Arpi ist armenische Syrerin, ihr Schutzstatus wurde aberkannt. Vor zwei Wochen wollte man sie in ein Land bringen, in dem sie noch nie war >> Chronologie der Causa Ruck >> Falter im Grätzel: Alt-HietzingWetterkritik: Die Temperaturen erreichen heute „milde“ 28 Grad – ja, unter normalen Umständen wäre das heiß. Aber nicht angesichts dessen, was zum Ende der Woche noch auf uns zukommt.
Guten Morgen! Arpi, die Frau heißt eigentlich anders, sitzt auf ihrem Bett, in dem kleinen Zimmer einer Flüchtlingsunterkunft. Ein Tisch, zwei Stühle und eine Vitrine: mehr hat nicht Platz. Die Frau ist 77 Jahre alt, ihre Hände hat sie verschränkt, als würde sie beten. Ihre Augen sind glasig. Am Donnerstag vorige Woche standen Polizeibeamte vor Arpis Tür. Sie wollten die alte Dame nach Armenien abschieben, ein Land, in dem sie noch nie zuvor war. Die Frau bekam Panik und wurde mit hohem Blutdruck in die Klinik Ottakring gebracht. Der Standard hat bereits über ihren Fall berichtet. Wir haben Arpi vorige Woche Tagen und uns ihre Situation schildern lassen. Mehr darüber und wie es nun weitergeht, lesen Sie gleich. Außerdem haben wir dokumentiert, wie sich die Causa Ruck in den vergangenen Tagen und Wochen hochgeschaukelt hat. Und weil Florian Holzer urlaubt, war Praktikantin Sophie Radel im Grätzel Alt-Hietzing unterwegs. Einen schönen Start in die Woche wünscht Soraya Knabel
Heute für Sie auf falter.at:Lesen Sie gerne kluge Kolumnen? Dann haben wir heute drei Tipps aus dem aktuellen Falter für Sie: „Nur falls ich mir einreden wollte, das Älterwerden sei was für andere und an mir selbst tröpfle es elegant ab, hat das Internet jetzt herausgefunden, dass es sich bei mir wohl um eine ältere Person handelt. Und jetzt werde ich mit Greisen-Reklame zugeschüttet. Das Wort Oma kommt oft vor.“ Doris Knecht wird nicht jünger. „Jetzt, da ich kurz vor der Inanspruchnahme der Annehmlichkeiten stehe, welche die Erreichung des Regelpensionsalters hierzulande mit sich bringt, kann ich es ja sagen: Ich interessiere mich nicht übermäßig für Journalismus. Das ist nicht annähernd so kokett gemeint, wie es klingt.“ Klaus Nüchtern auch nicht. „Erste Nacht in der neuen Wohnung. Weil die Zimmer plötzlich viel kleiner sind, sitze ich wie eine Zwergin auf meinem Bett und blicke auf Kommoden und Regale, die plötzlich ein Viertel des Raumes einnehmen. Hier sieht’s aus, als hätte jemand Wahnsinniger einen Wohnplan gemacht.“ Heidi List ist endlich umgezogen.
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„Sie kennt dort niemanden“Vorige Woche hätte eine 77-jährige armenische Syrerin aus Wien abgeschoben werden sollen, in ein Land, in dem sie noch nie zuvor war. Aber die Abschiebung endete im Krankenhaus. Arpi hat vor drei Jahren eine Entscheidung getroffen, deren Konsequenzen sie nicht hatte kommen sehen. Die Frau lebte mit ihrer Familie als Armenierin in Syrien – in dem Land lebt seit Jahrzehnten eine armenische Minderheit. Sie flüchtete vor dem Krieg aus ihrem Heimatland, ein Schlepper bot ihr damals einen armenischen Pass an. Er sagte, mit diesem würde sie ein Visum bekommen, könne nach Österreich einreisen und würde hier Asyl bekommen. Arpi nahm wie viele andere armenische Syrer das Angebot an. In Österreich beantragte sie unter Vorlage ihres syrischen Passes Asyl und bekam Schutz. Das Bundesamt für Fremden- und Asylwesen (BFA) habe sehr wohl gewusst, dass viele der armenischen Syrer zwei Pässe haben, sagt Arpis Anwalt Gregor Klammer. In manchen Fällen sei der syrische Pass im BFA-Akt beigelegt. Aber Österreich wollte den in Syrien verfolgten Christen helfen. Inzwischen habe sich die Haltung geändert. |
