✍Der Berliner Benno Flügel kämpft gegen Soziale Medien und das Smartphone – auch in Wien >> Botanische Spaziergänge, IV >> Lokaltipp: Por Fin >> Architekturkritik: Quartier Eibengasse Wetterkritik: Maximal 22 Grad. Ein bisschen Sonne, ein paar Wölkchen. Por fin! Endlich! Guten Morgen! Sind Ihnen die Plakate aufgefallen? Pardon my French: „Ficken statt Facebook“, „Lieben statt Like“, „Tanzen statt Twittern“, „Spritzer…
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FALTER.morgen – Der Wien-Newsletter / Kann das weg? / 10.09.2026 / Sie starten in den Tag mit Soraya Knabel }}

Der Berliner Benno Flügel kämpft gegen Soziale Medien und das Smartphone – auch in Wien >> Botanische Spaziergänge, IV >> Lokaltipp: Por Fin >> Architekturkritik: Quartier Eibengasse

Wetterkritik: Maximal 22 Grad. Ein bisschen Sonne, ein paar Wölkchen. Por fin! Endlich!


Guten Morgen!

Sind Ihnen die Plakate aufgefallen? Pardon my French: „Ficken statt Facebook“, „Lieben statt Like“, „Tanzen statt Twittern“, „Spritzer statt Smartphone“ – Zettel mit diesen Sprüchen hängen derzeit in ganz Wien. Verantwortlich dafür ist die RASF, die Radikale-Anti-Smartphone-Front. Dahinter steckt der Berliner Benno Flügel. Wir haben ihn zu einem Gespräch getroffen, kurz bevor er wieder nach Deutschland abreiste.

Außerdem schicken wir Sie auf einen botanischen Spaziergang zu den Steinhofgründen. Florian Holzer war im neuen Tapas-Lokal Por Fin. Und Architekturkritiker Maik Novotny hat sich das geplante Quartier Eibengasse angeschaut.

Einen schönen Tag wünscht

Soraya Knabel


Heute für Sie auf falter.at

  1. Justizministerin Anna Sporrer über Haftbedingungen: „Es gibt große Versäumnisse“. Die Ressortchefin nimmt im Interview mit Florian Klenk erstmals zu den Zuständen in Österreichs Gefängnissen Stellung. Und rückt nach Kritik aus ihrem Haus von ihrem eigenen Modell des Bundesstaatsanwalts ab.

  2. Derad-Chef Moussa al-Hassan Diaw: Ist dieser Mann wirklich ein Islamist? Zehn Jahre lang deradikalisierte er für den Staat Islamisten. Nun nennt der Verfassungsschutz seinen Verein „von Muslimbrüdern unterwandert.“ Eva Konzett, Lukas Matzinger und Matthias Winterer haben Beweise gesucht. Vergeblich.

  3. Otto Muehl-Schau im WAM: Der tiefe Fall von Klaus Albrecht Schröder. Der ehemalige Albertina-Direktor versucht mit einer Ausstellung im Wiener Aktionismus Museum (Wam) den Status des mediokren Malers zu retten – und vernebelt dabei dessen Verbrechen, kritisiert Matthias Dusini.

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Benno Flügel hat die Radikale-Anti-Smartphone-Front gegründet und kämpft gegen Soziale Medien. Was treibt ihn an?

Eigentlich waren wir um 10:15 Uhr verabredet, aber Benno Flügel verspätet sich. Hat er sich womöglich verlaufen? Denkbar wäre es – Flügel ist ein Smartphone-Gegner, der Süddeutschen Zeitung war es vor drei Jahren ein Interview wert, dass er nur ein altes Nokia-Klapphandy besaß. 

15 Minuten nach der vereinbarten Zeit ist Flügel immer noch nicht da. Findet er die Redaktion nicht? Hat er immer noch kein Smartphone? Oder schlicht keine Karten-App? Was tun? Telefonnummern haben wir nicht ausgetauscht, eine Mail zu schreiben scheint sinnlos. Aber zumindest gibt es Kontaktdaten auf seiner Website. Also anrufen. Flügel hebt prompt ab und bittet um Entschuldigung, er sitzt schon in einem Park am Schwedenplatz und hatte sich eine andere Uhrzeit notiert. 

