtet vom ersten Prozesstag. Und Frau Andrea betritt mit uns die heiligen Hallen und die Blutgasse. Einen schönen Tag wünscht Viktoria Klimpfinger |
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„Die Ersten können kommen” Gestern öffnete das Notquartier für Vertriebene aus der Ukraine in Döbling. Das Ankunftszentrum am Hietzinger Schloßberg soll schließen. Und dann? Dunkelgrüne Feldbetten stehen im Festsaal der Pfarre in Döbling in Reih und Glied. 20 haben Elisabeth Gotsmy und ihr Team aufgebaut, auf 30 könne man aufstocken, aber dann würde es „eng und kuschelig” werden. Auf jedem Bett liegt frisch verpackte Einweg-Bettwäsche. Neben jedem Bett steht ein Holzsessel, auf jedem Holzsessel liegt eine kleine Süßigkeit. „Betthupferln”, sagt Gotsmy und lächelt. Sie ist eine der Freiwilligen der Pfarre Franz von Sales, die das Notquartier hier organisieren und betreuen. Seit gestern steht die Unterkunft in der Kaasgrabenkirche Vertriebenen aus der Ukraine offen. Eigentlich sollte ihre erste Anlaufstelle das von der Volkshilfe betriebene Ankunftszentrum am Hietzinger Schloßberg sein. Aber seit 8. Jänner wird hier niemand mehr aufgenommen – außer natürlich, es handelt sich um Notfälle. Dass die Stadt das letzte verbliebene Ankunftszentrum für Ukraine-Flüchtlinge schließt, hatte sie bereits im Herbst 2025 verkündet (mehr dazu hier). Wien könne die Verantwortung nicht mehr alleine schultern, man erwartete sich Unterstützung vom Bund. Der Bund verwies wiederum auf die Zuständigkeit der einzelnen Bundesländer für die Erstversorgung der Vertriebenen aus der Ukraine. Eine Pattsituation, die bis heute andauert. |
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Nach wie vor kommen aber 1.200 Menschen pro Monat aus der Ukraine nach Österreich, heißt es von der Caritas. Sie haben in Österreich Anspruch auf Grundversorgung und somit auf einen Platz in einem entsprechenden Grundversorgungsquartier. Das Notquartier soll also lediglich eine Überbrückung für die ersten Tage sein – einen bis drei Tage soll es dauern, bis die Betroffenen in eine entsprechende Unterkunft vermittelt werden. Bis dahin können sie in der Pfarre in Döbling schlafen, duschen und essen. Vermittelt werden sie hierher von der Caritas oder privat. „Bei uns haben sich auch viele Ukrainer gemeldet, die sich untereinander vernetzt haben”, sagt Gotsmy. Die Schränke am Kaasgraben sind voller Lebensmittel, die gespendet wurden. Für Frühstück, Mittag- und Abendessen ist also gesorgt. In der Küche köchelt ein Sugo vor sich hin. Die Freiwillige, die immer wieder umrührt, ist ausgebildete Ärztin und kann die Flüchtlinge medizinisch beraten. Denn solange die Menschen nicht in der Grundversorgung sind, sind sie auch nicht sozialversichert, haben also keinen Zugang zum Gesundheitssystem. Bedarf es einer intensiveren Betreuung, vermittelt sie die Caritas an entsprechende Stellen. Das gilt generell: Alles, was die Freiwilligen nicht schaffen, übernimmt die Caritas selbst. Keine einfache Aufgabe, besonders in Zeiten, in denen die Stadt auch im Sozialbereich einspart. „Seit Dezember ist der Andrang in den Wärmestuben und Kleiderausgaben stark gestiegen”, sagt Katharina Renner von der Caritas Wien. Sie koordiniert die Notquartiere mit den Pfarren, ähnlich wie die Wärmestuben für obdachlose und armutsbetroffene Menschen. Ein erstes habe es bereits in der Machstraße gegeben, so Renner, aber nachdem der Betrieb am Schloßberg noch lief, wurde es nicht in Anspruch genommen. Wie viele Menschen ihren Weg tatsächlich zur Kaasgrabenkirche finden werden, wissen die Freiwilligen noch nicht. Sie haben sich vorsorglich ein Dienstrad eingeteilt, damit immer jemand vor Ort ist. „2015 haben wir auch Notquartiere gemacht. Da wussten wir, es kommen sicher Leute und es kommen viele”, sagt Gotsmy. Der