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| Arpi ist 77 Jahre alt und kam vor drei Jahren nach Österreich. (© Falter/Knabel) |
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Das Bundesamt für Fremden- und Asylwesen (BFA) prüfte den Asylstatus der armenischen Syrer neuerlich. Hintergrund dürfte ein Abkommen zwischen der EU und Armenien sein. Armenien bekommt Vorteile von der EU, im Gegenzug verpflichtet sich das Land, Migrantinnen und Migranten zurückzunehmen. Laut Klammer gelte das auch für armenische Syrer, die noch nie in Armenien waren. „Sie sind die Bauernopfer“, sagt er. Die Schilderung des BFA klingen etwas anders. Die Behörde stellte „im Zuge von Ermittlungen in zahlreichen Fällen fest, dass Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft ihre zusätzliche Staatsangehörigkeit im Asylverfahren nicht angegeben haben.“ Die Betroffenen seien etwa mit einem armenischen Reisepass eingereist, hätten den Asylantrag aber unter Angabe der syrischen Staatsbürgerschaft gestellt. „Die armenische Staatsangehörigkeit wurde dabei entweder nicht offengelegt oder bewusst verschwiegen.“ Das BFA müsse in solchen Fällen prüfen, ob die Personen die Behörde getäuscht haben. „Wird eine solche (Täuschung, anm.) festgestellt, ist das BFA gesetzlich verpflichtet, das Verfahren wiederaufzunehmen oder ein Entzugsverfahren einzuleiten.“ Arpi bekam im Juni 2025 einen Bescheid des BFA: Ihr Asylstatus wurde aberkannt. Die Familie legte Einspruch ein, ging durch alle Instanzen, aber erfolglos. Im Juli bestätigte das Höchstgericht die Entscheidung des BFA. Vorige Woche kamen dann Polizisten, um Arpi außer Landes zu bringen. Nicht nach Syrien, sondern nach Armenien. „Sie kennt niemanden in dem Land“, sagt ihre Schwiegertochter. Arpi bekam Panik, brach zusammen und wurde in die Klinik Ottakring gebracht. Seit Dienstag ist sie zurück in der Flüchtlingsunterkunft im 14. Bezirk. Wie geht es ihr? Sie habe hohen Blutdruck, sagt ihre Schwiegertochter. Auch ihr Zucker und Blutfette seien nicht optimal. „Aber ansonsten ist sie gesund“, ergänzt die Enkelin und fügt hinzu: „leider“. Denn wäre ihr Gesundheitszustand schlechter, so die Vermutung, könnte die Frau vielleicht hier bleiben. Die Familie hat nun für Arpi eine freiwillige Ausreise beantragt, nach Syrien. Sie wollen nicht, dass die Polizei sie in Schubhaft nimmt und in ein fremdes Land bringt. Mit diesem Schicksal ist sie nicht alleine. Ein Mitglied der armenisch-katholischen Gemeinde in Wien sagte zum Standard, dass es in Österreich rund 400 solche Verfahren gäbe. Klammer betreut rund 50 Klienten. Arpi wartet noch auf die Papiere der Bundesbetreuungsagentur für ihre freiwillige Ausreise, dann wird sie ihre Koffer packen und nach Syrien reisen. Auch dort hat sie keine Verwandten mehr. „Sie ist eine alte Frau, keine Kriminelle“, sagt ihre Schwiegertochter. Sie versteht nicht, warum Arpi das Land verlassen muss. Die alte Dame ebensowenig, sie hat ihre Hände noch immer gefaltet und schaut zu Boden. Hätte sie vor drei Jahren von diesem Schicksal gewusst, hätte sie den armenischen Pass nie angenommen. |
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Filmfestival des Architekturzentrum Wien Die vierzehnte Ausgabe des internationalen Architekturfilmfestivals präsentiert Dokumentar-, Kurz- und Experimentalfilme und lädt Cineast*innen und Architekturbegeisterte zum Verweilen, Schauen und Austausch unter freiem Himmel ein. Im Mittelpunkt steht: die Demokratie.