Benno Flügel ist Mitte 30, Unternehmensberater und derzeit auf Sabbatical. Er gründete vor zehn Jahren die RASF, die radikale Front gegen Smartphones. Damals fand gerade das Brexit-Referendum statt, Donald Trump wurde erstmals zum US-Präsidenten gewählt. „Wir haben eine politische Polarisierung bemerkt und gleichzeitig waren die Menschen immer abgelenkt“, sagt er. Sein Schluss: Das Smartphone, besser gesagt die Algorithmus-getriebenen Sozialen Medien sind schuld an vielen negativen Entwicklungen in der Gesellschaft. „Viele Leute sind durch Social Media dermaßen emotionalisiert, dass sie sich für extreme Parteien entschieden haben.“ Hass und Lügen werden von den Algorithmen begünstigt, das destabilisiere das politische System. 

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Links: Straßenansicht mit mehreren Plakaten der „Radikale Anti Smartphone Front“ an einem Laternenmast. Rechts: Mann sitzt an einem Tisch vor einer Wand mit Zeitschriften-Covern.
Rechts: Plakate in der Burggasse im siebten Bezirk. Links: Benno Flügel in der Falter-Redaktion (© Falter/Knabel)

Flügel will einen Bewusstseinswandel anstoßen, die Menschen zum Umdenken anregen. Das Smartphone sollte ein Werkzeug sein, findet er, und nicht in jeder freien Minute gezückt werden, um durch TikTok, Instagram und Co. zu scrollen. 

Aber irgendwann schläft die Bewegung ein, der erhoffte Wandel kommt nicht. Niemand will 2016 freiwillig auf sein Smartphone verzichten. Flügel hört immer wieder, seine Bewegung sei zukunfts- und technologiefeindlich. Das Smartphone gehöre einfach zur heutigen Zeit.

Und doch: „Es gibt ein Problembewusstsein", sagt er. Wenn er Menschen auf der Straße auf RASF anspricht, bekomme er viele positive Rückmeldungen. Zahlreiche Studien belegen, dass frühe Smartphone-Nutzung den Schulerfolg schmälert. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) gibt den Handys eine Mitschuld daran, dass Schülerinnen und Schüler immer schlechter lesen können. Auch eine Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte zeigt, dass 14- bis 29-Jährige ihr Smartphone eigentlich weniger oft verwenden wollen. 

Wer die digitale Auszeit radikal angehen und der RASF beitreten will, muss seine Social-Media-Accounts löschen. Das ist der erste Schritt. „Der zweite ist, das Smartphone so wenig wie möglich zu benutzen“, sagt Flügel. Denn im Schnitt greifen die Österreicherinnen und Österreicher 36 Mal am Tag zum Handy. Ein Drittel hat eine Bildschirmzeit von vier Stunden und mehr. „Mein Ziel ist es, dass wir algorithmusfreie Räume wieder stärker nutzen: Bibliotheken, Bars, Museen und Konzertsäle“, sagt Flügel. Die Arbeitgeber müssten das fördern, die Schulen und die Politik sowieso. 

Einen kompletten Smartphone-Verzicht fordert Flügel allerdings nicht. Denn der Gründer der Anti-Smartphone-Front hat seit eineinhalb Jahren selbst eines. Nicht ganz freiwillig. E-Banking, das Ticket für die Öffis oder den Heimflug, vieles funktioniert nur noch digital. Whatsapp, Instagram oder andere soziale Medien hat Flügel aber freilich nicht installiert. Ob er dadurch etwas verpasst? „Ich weiß es nicht und das ist eigentlich ein schöner Zustand.“

Wien war übrigens nicht sein letzter Halt. Er wird in den kommenden Monaten andere europäische Städte bereisen und vollplakatieren.

