Am Samstag und Sonntag pilgern hunderte Wienerinnen und Wiener zu den Weinbergen: Wir stellen Ihnen die besten Heurigen vor >> Die Highlights des re:pair Festivals im Wiener MuseumsQuartier >> Lokalkritik: Sanatorium Bar >> Architekturkritik: Haus UrwalekWetterkritik: Die Sonne verteidigt ihren Standpunkt vehement, wird aber doch von Wind und Regenschauern vom Sockel gestoßen. Ab und zu blinzelt sie aber auch am Nachmittag durch bei bis zu 18 Grad.
Guten Morgen! Die Biertische wackeln, vor dem Dixi-Klo warten Menschen. Rundherum ranken die Rebstöcke, unten ist die Stadt zu sehen. Aus einer kleinen Holzhütte reichen die Kellner flaschenweise Wein und Liptauerbrote. Jeden Herbst entdeckt eine Stadt, die ihren Weinbau lange als folkloristisches Überbleibsel behandelte, ihre Hügel wieder. Mit großem Durst. Am kommenden Wochenende findet wieder der alljährliche Weinwandertag statt, heuer zum 20. Mal. Vergangenes Jahr pilgerten 30.000 Menschen auf den Hauptrouten in Döbling, Stammersdorf, Ottakring und Mauer. Die Weinberge sind auch Naherholungsgebiet, ein Platzerl Erde, auf dem man sich gern aufhält. Das ist die eine Geschichte. Die andere geht so: Seit Jahren sperren traditionelle Familienbetriebe zu. Allein in Döbling gab es 1960 noch 300 Heurige; heute sind es weniger als 40. In ganz Wien gibt es nur mehr knapp 100. Während die Gaststuben der Heurigen verschwinden, zieht es tausende Menschen in die Weingärten. Denn die Heurigenszene erfindet sich neu – indem sie zu ihren Ursprüngen zurückkehrt: zur Buschenschank. Wie kam es dazu? Und wer sind die interessantesten Player? Mehr dazu lesen Sie gleich. Eine Langversion mit allen Tipps finden Sie hier online und im gedruckten Falter. Außerdem: Soraya Knabel gibt Tipps zum anstehenden re:pair-Festival im Wiener MuseumsQuartier. Und Architekturkritiker Maik Novotny hat sich das Haus Urwalek angeschaut. Einen schönen Tag wünscht Florian Holzer
Umfragetief und Ablösegerüchte/ Ist die Regierung echt so schlecht wie ihr Ruf? Christian Stocker, Andreas Babler und Beate Meinl-Reisinger rufen den „Herbst der Ergebnisse“ aus und hoffen auf einen Befreiungsschlag. Nur machen da die Wähler wohl nicht mit, analysierten Jürgen Klatzer und Eva Konzett. FPÖ und Israel als ziemlich beste Freunde: Wie koscher ist Herbert Kickl? Die Verbrüderung mit israelischen Ultraradikalen ist nicht die einzige blaue Doppelbödigkeit, kommentiert Nina Horaczek. Wenn es der FPÖ-Chef wirklich damit ernst meint, den Antisemitismus zu bekämpfen, muss er in seinen Reihen aufräumen. In Gmunden entsteht statt Wohnraum die nächste Luxus-Zweitwohnsitz-Hölle. Der Bürgermeister versprach Wohnungen und ein Hotel. Jetzt will der Immo-Konzern Soravia stattdessen sündteure Ferienappartements in Premium-Lage bauen. ÖVP und FPÖ machen dabei die Leiter, berichten Nina Horaczek und Matthias Winterer.