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Stadtnachrichten | Auch in Wiens Straßen befindet sich Asbest (über die Fälle im Burgenland hat der Falter hier berichtet). Die Umweltorganisation Greenpeace und Anrainer machten die Stadt Wien darauf aufmerksam. Daraufhin entnahm die Stadt Proben und ließ diese im Labor untersuchen. „Die Laboruntersuchungen bestätigen, dass in einzelnen Straßenabschnitten asbesthaltiges Gesteinsmaterial nachgewiesen wurde“, hieß es am Freitag in einer Aussendung der Stadt. Das bedeute aber noch nicht, dass eine Gesundheitsgefährdung bestehe. Denn die Asbestfasern würden erst gefährlich, wenn sie freigesetzt werden. Die Stadt will nun die Straßenabschnitte vorsichtshalber mit einer Deckschicht versiegeln. Betroffen sind die Rosenhügelstraße, Anton-Freunschlag-Gasse, Bertégasse, Wernergasse und Stieglergasse. „Das ist die schnellste, sicherste und wirksamste Methode, um rasch einen effektiven Schutz zu gewährleisten“, sagt Wolfgang Ablinger, Leiter der MA 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau). Alle weiteren Hinweise würden systematisch überprüft werden. Laut Greenpeace gäbe es 40 verdächtige Verkehrsflächen in Wien.
Es gab Kuchen, vegetarische Wraps und Twinnies. Auf den Bühnen performten Drag-Queens, Aktivistinnen und Politiker hielten Reden. Später tanzte die Menge zu DJ-Beats. Am Freitagnachmittag kamen hunderte Anrainerinnen und Anrainer sowie Mitglieder von LINKS, KPÖ, Neos, Grünen und SPÖ in Margareten zu einem Straßenfest in der Siebenbrunnengasse zusammen. Das Fest war ein Protest gegen die Identitären, die gewöhnlich am Vorabend ihrer Sommerdemo in ihrem Kellerlokal in der angrenzenden Ramperstorffergasse zusammenkommen. Aber heuer blieb es ruhig, die Polizei hatte die Demoroute untersagt (hier mehr dazu). Laut Standard wurde auch das Lokal in der Ramperstorffergasse am Donnerstagabend von vermummten Männern leer geräumt. | | © Falter/Knabel | |
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Stadtgeschichten | Chronik einer EntgleisungAm Freitag wurde Walter Ruck aus der ÖVP ausgeschlossen. Seine Funktionen in der Wirtschaftskammer und im Wirtschaftsbund will er behalten. Die ÖVP hat Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer (WKW), am Freitag aus der Partei ausgeschlossen. Ruck will dennoch nicht von seinen Funktionen zurücktreten – unter anderem weil er Rückhalt aus der Wiener Kammer und dem Wirtschaftsbund bekommt. Wir haben eine Chronologie der Ereignisse der vergangenen Tage zusammengestallt. 24. November 2025: Die WZ veröffentlicht eine Recherche über eine Postenbesetzung in der Wiener Wirtschaftsagentur. Der ehemalige Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka hat den Posten des zweiten Geschäftsführers ohne Ausschreibung bekommen. Schon damals stand Walter Ruck in Verdacht, für Juraczka lobbyiert zu haben. 17. Juli 2026: profil und Kronen Zeitung berichten über ein Gesprächsprotokoll, das Walter Ruck belastet. Er soll sich bei Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) für Juraczka eingesetzt haben. Auch für seinen eigenen Sohn soll Ruck interveniert haben, damit er bei der Wien-Wahl antreten konnte. Und er habe sich sexistisch über Wiens Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) geäußert. | | Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer und des Wiener Wirtschaftsbundes (© APA / GEORG HOCHMUTH) | 20. Juli 2026: Margarete Kriz-Zwittkovits, Vizepräsidentin der WKW, soll für Rucks Sohn auf ihre Kandidatur bei der Wien-Wahl verzichtet haben. Kriz-Zwittkovits beteuert, nie mit Ruck über die Kandidatur gesprochen zu haben. Sie spricht von einer „Kampagne“ gegen Ruck und von „flapsigen“ Sagern auf einer illegal angefertigten Tonaufnahme. Sie stehe hinter dem Präsidenten. 20. Juli 2026: ÖVP-Kanzler Christian Stocker kritisiert Ruck scharf: „Die medial kolportierten Aussagen sind zutiefst irritierend und widersprechen dem Frauenbild und Politikverständnis der Volkspartei“, sagte er. Martha Schultz, Chefin der Österreichischen Wirtschaftskammer (WKO) legte Ruck den Rücktritt nahe: Seine Aussagen „entsprechen in keiner Weise unserem Weltbild noch unserer Kultur, wie Entscheidungen getroffen werden". Sie gehe davon aus, dass Ruck „die richtigen Schritte setzen wird.