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Stadtnachrichten

aHat dieses Mädchen einen Beitrag zu einem Mord geleistet? Julia, 14 Jahre alt, trägt Brille, Pony, schwarze Kleidung und saß gestern auf der Anklagebank im Saal 303 des Wiener Landesgerichts. Das Mädchen, das eigentlich anders heißt, wackelte mit den Beinen, sprach kaum, und wenn sie es tat, weinte sie. 

Julia musste vor Gericht, weil ihre Freundin Raissa im Februar eine Frau am Friedhof Baumgarten brutal ermordete. 80 Mal stach sie mit einem Messer auf die Pensionistin ein, die sie nicht kannte. Raissa wurde für die Tat verurteilt und sitzt nun im Forensisch-Therapeutischen Zentrum Asten. 

Ihre Freundin, so sagte es Raissa aus, habe sie zu der Tat ermutigt. Julia und Raissa haben immer wieder über Mordfantasien geschrieben, auch an jenem Februartag. Raissa erzählt ihr von dem Vorhaben. Julia schreibt: „Mach es wie Alexander“. Und: „You can do it, dann wirst du auch so sexy wie er, noch sexier.“ Gemeint ist der Serienmörder Alexander Bychkov. 

Warum hat sie das geschrieben? „Mir war nur wichtig, dass Raissa mich mochte“, sagt sie. Julia hätte sich aber nie vorstellen können, dass ihre Freundin tatsächlich jemanden tötet. Sie hatte geglaubt, Raissa würde sich an dem Tag der Tat selbst umbringen.

Eine Gerichtssachverständige bescheinigt Julia psychische Probleme, zurechnungsfähig ist sie aber. Das Jugendgericht verurteilte sie wegen Beitrags zum Mord zu drei Jahren teilbedingter Haft, davon ein Jahr unbedingt. Julia hat zudem die Weisung bekommen, in die Schule zu gehen, ihre Medikamente zu nehmen, Bewährungshilfe und eine zweijährige Psychotherapie zu machen. 


Das Bündnis „Wien bleibt anders“ warnt vor weiteren Kürzungen im Sozialbereich. Das Bündnis vertritt rund 80 Wiener Sozialorganisationen. Zum Hintergrund: Anfang 2026 kündigte der Fonds Soziales Wien Einsparungen an, die Organisationen erwarten aber für das nächste Jahr Kostensteigerungen von drei Prozent. Kürzungen würden aktuelle Leistungen gefährden und die Umsetzung neuer Projekte wäre schwierig. Viele Organisationen hätten keine Reserven, um die Kürzungen zu kompensieren. 

Sozialorganisationen wandten sich deshalb Anfang Juli in einem Schreiben an die Wiener Stadtregierung. Sie forderten Gespräche, um eine Lösung zu finden. Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) verwies damals auf Gespräche zwischen dem Fonds Soziales Wien und dem Dachverband Wiener Sozialorganisationen. Laut dem Bündnis gab es diese aber nicht.

Vom FSW heißt es, man führe seit einem Jahr Gespräche mit dem Dachverband der Wiener Sozialeinrichtungen. Aber man habe auch den Auftrag, einen Beitrag zur Budgetkonsolidierung zu leisten. „Demnach wurden auch die Partnerorganisationen selbst im Zuge der Gespräche aufgerufen, mögliche Einsparungspotenziale hinsichtlich Treffsicherheit, Effizienz und Wirksamkeit zu eruieren”, schreibt ein Sprecher auf Falter.morgen-Anfrage.


„Eine STADT. Ein BUCH” wird 25 Jahre alt. Seit einem Vierteljahrhundert werden Bücher in einer Auflage von 100.000 Stück in Wien gratis verteilt. Über 20 Sponsoren finanzieren das Projekt, das vom echo medienhaus organisiert wird. Die Ausgabe besteht heuer erstmals aus mehreren Texten. 27 Autorinnen schrieben 27 Kurzgeschichten mit Bezug zu Wien. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) präsentiert die Jubiläumsausgabe am 19. November im Rathaus. Danach ist das Buch wie gewohnt in ganz Wien zu finden.