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Wie der Wiener Heurigen wieder hip wurdeAm Wochenende ist Weinwandertag in Wien, Tausende werden durch die Rebzeilen wandern und feststellen: die traditionellen Buschenschanken sind zurück – mit alten Traditionen, aber ganz modern Ob in Mariahilf, Meidling, beim Hundsturm, am Grünen Berg oder in Penzing: Einst wuchsen hier überall Rebstöcke. 1784 hatte Kaiser Joseph II. erlaubt, Wein auszuschenken. Die Buschenschank war geboren, der Weinbau boomte. Um die Jahrhundertwende professionalisierte er sich – und wurde bald zum Kulturgut: Wienerlieder besangen das Vierterl (wie in Paul Hörbigers „Das muss ein Stück vom Himmel sein“), in der Zwischenkriegszeit entdeckte das Kino den Heurigen, die Bilder zogen massenhaft Touristen in die Wiener Weinhügel. Es lief so gut für die Winzer, dass die Wirte protestierten. Schließlich schränkte der Staat 1939 die Weinbauern ein: Sie durften keine warmen Speisen mehr verkaufen. So wurde aus dem Unterschied zwischen bäuerlicher Buschenschank und gewerblichem Heurigen ein rechtlicher, hier eigener Wein und kalte Brote, dort zusätzlich Backhendl und Bier. Das gilt bis heute: Eine Buschenschank muss zu einer Landwirtschaft gehören, der Begriff „Heuriger“ ist nicht geschützt. Jeder Gastronomiebetrieb darf sich so nennen. Ab den 1970ern verwandelte der Bustourismus die Heurigenszene. Zwei Stunden Massenabfertigung in kitsch-rustikalen Heurigenrestaurants, die Seligkeit vorgaukeln, aber ein Vollprogramm von Hauerjause bis Kaiserschmarren bieten, dazu Kellnerinnen im Dirndl. Die neue Generation hält es lieber wieder kleiner – und zieht an ungewöhnliche Orte. Jutta Ambrositsch und Marco Kalchbrenner etwa. Sie veranstalten seit 20 Jahren die Buschenschank in Residence. Die beiden sind Weinbauern eines modernen Typs, beide ursprünglich aus der Werbebranche, ohne eigenen Keller und Traktor. Die Bewirtschaftung der vier Hektar Weingärten in Döbling und Stammersdorf machen sie selbst, manchmal kaufen sie Hilfe zu. |
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| Weniger ist mehr in der neuen Heurigenkultur: Buschenschank auf der grünen Wiese bietet der Biohof Nr. 5 in Stammersdorf (© Katharina Gossow) |
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Die Weine reifen in Kellern von Partner-Winzern. Sie sind individuell – genau das, was Sommeliers in New York oder Stockholm gerade in Gläser füllen wollen –, etwa 80 Prozent der Produktion werden exportiert. Bei ihrem Heurigen gehen die beiden ihren eigenen Weg: Sie mieten sich in aufgelassene Lokale ein und erhalten sie so am Leben. Zuerst zogen sie in den ehemaligen Kult-Heurigen Bacher im 500 Jahre alten Kamaldulenserhof in Sievering, dann übernahmen sie den „38er Hengl“ im Sieveringer Ortszentrum. Aktuell schenken sie beim früheren Rauscher in der Langackergasse aus. Die Atmosphäre dieser „Lost Places“ in Kombination mit Ambrositschs Weinen und einem Buffet, das sich zwar an den Traditionen orientiert, aber auch speziell ist, ließ die Buschenschank in Residence zum Grinzinger Brückenkopf der heimischen Koch- und Wein-Avantgarde werden. Literatur, Kabarett, Musik, alles da. Wie früher. Auch am Bisamberg versuchen Martin Strobl und Věra Vyškovsky, es anders zu machen. Er ist Fotograf, sie Mediatorin und Kräuterpädagogin, und gemeinsam revitalisierten sie vor 16 Jahren ein hölzernes Winzerhäuschen. Im Weinhandwerk keltern sie ungewöhnliche Weine und servieren dazu Happen, die sie aus den Wildkräutern und Wildgemüsen des Weingartens zubereiten, auf selbst gebackenem Brot. So idyllisch, dass die Hochzeitsplaner schon auf das Weinhandwerk aufmerksam wurden und die beiden Nonkonformisten vergrößern mussten. Mangalitza-Schweine, Kamerun-Schafe, Hühner. Für den Biohof Nr. 5 in Stammersdorf reaktivierten Alexandra und der langjährige Tonmeister Oliver Kaminek 2010 den großelterlichen Bauernhof. Sie stellten dort nicht nur die Weingärten auf biologische