✍Das „Raus aus dem Asphalt“-Programm ist eines der Prestigeprojekte der Stadt. Der Fördertopf ist aber ausgeschöpft und wird nicht aufgefüllt. Und jetzt? >> ESC-Kolumne: Monsterrocker Lordi trifft auf Boy George >> Event-Tipps fürs Wochenende von Gerhard Stöger >> Grundkurs Kochen: Kukuruzsalat Thai-Style Wetterkritik: In der Früh könnten die Wolken noch Krokodilstränen vergießen, aber Tränen trocknen schnell. Die Sc…
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FALTER.morgen – Der Wien-Newsletter / Von Mitteln und Wegen / 15.05.2026 / Sie starten in den Tag mit Viktoria Klimpfinger }}

Das „Raus aus dem Asphalt“-Programm ist eines der Prestigeprojekte der Stadt. Der Fördertopf ist aber ausgeschöpft und wird nicht aufgefüllt. Und jetzt? >> ESC-Kolumne: Monsterrocker Lordi trifft auf Boy George >> Event-Tipps fürs Wochenende von Gerhard Stöger >> Grundkurs Kochen: Kukuruzsalat Thai-Style

Wetterkritik: In der Früh könnten die Wolken noch Krokodilstränen vergießen, aber Tränen trocknen schnell. Die Schauer verziehen sich, es bleibt kühl mit maximal 17 Grad.


Guten Morgen!

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich: Bei den multiplen Krisen um uns herum würde ich manchmal gern den Kopf in den Sand stecken. Auf Asphaltflächen geht das aber denkbar schlecht, bei dem Versuch holt man sich maximal eine eskapistische Gehirnerschütterung. Dabei widmet sich die Stadt Wien seit einigen Jahren gezielt der Entsiegelung und Begrünung von Asphaltwüsten und Betonflächen – nicht um den Kopf danach endlich in den Sand stecken zu können freilich, sondern um der Klimakrise die Stirn zu bieten. In dieser Legislaturperiode stehen allerdings die enger geschnallten Gürtel im Vordergrund, um das Budget zu konsolidieren. Wie sich das auf die Umgestaltung der Stadt auswirkt, erzähle ich Ihnen gleich. 

Außerdem: Im letzten Teil unserer ESC-Kolumne berichtet Tex Rubinowitz von einer ungewöhnlichen Begegnung beim heurigen Song Contest. Gerhard Stöger hat Ideen für Ihre Wochenend-Pläne. Und im Grundkurs Kochen machen wir Maissalat thailändischer Art.

Ein schönes Wochenende wünscht

Viktoria Klimpfinger


Heute für Sie auf falter.at:

  1. Soll man Künstlerinnen und Künstler für die Politik ihrer Regierung bestrafen – etwa, indem man ihre Auftritte boykottiert? Die Frage wird angesichts heftiger Proteste gegen die Songcontest-Teilnahme Israels und die Präsenz Russlands bei der Biennale in Venedig heiß diskutiert. Matthias Dusini hat sich des Themas angenommen und nach Antworten über Sinn, Unsinn und Legitimität von Boykotten im Kulturbereich gesucht.

  2. Haben Sie einen Garten? Dann treibt Sie dieser Frühling wahrscheinlich auch zur Verzweiflung. Bislang wollte es einfach nicht warm genug werden, um mit dem Anpflanzen zu beginnen. Andererseits: Es gibt Leute, die ihren ersten Salat heuer längst geerntet haben. Für sie endet das Gartenjahr eigentlich nie, berichtet Ingrid Greisenegger. Was ist ihr Geheimnis?

  3. Und weil wir gerade dabei sind – im Supermarkt hat die Zucchinisaison längst begonnen (wobei, eigentlich endet sie dort ja auch nie). Für Katharina Seiser heißt das: Zeit für einen türkischen Klassiker. Sie macht diese Woche Zucchinipuffer mit Minzjoghurt. Mit Feta, Frühlingszwiebeln und vielen anderen Kräutern wird aus dem Sommerkürbis eine herzhafte Mahlzeit – als Hauptspeise oder zwischendurch.

PS: Die Wiener Festwochen, die dieses Wochenende starten, werden heuer 75. (Tipps für besonders sehenswerte Events hat Sara Schausberger hier zusammengestellt). Sie sind aber nicht das einzige Festival, das einen (halb-)runden Geburtstag zelebriert. Die Redaktion von FALTERs Best of Vienna feiert aus diesem Grund die wichtigsten Kulturjubiläen des Jahres 2026 zusammengestellt. Die Albertina ist beispielsweise schon beachtliche 250.