Unterschied zur jetzigen Situation ist, dass viele, die aus der Ukraine kommen, in Wien ohnehin gut vernetzt sind und privat unterkommen. „Schauen wir mal, wie es wird”, sagt Elisabeth Gotsmy gestern. „Wir haben mal vorgekocht. Die Ersten können kommen.” Zwei Wochen bleibt das Notquartier vorerst hier, dann übersiedelt man mit Sack und Pack zur Pfarrkirche Krim, dem zweiten Standort der Pfarre Franz von Sales, ebenfalls in Döbling. Zumindest für die Woche der Semesterferien, weil da keine Veranstaltungen im Pfarrsaal stattfinden. Und dann? „Dann gibt es weitere Pfarren, die im Bedarfsfall bereit sind zu helfen. Aber wir hoffen, dass das Problem bis dahin gelöst ist”, sagt Renner und meint damit den Kompetenzstreit zwischen Bund und Stadt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. |
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Scheuba fragt nach | … bei Lisz Hirn | | Florian Scheuba berichtet in dieser Folge über Geschäftspartner russischer Mafia-Bosse, Weltkriegsdrohungen und Karin Kneissls hierzulande unterschätzte Wichtigkeit. Mit der Philosophin Lisz Hirn spricht er über dunkle Aufklärung, die Suche nach dem Anti-Philosophen und Gernot Blümels radikal kritische Erkenntnistheorie. |
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Stadtnachrichten | Markus Rumelhart, SPÖ-Bezirksvorsteher von Mariahilf, tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück. Rumelhart leidet an einem Burn-Out und ersuchte um die Entbindung von seiner Funktion. Seine Stellvertreterin Julia Lessacher soll ihm nachfolgen. Lessacher stand den Bezirk zuletzt interimistisch vor. Rumelhart war von 2014 bis 2026 Vorsteher des sechsten Bezirks. „Als jüngster Bezirksvorsteher Wiens und als erster offen homosexueller Bezirksvorsteher war er Vorbild, Mutmacher und Gestalter zugleich“, schrieb die SPÖ Mariahilf auf Instagram.
Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) kündigte gestern an, die Elementarbildung in Wien neu aufstellen zu wollen. Erst kürzlich deckte der Stadtrechnungshof weitere Fälle von Fördermittelmissbrauch in Wiener Privatkindergärten auf (hier mehr dazu). Laut Emmerling soll es weiterhin strikte Kontrollen geben. Ab März soll zudem das Fördersystem modernisiert werden. Außerdem soll es Kürzungen von Fördermitteln geben, wenn die Kindergartenträger sich nicht ausreichend um den Spracherwerb der Kleinen kümmern. |
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Vor Gericht | „Polemik“ und „Rufschädigung“Gestern begann der Prozess zur Mega-Causa Wienwert. Elf Personen stehen wegen schweren Betrugs, Untreue oder Verletzung des Amtsgeheimnisses in Wien vor Gericht. Anwälte, Unternehmer, amtierende und ehemalige Politiker nahmen gestern auf der Anklagebank im Saal 401 des Straflandesgerichts in Wien Platz. Elf Personen müssen sich in den kommenden Tagen im Mega-Prozess zur Causa Wienwert verantworten. Die Vorstände der Immobiliengesellschaft Wienwert Stefan Gruze, Nikos Bakirzoglu und Wolfgang Sedelmayer sollen Anleger getäuscht, betrogen und sich selbst bereichert haben. Dadurch sei über die Jahre ein Schaden von 41 Millionen Euro entstanden. Aber nicht nur auf der Anklagebank wurde es eng. Journalisten und Kamerateams warteten vor dem Verhandlungssaal insbesondere auf zwei Männer: Karl Mahrer und Ernst Nevrivy. Der rote Bezirksvorsteher Nevrivy und der ehemalige Wiener ÖVP-Chef Mahrer sind in der Causa ebenfalls angeklagt. Nevrivy soll dem Wienwert-Vorstand Stefan Gruze Insider-Infos verraten haben. Gruze habe dadurch einen für sich lukrativen und für die Wiener Linien nachteiligen Grundstücksdeal in der Attemsgasse abschließen können. „Ohne Ernst Nevrivy wäre dieser Grundstücksdeal nicht zustande gekommen“, so die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Nevrivy habe dadurch