Bewirtschaftung um, sondern legten sich im Sinne der Kreislaufwirtschaft auch gleich Tiere zu. Diese helfen, die Weingärten aufzulockern und zu düngen, liefern aber auch (fantastischen) Speck, Würste, Blunzen, Schmalz, Aufstriche und Eier für die Buschenschank. Die allerdings nicht mehr im stimmungsvollen alten Hof in Stammersdorf stattfindet, sondern als Open-Air-Projekt auf einer Wiese etwas außerhalb. Florian Holzer hat weitere Heurige besucht, den gesamten Text finden Sie hier. Der Wiener Weinwandertag findet heuer am 26. und 27. September von 10 bis 18 Uhr statt. Infos: wien.gv.at/veranstaltungen/weinwandertag |
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Anzeige | | Flanieren. Stöbern. Tanzen. – Flaniermarkt in der Neubaugasse Am Fr., 25. & Sa., 26. September verwandelt sich die Neubaugasse wieder in die spannendste Flaniermeile Wiens. Alte Schätze, neue Lieblingsstücke, Design, Kulinarik und ein buntes Kultur- & Kinderprogramm sorgen für zwei Tage voller Entdeckungen. Das Motto: „Die Neubaugasse bewegt“ Flaniermarkt inkl. Flohmarkt in der Neubaugasse | Fr. 25.9. & Sa. 26.9. www.flaniermarkt.at |
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Stadtnachrichten | Am Sonntag stürzte ein Haus in der Wiener Innenstadt teilweise ein, Feuerwehrleute konnten eine vermisste 85-jährige Frau am Dienstagabend nur noch tot bergen. Die Einsatzkräfte hatten gehofft, dass sich die Frau zum Zeitpunkt des Einsturzes an ihrem Zweitwohnsitz aufhielt. Dort war sie jedoch nicht auffindbar. Auch ihre Handydaten deuteten darauf hin, dass sie sich im ersten Bezirk befand. Polizei-Suchhunde fanden schließlich den Aufenthaltsort der Frau. Die Ursache des Einsturzes ist noch unklar. Das Landeskriminalamt ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung.
Bei der Einwanderungsbehörde MA 35 gab es am Dienstag eine Hausdurchsuchung. Laut Kronen Zeitung soll es um eine Mitarbeiterin und den Vorwurf der Vorteilsannahme gehen, wahrscheinlich in Zusammenhang mit Einbürgerungen. Die MA 35 bestätigte die Hausdurchsuchung gegenüber dem ORF. „Es wurden sofort erste Konsequenzen gezogen: Die Mitarbeiterin ist nicht im Dienst. Wir arbeiten eng mit den Ermittlungsbehörden zusammen, da die Vorwürfe lückenlos aufgeklärt werden müssen“, hieß es.
Vor dem Jugendgefängnis am Münnichplatz in Simmering sammelten sich in den vergangenen Monaten immer wieder Jugendliche, die Kontakt zu den Insassen aufnahmen (wir haben hier über die Situation berichtet). Laute Rufe über den Zaun hinweg, das störte besonders die Anrainerinnen und Anrainer. Vorige Woche lud die Justizanstalt daher zu einem runden Tisch mit dem Generaldirektor für den Straf- und Maßnahmenvollzug Friedrich Alexander Koenig, Bezirksvorsteher Thomas Steinhart (SPÖ) und dem Kommandanten der Polizeiinspektion Kaiser-Ebersdorferstraße. „Der Runde Tisch diente dazu, die Zusammenarbeit der beteiligten Stellen weiter zu stärken und die bereits bestehenden Maßnahmen noch enger aufeinander abzustimmen“, heißt es in einer Aussendung des Justizministeriums. Sozialarbeiter verschiedener Vereine besuchen regelmäßig den Hans-Paulas-Park vor dem Gefängnis und sind in Austausch mit den Jugendlichen. Auch die Polizei ist immer wieder präventiv vor Ort. Außerdem klären Hinweisschilder im Umfeld der Justizanstalt darüber auf, dass die Kontaktaufnahme mit den Insassen eine strafbare Handlung darstellt. |
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Falter Radio | Herr Weinelt, wie kommen wir raus aus Gas und Öl? - #1712 | | Globale Krisen treiben die Gaspreise in die Höhe und zeigen Österreich auf schmerzhafte Weise, wie abhängig unsere Energieversorgung vom Ausland und vom Weltmarkt ist. Peter Weinelt, Chef der Wiener Stadtwerke, möchte das ändern. Er plant einen flächendeckenden Umbau für Wiener Haushalte: Fernwärme und Wärmepumpen. Falter-Redakteurin Lale Ohlrogge versucht im Gespräch mit Peter Weinelt herauszufinden, ob dieses Mammutprojekt auch gelingen wird.