Falter Radio

Rechtsextremismus: Politisches System im Umbruch? – #1703

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Zwei Personen begrüßen sich in einem festlichen Saal, im Hintergrund applaudiert ein sitzendes Publikum. Oben rechts ist das Falter Radio-Logo zu sehen.

Die AfD ist die gefährlichste Partei Europas. Ihr Erfolg bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt befeuert die Freiheitlichen in Österreich, die sich mit Herbert Kickl im Vorhof der Regierungsmacht wähnen. Wie kann die Zivilgesellschaft reagieren? In dieser Folge diskutieren die Deutschland-Expertin Cathrin Kahlweit sowie FPÖ-Kennerin und Falter-Chefreporterin Nina Horaczek im Gespräch mit Podcast-Host Raimund Löw.


Wir schicken dich da raus

Botanische Spaziergänge, IV

Der Hochsommer ist vorbei, die Hitze zwar noch nicht. Aber wir können uns auch nicht ewig in kühlen Shoppinzentren verstecken. Wir schicken Sie deshalb diese Woche raus zu fünf botanischen Spaziergängen. Das gleichnamige Buch von Birgit Lahner und Christina-Estera Klein erhalten Sie im faltershop.at

Wald und Landschaftsgarten

Route: Über den Dehnepark und die Steinhofgründe zum Schwarzenbergpark

Dauer: 8,1 km, 4 bis 5 Stunden 

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Wiese mit kahlen Bäumen im Vordergrund, dahinter Waldrand bei Sonnenuntergang unter klarem Himmel.
Die Steinhofgründe im 16. Bezirk (© FALTER/ Knabel)

Der Ausgangspunkt unserer Wanderung ist die Haltestelle Campingplatz Wien-West 1 (52A, 43B, 52B) im Halterbachtal. Vor dem Ernst Fuchs Museum führt uns ein schmaler, von Holunder und Robinien gesäumter Weg nach links in den Wald. Ein Blick auf die Satellitenaufnahme zeigt, dass es sich bei diesem Baumbestand um ein von Siedlungen umrahmtes Fragment handelt. Dennoch zählt es zum Wienerwald, der die Stadt im Norden und Westen großflächig begrenzt. 

Wir kehren wieder in die Gegenwart zurück und folgen dem Verlauf des Zauns. Wir halten uns rechts, überqueren die gewölbte Brücke und folgen dem schmalen Fußpfad bergauf, der uns zu einem Aussichtspunkt führt. Das hügelige Terrain ist hier hauptsächlich von verschiedenen Ahorn-, Buchen- und Eichenarten bewachsen. 

Der Aussichtspunkt, den wir nun erreichen, wird von Zerreichen und Weißdorn eingerahmt. Hier bietet sich ein wunderbarer Blick über einen Teil des Wienerwaldes. 

Ein steiniger, schmaler Fußweg führt uns weiter bergauf nach Osten an den Rand einer Schrebergartensiedlung. Der Weg entlang dieser Siedlung führt uns zur Steinböckengasse. Nach einem kurzen Stück bergauf stoßen wir auf die Route des Stadtwanderweges Nummer 4, dem wir in entgegengesetzter Richtung auf gewundenen Wegen durch ein parkartiges Gelände mit Wiesenbereichen und bewaldeten Zonen zum Silbersee folgen. 

Wir folgen dem Stadtwanderweg weiter in entgegengesetzter Richtung bergab, gelangen zur Rosentalgasse, die wir queren, um in den Dehnepark zu gelangen. Am Teich vorbei gehen wir weiter den Bach entlang. Auf dem Spielplatz sind einige Bäume als Naturdenkmal ausgewiesen – neben einer Weihrauchzeder und einem Tulpenbaum fällt vor allem die mächtige Platane mit etwa dreißig Metern Kronendurchmesser beeindruckend auf. Wir spazieren in Richtung Norden und gelangen zu einer Wiese mit alten Obstbäumen und einer künstlichen Ruinenvilla. Direkt danach wählen wir den rechten Pfad, der zuerst ein Stück bergauf führt. Bald können wir durch die Bäume die Mauern des Otto-Wagner-Spitals erkennen. Wir halten uns weiter rechts, queren die Straße und betreten durch ein Tor das Sanatoriumsgelände. Bei erster Gelegenheit biegen wir links in den bewaldeten Bereich ein, um auf die Steinhofgründe zu gelangen. 