“ 21. Juli 2026: profil und Kronen Zeitung berichten von weiteren Aussagen, die Ruck in einem privaten Gespräch gemacht haben soll. Er soll Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) als Typ „Sachbearbeiter und Vorstandsassistent“ bezeichnet haben. Auch über Industrielle habe er sich abwertend geäußert. Das Vertrauen in Ruck sei „zutiefst erschüttert", sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. 21. Juli 2026: Die Wiener FPÖ beantragt einen Sondergemeinderat zu Ruck und dem Leiter des Wiener Marktamts Andreas Kutheil (hier mehr über die Falter-Recherchen). 21. Juli 2026: Der Ethikrat der ÖVP beginnt, sich mit der Causa Ruck zu befassen. 21. Juli 2026: Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) äußert sich erstmals öffentlich zur Causa. Er kenne Ruck anders, sagt er zur APA, nämlich als umsichtigen und vertrauensvollen Gesprächspartner. „Ich kann nur sagen, dass ich mit Präsident Walter Ruck immer ein ausgesprochen gutes Einvernehmen gehabt habe. Das zeigt ja auch die Bilanz, dass wir als einziges Bundesland drei Jahre hindurch ein Wirtschaftswachstum gehabt haben.“ 22. Juli 2026: Die Wiener Wirtschaftskammer sagt gegenüber der APA, dass Ruck nicht zurücktreten werde. Auch vom Wiener Wirtschaftsbund, dem Ruck ebenfalls vorsteht, heißt es, dass es keinen Rücktritt geben wird. 23. Juli 2026: Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) fordert Ruck zum Rücktritt auf. Auch Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec spricht sich für einen Parteiausschluss aus. 24. Juli 2026: Mehrere Medien berichten von einem Brief Rucks an den Bundesparteivorstand der ÖVP. Darin spricht Ruck von einer Kampagne gegen sich. „Es wurden Zitate aus einer potenziell illegalen Tonaufnahme publiziert, deren Echtheit – so eine authentische Aufnahme überhaupt existiert – von mir nicht überprüft werden kann.“ Es gäbe zudem „keinen einzigen, rechtlich relevanten Vorwurf“. Er werde weiterhin Präsident der Wiener Wirtschaftskammer und Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes bleiben. 24. Juli 2026: Am Nachmittag tagt der ÖVP-Ethikrat und legt Ruck den Rücktritt nahe. Dem Parteivorstand empfiehlt er, „die ihnen geeignet erscheinenden Maßnahmen und Sanktionen bis hin zum Ausschluss zu ergreifen“. Am Abend kommt der Bundesparteivorstand der ÖVP zusammen und beschließt Rucks Ausschluss. Ruck habe keine Bereitschaft gezeigt, „an einer Aufarbeitung oder Klärung mitzuwirken.“ |
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Grätzelrundgang | Alt-Hietzing (1130)von Sophie Radel | | Der Name Hietzing ehrt den römisch-deutschen Kaiser Heinrich den Zweiten, die erste Erwähnung im Jahr 1130 entspricht zufällig der heutigen Postleitzahl. Ein etwas kleineres Imperium gründete sich 1993, als der Küchenchef und Kochbuchautor Ewald Plachutta auf dem Hietzinger Platzl sein erstes Tafelspitzrestaurant eröffnete. Das Plachutta Stammhaus war das erste von dreien und hält bis heute die Stellung. Wiener kommen bevorzugt zu besonderen Anlässen, Touristen haben viel über das grün gehaltene Restaurant und von den berühmten Kupferkesseln mit österreichischem Rindfleisch gelesen. Der Apfel fällt nicht weit vom Stammhaus: Sohn Mario Plachutta beschloss 2006, nebenan was Italienisches aufzumachen, heute führt er das Mario mit seinen beiden Kindern. Hinter der Glasfront gibt’s authentische Pasta und momentan Osso Bucco von der ausgelösten Kalbsstelze. Schon allein wegen der Oliventapenade, die zum Tischgedeck zählt, ist das Restaurant hier angesehen. Alt-Hietzing ist kein Ort für kulinarische Experimente, eher Aufmarschgebiet der Gastrogroßmächte. Die Hietzinger selbst sind nicht fürs Trendsetzen bekannt, mit 45 Jahren im Schnitt ist es auch der älteste Bezirk Wiens. Und Touristen, die Schönbrunn hier anspült, interessieren sich wohl eher fürs gediegene Wiener Original. Wie die Kurkonditorei Oberlaa im früheren Dommayers Casino, wo einst Johann Strauss (Vater wie Sohn) konzertierte. Auf der Speisekarte geht die Kurkonditorei keine Risiken ein: Deftiges wie Krautfleckerl oder