Wien, klimaneutral bis 2040. Geht das? – #1713 | | Die Stadt Wien hat ein ambitioniertes Ziel ausgerufen: bis 2040 mittels Wärmepumpen, Photovoltaik und Windkraft klimaneutral zu werden. Ist das in dieser schnell wachsenden Stadt machbar und welche Schritte sind dafür nötig? In dieser Folge zu hören Sie Podcast-Host Raimund Löw, Peter Weinelt, Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, Peter Kraus, Parteivorsitzender der Wiener Grünen, Christoph Dolna-Gruber, Leiter der Stabstelle Strategie & Business Development bei der Österreichischen Energieagentur und Soraya Knabel, Leiterin des Falter.morgen-Newsletters. |
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Stadtgeschichten | | Zweites LebenAm 2. Oktober startet wieder das re:pair Festival. Zwei Wochen lang können Sie im MuseumsQuartier alte Gegenstände flicken lassen. Haben Sie einen kaputten Mixer oder Föhn? Von 2. bis 18. Oktober findet im Wiener MuseumsQuartier zum fünften Mal das re:pair Festival statt. Die junge Generation würde tradierte Hobbies wie Vögel beobachten, Backen und Handarbeiten für sich entdecken, heißt es auf der Homepage des Festivals. Quasi als Antidot zur Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz. Aber Stricken, Häkeln und Nähen ist nicht nur eine meditative Beschäftigung, man kann so auch kaputte Kleidung reparieren. | | Designerin Annette Weisser zeigt Ihnen, wie Sie kaputte Taschen reparieren. (© Annette Weisser) | Beim heurigen re:pair Festival gibt es über 90 Veranstaltungen zum Thema Wiederverwertung und Kreislaufwirtschaft. Eine Auswahl: Pimp your Bag: Sie haben eine alte Tasche, die Sie nicht weggeben wollen? Vielleicht hat sie auch schon das eine oder andere Loch oder der Henkel ist abgerissen. Die Designerin Annette Weisser zeigt Ihnen am 3. Oktober ab 18 Uhr, wie Sie aus der Tasche oder dem Portemonnaie wieder ein Lieblingsstück machen. Zur Anmeldung geht’s hier. Die Krawatte wird zur Rose: Wer eine alte Krawatte daheim hat, kann sie am 4. Oktober um 10:30 Uhr mit den Textilkünstlerinnen Katarina Brieditis und Katarina Evans zu einer Blume, einer Brosche oder etwas anderem umgestalten – mit Nadel und Faden. Hier geht’s zur Anmeldung. Ambulanzen: Am 11. Oktober finden in der Ovalhalle bei der Libelle Ambulanzen statt, wo Sie unterschiedliche Dinge reparieren lassen können. Es gibt eine Ambulanz für Saiteninstrumente, eine für Quer- und Piccoloflöten, auch Sessel und Elektrogeräte können Sie kostenlos flicken lassen. Die Ambulanzen sind von 12:30 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Slow Mending & Speed Dating: Am 17. Oktober treffen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum gemeinsamen Flicken im Raum D des MuseumsQuartiers. Wer Gewand mit Löchern oder Rissen hat, kann dieses mitnehmen und dort reparieren. „Während du an deinem persönlichen Projekt arbeitest, wechselst du alle 10 Minuten dein Gegenüber. Das Gesprächsthema hältst du dabei schon in deinen Händen“, heißt es. Zwei Expertinnen, Aleksandra Zdravković & Anne Schlüter, geben vorab eine kurze Einführung und statten mit Material und Werkzeug aus. Zur Anmeldung geht's hier. Das gesamte Programm finden Sie hier. |