Von der Feuerwache aus folgen wir kurz der Savoyenstraße und biegen bei nächster Gelegenheit links in den Wald ein. Wir gehen auf dem Pfad auf der linken Seite des Zaunes. Nach einem kurzen Wegstück entdecken wir mit Glück den Rundtempel, der sich hinter dem Zaun verbirgt, aber im Sommer oft völlig hinter dichtem Blattwerk verschwindet. 

Wir gehen ein kurzes Stück parallel zur Johann-Staud-Straße und biegen dann rechts auf den Waldweg ein, der uns ins Herz des Ottakringer Waldes führt. Ein intensiver Duft nach Pilzen ist bei feuchtem Wetter wahrnehmbar. Wir gelangen zur Kreuzeichenwiese, die sich für eine kleine Rast anbietet. Den Hang bergab geht es nun weiter zum Wiesenrand und dann im Wald auf weiß-grüner Markierung in Richtung Neuwaldegg. 

Wir gelangen auf den Gipfel des Heubergs und wandern dann bergab immer auf grün-weißer Markierung – durch jugendliche Baumbestände, aber auch unter mächtigen Buchen, die eine hallenartige Atmosphäre erzeugen. Am Talboden angekommen, spazieren wir rechter Hand über die Schwarzenbergallee und die Waldegghofgasse zur Straßenbahnhaltestelle Neuwaldegg.


Lokaltipp

Bild von Florian Holzer
VON FLORIAN HOLZER

Por Fin

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Drei Personen stehen in einem spanischen Restaurant; im Hintergrund offene Küche mit Geschirr, Flaschen und einem Schild „La Cocina“.
Eine Tapas-Bar wie früher: Anette und Ronnie Kindler mit Andreas Sendlhofer (li.) im Por Fin (© Heribert Corn)

Anette und Ronnie Kindler sind ganz schön herumgekommen in der Welt. Mitte der 1980er betrieben die beiden eine Tapas-Bar auf Mallorca und ein kleines Hotel bei Barcelona, 2002 folgte ein spanisches Lokal in Berlin, danach ein Mini-Restaurant in St. Anton am Arlberg, in dem Ronnie Kindler mediterran-alpine Überraschungsmenüs kochte. 2022 verkauften die beiden ihr „Endlich“ und wechselten nach Wien.

Vor zwei Monaten eröffneten sie das Por Fin, spanisch für „endlich“, eine kleine Tapas-Bar, die ein bisschen so aussieht, wie Tapas-Bars früher ausgesehen haben, noch bevor sie zu Pilgerstätten von Naturwein-Liebhabern wurden: Wände in Ocker, Ziegel, Naturholz, viele Regale mit vielen Flaschen, ziemlich üppige Dekoration und eine neonbeleuchtete Vitrine. Das Essen will einen nicht intellektuell herausfordern und es steht ziemlich rasch auf dem Tisch. Oliven, dazu hausgemachte Bonito-del-Norte-Thunfischcreme, guten Jamón Serrano, guten Käse, gute Sardellen.

Oder der legendäre Pintxo „Gilda“, ein in San Sebastián erfundenes Appetithäppchen in Form eines Zahnstochers, auf dem Perlzwiebeln, eingelegte grüne Chilis, Oliven, Kapern und ein in Essig mariniertes Sardellenfilet aufgespießt sind – wenn man bisher nicht wusste, was der perfekt salzig-saure Snack zu einem Glas Bier ist, jetzt weiß man’s jetzt (€ 3,50).