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Heike (59) arbeitet als Objektleiterin in einer Gebäudereinigung. Sie gerät zunehmen in Konflikt zwischen der Verantwortung gegenüber den eigenen Mitarbeiter*innen und den harten Bedingungen der Arbeitswelt im Niedriglohnsektor – und stößt dabei zunehmen an ihre Grenzen. 

21. Mai, 20:00 Uhr - Premiere mit anschließendem Gespräch mit Hauptdarstellerin Sabine Thalau im Stadtkino im Künstlerhaus. Hier geht´s zu den Tickets.

Schwere Trennung vom Asphalt

Seit 2021 ist das „Raus aus dem Asphalt”-Programm ein Vorzeigeprojekt der Stadt Wien. Gerät es unter dem Spardruck ins Stocken?

Zwischen Rax- und Gudrunstraße ist nicht viel Platz für Grün. Das Grätzel zählt zu den am dichtesten bebauten Flecken des Bezirks, wenn nicht der Stadt. Das ganze Grätzel? Nein. In den vergangenen Jahren haben Stadt und Bezirk rund um die Herzgasse ein kleines gallisches Dorf errichtet. Ein sogenanntes Supergrätzel, genau da, wo das Verweilen auf der Straße bisher nicht ganz so super war. Inspiriert sei das Ganze von den Superblocks in Barcelona, sagte Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) vorige Woche bei der Eröffnung. Über 7.000 Quadratmeter wurden hier entsiegelt und begrünt, gekostet hat das rund 8 Millionen Euro. Die Initiative „Raus aus dem Asphalt“ ist Simas Leuchtturmprojekt der vorigen Legislaturperiode. Nun läuft es auf Sparflamme. 

Um das milliardenhohe Budgetdefizit zu verkleinern, setzte die Stadt an allen Ecken den Rotstift an, auch an denen, die dringend etwas mehr Grün bräuchten. Von 2021 bis 2025 hat sie mit dem Fördertopf „Lebenswerte Musterstadt” insgesamt 100 Millionen Euro in 344 Entsiegelungs- und Begrünungsprojekte investiert – sie sind „umgesetzt, in Umsetzung befindlich oder fix geplant“, heißt es auf der Projekt-Website. Ende Jänner 2025 war der Topf leer, nachgefüllt hat ihn die neue alte rot-pinke Stadtregierung nach der Wien-Wahl im April 2025 nicht. Er sei nicht eingespart, sondern „planmäßig ausgeschöpft” worden, heißt es aus dem Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) im November. Gerechnet hätte man aber dennoch damit, hört man aus manchen Bezirken. Und auch eine Sprecherin von Planungsstadträtin Sima schreibt dem Falter.morgen, der Fördertopf sei „im aktuellen Regierungsprogramm gestrichen und daher ist die Förderung etlicher Projekte aktuell schlichtweg nicht möglich.”

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Begrünter Innenhof mit jungen Pflanzen, Baumstütze, Sitzbänken, Pavillon, Hängematten und angrenzenden Altbauten bei Tageslicht.
Das Supergrätzel wurde vorige Woche mit einem großen Grätzelfest eröffnet. (© Falter/Klimpfinger)

Einige Leuchttürme sind also erst einmal stillgelegt: die Umgestaltung der Lerchenfelder Straße, der Gumpendorfer Straße, der Wallensteinstraße oder auch der Rad- und Gehweg über die Stadlauer Brücke in der Donaustadt. Im Koalitionsabkommen bekennt sich die Stadtregierung dennoch breitspurig zu „Raus aus dem Asphalt”. Straßenzüge und Plätze sollen weiter entsiegelt, begrünt, gekühlt werden – „nach Maßgabe der finanziellen Mittel”. 

Man wolle sich dabei stärker auf Flächenbezirke konzentrieren, die seien in der Vergangenheit zu kurz gekommen, sagt Sima. Sie stehen aber auch finanziell besser da. Denn ohne Förderungen müssten die Bezirke die Entsiegelung nun aus der eigenen Börse stemmen. Floridsdorf hat etwa 21 Millionen Euro an Rücklagen, Liesing 13,8 Millionen, Simmering 4,8 Millionen. Andere Bezirke wie Mariahilf, Neubau, Alsergrund, die Josefstadt, Hietzing oder Penzing haben gar keine. Allerdings gibt es auch Bundes- oder EU-Förderungen, um die die Bezirke ansuchen können. „Bei der Umgestaltung vom Josef-Matthias-Hauer-Platz vor dem Café Hummel springt nun der Bund mit einer Förderung ein“, sagt Martin Fabisch (Grüne), Bezirksvorsteher der Josefstadt. Am Mittwoch fiel der Spatenstich für einen weiteren Abschnitt der Simmeringer Hauptstraße, kofinanziert von der EU.