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Lokalkritik | | Sanatorium Bar (1010, Postgasse 2) | | Im Namen des Vaters: Jakob Trummer versucht sich an Cocktails als Therapeutikum. (© Heribert Corn) | Albert Trummer aus Wildon in der Steiermark legte eine typische österreichische Gastronomie-Karriere hin, die ihn 1998 nach New York führte. Er eröffnete 2008 seine Bar Apotheke in Chinatown, 2017 dann die Bar Sanatorium im East Village. Und 2002 gewann er den Martini-Award des Esquire, quasi die Weltmeisterschaft im Martini-Mixen. Und nun eine Bar in Wien. An einem etwas eigenartigen Ort, im Innenhof des Dominikanerhofs, hier Sanatorium genannt, in weiße Fliesen gehüllt, mit minz-pastelligem Mobiliar ausgestattet. Irgendwie will da nicht so recht das Gefühl von New York aufkommen, sondern eher von New Jersey. Was daran liegen kann, dass Albert Trummer nur als Zugpferd fürs Marketing fungiert, die Bar tatsächlich von seinem Sohn Jakob Trummer und – na da schau her – zwei Firmen aus dem Umfeld Martin Hos betrieben wird (hier mehr dazu). Ho, beziehungsweise eine seiner Firmen, sorgt in dieser Sanatorium Bar für das Barfood in Form von Sushi und Ceviche, durch die Bar, runter zum Klo, kommt man zur Neuauflage seines Memberclubs X. Ich habe einen Martini-Cocktail bestellt, Jakob Trummer mixte ihn persönlich, nicht so wie sein Vater, aber okay (€ 15,–). Der Cocktail „Shooting Star“ mit Wodka, Champagner, Aloe Vera, Sternfrucht und einem hauseigenen Elixier schmeckte nach irgendwas und gar nichts, kostete dafür ordentlich (€ 25,–), das Tellerchen mit fünf verschiedenen Sushi bekommt man in dieser Qualität normalerweise um die Hälfte (€ 28,–), das Tiradito – Branzino-Sashimi mit fruchtiger Sauce drüber – wird wohl auch nicht in die Barfood-Hall of Fame gelobt werden (€ 26,–). Die gesamte Lokalkritik von Florian Holzer finden Sie hier. |
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Frage des Tages | Was zeigt unser Satellitenbild? | | © Geoland | Auflösung von gestern: Das Wasserglacis, erst Teil der Wiener Stadtmauer und später ein Erholungsort für die Wienerinnen und Wiener befand sich beim Stadtgarten (nicht beim Augarten oder beim Prater). |
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Events des Tages | | AUSGEWÄHLT VON NICOLE SCHEYERER |
| VortragDie nächste Ausgabe der Falter Arena hat drei Teile: Politologe Gerald Knaus analysiert rechtsextreme Parteien und spricht über den Erhalt einer politischen Mitte. Im Anschluss analysiert er mit Medienressort-Chefin Barbara Tóth die rechte Wählerschaft. Schließlich sprechen der Leiter des Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), Andreas Kranebitter, die Journalistin Cathrin Kahlweit und Tóth darüber wie gefährlich Rechtsextreme an der Macht für Minderheiten, Frauen und das demokratische System sind. (Nahla Hamula) Stadtsaal, Do 19.30
KunstIm Jahr 1972 in Südafrika geboren, bezeichnet sich Zanele Muholi nicht als Künstler*in, sondern als "visual activist". Zentrales Ziel dieses Aktivismus: Schwarze LGBTQIA+ Personen sichtbar zu machen und auf diese Weise zur visuellen Geschichte lange Zeit marginalisierter Menschen beizutragen. Die sechsteilige Ausstellung "We Are Here" vereint seit 2006 entstandene Fotoserien, wie „Being” über intime lesbische Beziehungen oder die fortlaufende Porträtserie "Faces and Phases“. Foto Arsenal Wien, bis 10.1. |
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Buchtipp | Julia von Lucadou: Zeiten erhöhter Gefahr Dystopien haben traditionell zwei Eigenschaften: Sie spielen in der Zukunft. Und sie verzerren die Gegenwart zur Fratze. Zwar kann man Letzteres auch vom Roman „Zeiten erhöhter Gefahr“ behaupten. Doch die Autorin Julia von Lucadou, die sich bereits in ihrem fulminanten Debüt „Die Hochhausspringerin“ mit düsterer Science-Fiction beschäftigte, verlegt ihre Geschichte nicht ins Morgen, sondern in die Vergangenheit. Ins Jahr 2014. Schon damals herrschte eine Zeit der Unsicherheit. Zumindest für die Hauptfigur Jot, ein Deutscher Mitte 50, der in die Schweiz gezogen ist. Dort hat der Staat seit dem Kalten Krieg den Bau von Bunkern verordnet, in denen die gesamte Bevölkerung im Notfall unterkommt. Wie die Bibel kann Jot, der bei einem Unternehmen für private Schutzräume arbeitet, die Schweizer Zivilschutzverordnung frei zitieren. … (Lina Paulitsch) Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at |