Die in Öl eingelegten Artischockenherzen mit kantabrischen Sardellen, klassisch und gut (€ 9,90), die Chorizo-Stückchen aus dem Ofen tadellos (€ 7,80), die zwei Spieße mit Stückchen vom Schweinsfilet und Aioli schön mürb, aber ein bisserl fad (€ 8,90). Der weiße Haus-Rioja ist gut und kostet knapp fünf Euro, der Bio-Cava ist ein tadelloser Sprudel, vor allem für sechs Euro. Vor dem Lokal zu sitzen ist aktuell wunderbar – kann man machen.

Die gesamte Lokalkritik finden Sie hier.

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Eine persönliche Reflexion über die widersprüchlichen Ebenen historischer Wahrheit: Beckermann reist nach Addis Abeba. Im einst von Kaiser Selassie errichteten Hilton Hotel beginnt eine Erkundung, die historische und persönliche Ebenen verwebt: ihr fasziniertes Interesse für den Kaiser, die Einflüsse des italienischen Faschismus sowie Vergangenheit und Zukunft eines Landes, in dem alles anders ist.

WAX & GOLD – ab 11.9. im Kino!


Frage des Tages

Was zeigt unser Satellitenbild?

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Luftbild zeigt einen rechteckigen Stadtblock mit einem zentralen Park, umgeben von Wohngebäuden und Straßen.
© Geoland

Auflösung von gestern: Im Jahr 2018 wurde bekannt, dass ein Energetiker einen „Schutzring“ um das Krankenhaus Nord legte. Er kostete 95.000 Euro (nicht 30.000 oder 130.000).


Events des Tages

Bild von Gerhard Stöger
AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER

Musik

Die unverwüstlichen lokalen Gitarrenpop-Heroen Heinz aus Wien haben in den letzten Jahren regelmäßig vorweihnachtliche Konzerte gespielt und damit vielen Menschen Freude bereitet, die in der zweiten Hälfte der 1990er jung waren. 2026 sind sie nun auch in der respektive zum Ende der Open-Air-Saison aktiv. Der Grund: Heinz aus Wien werden 30 (dementsprechend schauen auch diverse Gäste vorbei). Das erste Konzert fand im Juni 1996 in der Wiener Sommer-Arena als Vorgruppe der deutschen Rockband Selig statt.

Arena, Open Air, 18.00


Literatur

Marie von Ebner-Eschenbach und Karl Kraus waren beide dem Aphorismus zugeneigt. Wie knapp und klug man formulieren kann, und ob der prägnante Sinnspruch noch eine Zukunft hat, darüber sprechen in der Wienbibliothek im Rathaus der Kraus-Aficionado (und selbst praktizierende Aphoristiker) Richard Schuberth und die Ebner-Eschenbach-Biografin Daniela Strigl mit der Kraus-Forscherin Katharina Prager. (Sebastian Fasthuber)

Wienbibliothek im Rathaus, 18.30 (Anmeldung!)


Buchtipp

Hans-Joachim Gögl: Vatertag

Braucht es wirklich noch eine Vater-Sohn-Geschichte? Ja, diese schon. Man kann sich „Vatertag“, dem späten Debüt des Vorarlbergers Hans-Joachim Gögl, mit Skepsis nähern. Doch nach wenigen Seiten schon hat einen diese erfrischende, so kluge wie kurzweilige und ganz ohne Weinerlichkeit auskommende Geschichte gepackt. Ein Sohn Anfang 40 erinnert sich an seinen kürzlich verstorbenen Vater. Das Verhältnis war liebevoll, aber gleichzeitig von einer gewissen Distanz geprägt.

Übte sich der Vater als „Großmeister des Leichten in der Lebenskunst des Mittelmaßes, so ist der Sohn ehrgeiziger, ungeduldiger, will mehr vom Leben. Als posthume Hommage versucht er sich einige Gewohnheiten des Vaters anzueignen. „Vatertag“ ist fein beobachtet, gut geschrieben und hält die Balance zwischen Tiefsinn und Leichtigkeit. (Sebastian Fasthuber)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at


Besser Lesen mit dem Falter

#170 - Eva Menasse

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Zwei Frauen stehen nebeneinander vor unscharfem Hintergrund, oben links das Logo „FALTER Bücher“.