LaaKronen genannte kleine Mandel-Macarons, hier eben im kaiserlichen Gastgarten. Wird’s draußen heiß, liegt die bürgerliche Eisdiele gegenüber im Vorteil: Der Haubenkoch Anton Rusnak führt draußen in Ober St. Veit sein Eisgeschäft Anton’s Tafel, das im Winter auch Restaurantbetrieb hat. Später nahm er dieses kleine Lokal dazu, am Schnittpunkt Auhofstraße, Lainzer Straße, Hietzinger Hauptstraße. Sein Fachwissen erwarb er beim Studium an der Carpigiani Gelato University in Bologna, man schmeckt es im Dunklen-Schoko-Eis, das es nur an Wochenenden gibt. Die Kugel kostet 2,40 Euro, die Rechnung lässt sich nur mit Bargeld begleichen Den gesamten Grätzelrundgang mit allen eingezeichneten Lokalen finden Sie hier. |
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Frage des Tages | Wie viele Friedhöfe gibt es in Wien?1. 23 2. 38 3. 55 Auflösung von Freitag: Das Bretzeneck war ein Handelsplatz im ersten Bezirk für Bretzen-Gebäck (kein Kloster im 14. Bezirk und kein legendäres Beisel in der Josefstadt). |
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Events des Tages | | AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER |
| AusstellungDie Ausstellung „Weltmacht Liebe“ zeigt Liebe als eine Kraft, die Politik, Geld oder Gewalt überlegen ist. Bernhard Fetz, Leiter des ÖNB-Literaturmuseums, hat gemeinsam mit Ko-Kuratorin Katharina Kaska antike Handschriften, Drucke, Partituren, Fotografien, Briefe und andere Autografen ausgewählt. Dabei spannen sie den Bogen weit über das Romantische hinaus, bis hin zu Nächstenliebe und familiärer Zuneigung. (Nicole Scheyerer) Österreichische Nationalbibliothek, tgl, 9.00 bis 18.00, Do 9.00 bis 21.00 (bis 1.11.)
TheaterDas Stegreiftheater in der Maroltingergasse ist eine Wiener Institution. Vielleicht die purste, ehrlichste Form von Boulevardtheater. In der Reihe „Stegreif Klassik“ ist heute „Das Freudenhaus vom Liebhartsthal“ zu sehen (Jugendverbot!). Tschauner Bühne, 19.30 |
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Buchtipp | Ursula Krechel: Die da Hinter dem kleinen, flapsig wirkenden Titel „Die da" verbirgt sich die große lyrische Welt von Ursula Krechel. In dem Band hat die deutsche Autorin ausgewählte Gedichte versammelt und selbst mit einem Nachwort versehen. Es geht um „Entitäten, die sich anziehen und abstoßen, sich überlagern und miteinander in Kontakt treten“. Die Büchnerpreisträgerin (2025), die sich historischer Bezüge und assoziativ bei Dichterinnen und Autoren bedient, ist eine Nachfahrin Ingeborg Bachmanns. Jedes Wort muss bei ihr der strengsten Überprüfung und Reflexion standhalten, und immer ist alles politisch: „Männlich ist der Wind in vielen bekannten Sprachen / und die Luft aria, aria, Ariel /bestreicht das weibliche Geschlecht.“ Zentral ist auch die Liebe: „Aber nie ist jemand / wahnsinnig geworden /aus Mangel an Liebe /die er nicht empfand.“ (Sebastian Gilli) Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at |
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Feedback | „Immerhin hat nicht jeder eine Reiseschutzversicherung.“ Bis zu diesem abschließenden Satz im Artikel „To Demo or not to Demo“ über die Absage des Identitären-Marsches hatte ich nicht darauf geachtet, wer den Falter.morgen redaktionell verantwortet. Aber als ich diesen Satz gelesen hatte, wusste ich: Das war die Klimpfinger. So trocken, keck und punktgenau schreibt eben nur die Fini-Biographin. Und schon gehe ich vergnügt in den Tag. J. Dengler
Lieber Gerhard Stöger! Ein großartiger Morgenbrief, inhaltlich gelungenst, sprachlich eine Freude.Bin mit dem Lesen noch gar nicht fertig, aber mit dem Tippen. Beate Wallner
Die Roten, die Schwarzen, die Grünen, die Pinken, die – ja auch die!- Blauen! Es ist so schade: in jeder Partei finden sich ehrlich gute Leute und solche präpotenten Selbstbediener und Emporkömmlinge ohne Wissen und ohne Scham. Ich plädiere für eine Partei der Guten – die ließe sich wählen. Aber das? Frau Dusl – Das war ja wirklich eine Einladung zu einem Öffi-Abenteuer-Fahren! Ein grantiger gepinselter Schwarzkappler kann aber auch ungemütlich werden. :-) Eva Zeitlberger |
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