sein Amtsgeheimnis verletzt. Im Gegenzug soll er unter anderem VIP-Fußballtickets bekommen haben. | | Im Hintergrund: Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ), im Vordergrund: Karl Mahrer und seine Frau. (© APA/GEORG HOCHMUTH) | Mahrer und seiner Frau wirft die WKStA Untreue vor. Die Wienwert überwies der PR-Agentur von Mahrers Frau über sieben Monate insgesamt 84.000 Euro, ohne eine werthaltige Gegenleistung zu bekommen, so die Anklage (worum es genau geht, lesen Sie hier). Am ersten Prozesstag kamen aber weder Mahrer, Nevrivy noch ein anderer Angeklagter zu Wort (von den Angaben zu ihrer Person abgesehen). Die Zeit reichte dafür nicht. Zwei Stunden lang trugen zwei Anwälte der WKStA die Anklage vor – allein die Anklageschrift hat über 300 Seiten, der Akt über 300.000. Die Verteidiger erwiderten am Nachmittag. Norbert Wess, Anwalt von Stefan Gruze, wies die Vorwürfe großteils zurück und kritisierte ein vom Gericht eingeholtes Sachverständigengutachten zur Vermögenslage der Wienwert als „unsachlich" und „polemisch“ – ähnlich argumentierten auch die Verteidiger von Sedelmayer und Bakirzoglu. Gruze habe versucht, die Wienwert zu sanieren. „Er war überzeugt, dass das gelingen kann“, sagte Wess. Aber er scheiterte. Mehr als ein unternehmerischer Misserfolg sei das nicht gewesen. In zwei Punkten werde sich sein Mandant aber geständig zeigen. „Der Vorwurf der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen ist richtig“, so Wess. In seiner Euphorie habe er „das Gas zu schnell durchgedrückt“, zu viele riskante Projekte gleichzeitig realisieren wollen und dadurch zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens beigetragen. Auch zum Vorwurf der Korruption werde sich Gruze „tatsachengeständig verhalten“, sagte Wess. Was das konkret heißt, blieb gestern noch offen. Bakirzoglu und Sedelmayer werden sich nicht schuldig bekennen. Nevrivys Verteidiger Volkert Sackmann bestritt die Vorwürfe gegen den Politiker ebenfalls. Er sprach von „Rufschädigung“. Die Informationen zur Attemsgasse seien spätestens seit 2016 öffentlich bekannt gewesen, das Mail mit dem Aktenvermerk zur Attemsgasse sei an zahlreiche Personen gegangen, nicht nur an Nevrivy. Und wäre das Mail mit dem Aktenvermerk vertraulich gewesen, hätte es Nevrivy kaum von seiner SPÖ-Mailadresse versendet. Für das Eröffnungsplädoyer von Mahrers Verteidiger reichte die Zeit nicht mehr. Am Freitag wird die Verhandlung fortgesetzt. |
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Frage des Tages | Emilia war im Jahr 2025 der beliebteste weibliche Vorname in Wien. Wie viele Eltern gaben ihren Kindern im Vorjahr diesen Namen?1. 60 2. 80 3. 120 Auflösung von gestern: Vorige Woche sind die Wiener Gewässer großflächig zugefroren (auch die fließenden). Ein für Wien eher ungewöhnliches Ereignis, das zuletzt 2017 auftrat (nicht im Jahr 1995 oder im Jahr 2001). |
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Event des Tages | | AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER |
| Vortrag/DiskussionNoch bis zum 1. Februar sieht man in der Sonderausstellung „Wer hat die Hosen an?“ im Weltmuseum die wohl älteste Hose der Welt. Die Rede ist vom sogenannten „Turfanmann“, benannt nach dem Fundort, Turfan, im Westen Chinas. Die archäologische Entdeckung bietet Antworten auf Fragen zum früheren Alltag und zur kulturellen Entwicklung. Bei der Podiumsdiskussion „Beinkleid-Geschichten von Ötzi bis Turfanmann“ treffen einander heute Museums- und Archäologie-Expertinnen zu einem Austausch über das Erzählpotenzial von archäologischen Funden. (Nahla Hamula) Weltmuseum Wien, 18.30 |