Was tun, wenn die Immobilie nicht mehr zur Lebenssituation passt? So ergeht es der namenlosen Ich-Erzählerin, als ihr nach einer Trennung und dem Auszug der Kinder das einst geliebte Wochenendhaus an einem idyllischen See in Ostdeutschland zufällt. Um es zu verkaufen, muss man es renovieren. Da kommen Alla und Bolek ins Spiel, kettenrauchende Polen, die alles können.

Das Haus in „Alleinruhelage“, so auch der Titel von Eva Menasses neuem Roman, ist Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte, die üppiger nicht sein könnte. Im Podcast spricht Host Petra Hartlieb mit der Autorin über die komplizierte Beziehung zwischen Ost- und Westdeutschland, und was passiert, wenn eine Österreicherin da mitmischt. Außerdem besprechen sie, warum es mit über 50 der richtige Zeitpunkt ist, nochmal neu anzufangen – mit allem, was man als Lebenserfahrung im Gepäck hat.

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© Wien Museum 2026, Foto: Adi Zobl

Symposium im MQ:
Inclusive Museums 2030 – Accessible Culture for a Diverse Society

Mo., 14.09., 10:00 – 16:30

Wie können Museen und Kulturinstitutionen inklusiver werden? Bei der hybriden Veranstaltung in der Arena21 & Ovalhalle des MQ stehen Barrierefreiheit, Diversität und Teilhabe im Kulturbereich im Mittelpunkt. Expert:innen, Kulturinstitutionen und Initiativen kommen zusammen, um über inklusive Vermittlung, barrierefreie Angebote und das Museum der Zukunft zu sprechen.

Eine Veranstaltung der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs in Kooperation mit dem MuseumsQuartier.

Eintritt frei, Anmeldung erforderlich -> hier anmelden!


Architekturkritik

Bild von Maik Novotny
VON MAIK NOVOTNY

Quartier Eibengasse

Wenn sich die U2 auf ihrem Weg in die Seestadt zwischen den Stationen Donauspital und Aspernstraße sportlich in die Linkskurve legt, blickt man als transdanubischer Fahrgast auf eine eher traurige Gstättn. Gestrüpp, eingegangene Bäume, zerbrochenes Glas. Wo sich früher die Gewächshäuser von Gärtnereien aneinanderreihten, wuchert nun das Unkraut. 

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Übersichtsplan des Stadtquartiers Eibengasse mit Park, Wohngebäuden, zwei U-Bahn-Stationen, neuer Schule und beschrifteten Hauptmerkmalen.
Die Pläne der Stadt Wien für das Quartier Eibengasse (© YEWO/Stadt Wien)

Nicht mehr lange, denn künftig entsteht hier das 19 Hektar große Quartier Eibengasse für rund 6.000 Einwohner, mit teilweise über neun Geschossen hohen Bauten. Der Städtebau-Entwurf (vom Büro SUPERBLOCK) und der Flächenwidmungsplan sind beschlossen, die Architekturwettbewerbe für die ersten Baufelder sind schon entschieden, im August wurde der Stand der Planung für drei Tage öffentlich ausgestellt. 

Wird hier also alles zubetoniert? Nein, denn mitten im Quartier ist ein ziemlich großer Park geplant, und für Autos wird es keinen Durchgangsverkehr geben. Im Vergleich zu anderen, bis ans Limit hochverdichteten neuen Wohngebieten wie im Donaufeld geht es etwas luftiger zu. Könnte also ein lebenswertes Quartier werden. 

Nur für den Anbau von Obst und Gemüse gibt es in Wien immer weniger Flächen. Denn auch woanders weichen die Gärtnereien den Wohnungen. All das, während Klimawandel, sinkende Grundwasserspiegel und Dürre allerorts die Versorgung mit Lebensmitteln in Gefahr bringen. Ob man sich da nicht eines Tages die Gärtnereien zurückwünscht?


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