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Besser Lesen mit dem Falter | # 171 – Paulus HochgattererSieben Jahre ließ der Kinder- und Jugendpsychiater Paulus Hochgatterer auf sein neues Buch warten, und nun ist es da. Ein schmales Buch mit einer schwarzen Katze auf dem Umschlag und dem geheimnisvollen Titel: „Mio und die Unsterblichkeit“. Aber natürlich hat Hochgatterer keinen Katzenroman geschrieben, wenngleich es eine Katze ist, die das Leben des sechzehnjährigen Ingemar gehörig durcheinanderbringt. Ingemar leidet an einer fortschreitenden Muskelschwäche und hat, im Gegensatz zu den sieben Leben einer Katze, nicht mal ein Ganzes. In dieser Podcast-Folge hören Sie ein Gespräch über Vergänglichkeit und Verantwortung, übers Kranksein und Dicksein, und selbstverständlich auch über die Liebe. |
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Anzeige | | © Ausstellung "Global – Neutral. Architektur aus Österreich in Afrika und Asien 1955–1989" Foto Reiner Riedler | |
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Architekturkritik #45 | | Open HouseDer Sommer ist nun endlich den Weg alles Sommerlichen gegangen, Shorts, Sandälchen und Sonnencreme sind verräumt. Wie es die Naturgesetze wollen, steht nun im Zyklus des Wiener Kulturjahres der frühherbstliche Eventmarathon an. Wer sich einen individualisierten Terminkalender aus den Zutaten Vienna Deisgn Week, Tag des Denkmals, urbanize Festival und einigen Dutzend Ausstellungseröffnungen kompilieren will, benötigt einen Personal Assistant, einen Hochleistungsrechner oder eine trinkwasserdurstige KI. Leichter wird es nicht, denn dieses Jahr ist auch das Festival Open House Wien wieder am Start, das 2025 aufgrund personeller Neuaufstellung pausiert hatte. Am kommenden Wochenende werden sich die Türen von 53 Häusern in der ganzen Stadt öffnen, vom Bücherdepot Floridsdorf über das neue Leopoldquartier bis zum Gasometer. Ein lohnender Schwerpunkt für alle, die an gemeinschaftlichen Wohnformen und ihrer Architektur interessiert sind: Die Kooperation mit dem Tag der offenen Wohnprojekte, der gleichzeitig in ganz Österreich stattfindet. | | Das kubisch-moderne Haus Urwalek in Hietzing. (© Herzi Pinki / Wikimedia) | Wie immer sind bei Open House auch dieses Jahr weniger bekannte Architektur-Schätze zu entdecken. Etwa das kubisch-moderne Haus Urwalek aus dem Jahr 1930 in Hietzing von Theiss & Jaksch. Kein Luxus-Anwesen wie die Villa Beer aus dem selben Jahr, sondern ein frühes Beispiel eines Eigenheims mit Wohnbauförderung. Nach jahrelangem Leerstand hat das Haus einen bauhistorisch hochinteressierten neuen Besitzer gefunden und mit den Architekten von joyjoy studio engagierte Partner für die materialsensible Sanierung. Am Sonntag ist das denkmalgeschützte Haus zu besichtigen, und zwar im Rahmen von Open House, der Vienna Design Week und dem Tag des Denkmals. Was Besuchern das rauschhafte Erlebnis verspricht, mit zwei Füßen (bitte unbedingt festes Schuhwerk anziehen!) simultan auf drei Festivals zu stehen. |
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