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Buchtipp | Oliver Rathkolb: Ökonomie der Angst Haben wir bereits 1914? Mit dieser provokanten Frage beschäftigt sich der Historiker Oliver Rathkolb in seinem neuen Buch „Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters". Darin zieht er historische Parallelen und zeigt Unterschiede auf zwischen der Epoche vor dem Ersten Weltkrieg und der Jetzt-Zeit. „Das Szenario aus 1914, in eine total sinnlose militärische Konfrontation oder ein anderes globales Vernichtungsszenario zu taumeln, ist durchaus eine realistische Option", formuliert der langjährige Vorstand und Professor des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien offen und erschreckend direkt. Als Ursache für diese Krisenstimmung nennt er die „Erste und Zweite Turboglobalisierung", aktuell geprägt von KI, digitaler Revolution und dem Kampf der Großmächte. Gegenwärtig nehmen Konflikte zu, autoritäre Systeme breiten sich aus und populistische und rechtsnationalistische Parteien gewinnen an Zuspruch, was seriöse Umfragen zeigen. Die Gesellschaft wird „kriegstüchtig" gemacht, Existenzängste werden bestärkt. Es gibt Ähnlichkeiten zur Aufwiegelung der Bevölkerung vor dem Ersten Weltkrieg, auch wenn von einer Gleichsetzung mit aktuellen Entwicklungen nicht gesprochen werden kann. Vergleichen heißt eben nicht Gleichsetzen. … (Margaretha Kopeinig) Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at |
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Fragen Sie Frau Andrea | Blutgasse und heilige HallenLiebe Frau Andrea, manchmal denke ich, die Wiener neigen besonders zu Rache und Revanche. Zum Beispiel wenn ich höre: Der kommt no’ in mei Gass’n. In welche Gasse, bitte schön? In die Blutgasse, die es ja in Wien wirklich gibt? Andererseits kennt man in den von Sarastro besungenen heil’gen Hallen die Rache nicht. Kann man ausschließen, dass die in Wien sind? Mit besten Grüßen Ihr Mirko Burijan | | In den heiligen Hallen gibt es keine Rache. (© hurk auf Pixabay) | Lieber Mirko, Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder, Komponist und Librettist der 1791 erstaufgeführten „Zauberflöte“, haben in Figuren und Plot der Oper freimaurerisch-aufklärerische Motive verarbeitet. Die masonische Forschung interpretiert Mozarts letzte Oper als Kampf zwischen Licht (Aufklärung) und Finsternis (selbstverschuldete Unmündigkeit) und verortet die Identität des Lichtspenders Sarastro im damaligen geistigen Haupt der Wiener Freimaurer, in dem Mineralogen, Geologen und josephinischen Hofrat, dem Freiherrn Ignaz von Born. Sarastro, Vertreter edelsten Menschentums, und seine Priester sind die Vorkämpfer von Weisheit, Schönheit und Stärke gegenüber dem von der Königin der Nacht personifizierten Reich der Finsternis und des Aberglaubens. Mozart hatte in der Wiener Loge „Zur neugekrönten Hoffnung“ Emanuel Schikaneder, den späteren Autor des Librettos, kennengelernt. Auch der deutsche Tänzer, Schauspieler, Jurist, Polarforscher und Mineraloge Karl Ludwig Giesecke, von dem Anregungen zum Textbuch stammten, gehörte Mozarts Loge an. Bei den heiligen Hallen, in denen es keine Rache gebe, wie Sarastro in der berühmten Arie singt, ist wohl an den Tempel der Freimaurer zu denken beziehungsweise an seine Vorhallen und Begleiträume. Vorbild für diesen architektonisch-spirituellen Raum ist der Tempel Salomos. Sarastros heilige Hallen dürfen im Sinne Ihrer Fragen (zumindest von mozartinisch-schikanederesker Seite) in Wien verortet werden, wenngleich die masonische Forschung von einer baldigen lokalen Eintrübung der postulierten Idealverhältnisse berichtet. Auch die Gasse, in die ein Übelwicht sprichwortgemäß irgendwann komme, darf in Wien verortet werden. Nicht notwendigerweise muss es die Blutgasse sein. Mittlerweile stehen auch Aufgeklärten subtilere Methoden der Rache zur Verfügung. Literatur etwa. Sie erreichen Frau Andrea unter dusl@falter.at |
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