Der Fokus liegt aber ohnehin auf der Entsiegelung und Begrünung von Bahnhofsvorplätzen. Im Vorjahr wurde etwa der Julius-Tandler-Platz vor dem Franz-Josefs-Bahnhof umgestaltet. Der Maria-Restituta-Platz bei der S-Bahn-Station Handelskai befindet sich gerade mitten im Umbau. Am Hauptbahnhof fällt noch heuer der Spatenstich und der nächste dann am Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf. Nötig ist das bestimmt, immerhin sind die meisten dieser Plätze tatsächlich brachasphaltierte Hitzeinseln. Und es ist kosteneffizient: Einen Teil übernimmt die ÖBB. Für den Franz-Jonas-Platz hat die Stadt außerdem um EU-Förderung angesucht. Die Umgestaltung des Pratersterns 2023 wurde sogar zu 100 Prozent mit EU-Mitteln finanziert. 

Ein paar andere Projekte, die anstehen, stammen noch aus der vorigen Legislaturperiode. Sie sind also durch den Fördertopf abgesichert. Die Umgestaltung der Fußgängerzone der Favoritenstraße zum Beispiel, oder die Äußere Mariahilferstraße. Und auch das Supergrätzel in Favoriten. Das erste von vielen? „In dem Stil leider nicht, aufgrund der budgetären Restriktionen”, sagt Sima. Aktuell suche sie nach Möglichkeiten, weitere Supergrätzel kostengünstiger zu gestalten. „Wir überlegen, wie wir Barcelona in Wien umsetzen”, sagt sie und meint damit, dass die Superblocks in der spanischen Metropole eher rudimentären Do-it-yourself-Charakter haben. Das Selbermachen fördert die Stadt übrigens nach wie vor: Für Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen in Innenhöfen gibt es bis zu 10.000 Euro. 

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DER VERLORENE MANN mit Harald Krassnitzer

Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer und August Zirner brillieren in einer ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung. „Eine unerwartete Ménage-à-trois mit feinem Humor, ganz viel Empathie und sogar einem erstaunlichen Maß an Horniness.“ Filmstarts.de 

Jetzt im Kino


Stadtnachrichten

Die Wiener Ärztekammer forderte am Mittwoch, dass Ärztinnen und Ärzte in ihren Ordinationen Medikamente ausgeben dürfen. Das sei „keine Hausapotheke“, sagte Kammerpräsident Johannes Steinhart, sondern eine „Notversorgung“ und eine Erweiterung zum Angebot der Apotheken. Man müsse kranke Menschen dann nicht erst zu einer Apotheke schicken, die möglicherweise weit entfernt sei oder erst am nächsten Tag wieder öffne. Auch die Gefahr, dass Medikamente nicht abgeholt werden, würde reduziert werden. 

Laut einer Umfrage im Auftrag der Ärztekammer sind 61 Prozent der Ärztinnen und Ärzte dafür. Bei Jüngeren seien es 83 Prozent. 

Die Apothekerkammer ist allerdings dagegen. Sie bezeichnete den Vorschlag als „medizinisch fragwürdig“ und „gesundheitspolitisch fahrlässig“. „Wer Apotheken die Grundlage entzieht, fördert nicht die Gesundheitsversorgung. Er zerstört sie – langsam, aber sicher", sagte Philipp Saiko, Präsident der Apothekerkammer Wien.


Falter-Radio am Wochenende

ab Samstag online

Anne Applebaum: The European Moment? – #1634

Die US-amerikanisch-polnische Autorin und Historikerin Anne Applebaum fordert in ihrer Rede am Wiener Judenplatz, dass die „Alte Welt“ sich als Alternative zur Rückkehr der rückwärtsgewandten Ideen des autoritären Nationalismus positioniert. Sie ist überzeugt: Wie Europa diese Fragen beantwortet, wird das Schicksal der Welt prägen. Die Folgen hören Sie ab Samstag hier.

Seit 2019 liefert die von der ERSTE Stiftung initiierte Rede an Europa eine grundsätzliche Reflexion zur Gegenwart und Zukunft Europas. Als Ort dient der Wiener Judenplatz, der daran erinnert, dass Europa nur im Spiegel seiner Geschichte verstanden werden kann.


ab Sonntag online

Wer verteidigt jetzt Europa? – #1635

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Europaflagge mit gelben Sternen auf blauem Hintergrund weht an Fahnenmast, oben links Logo „Falter Radio“.

Die USA verabschieden sich, Russland stellt sich auf neue Kriege ein. Die Streitkräfte des Kontinents sind trotz Aufrüstung bei primär nationalstaatlicher Aufrüstung überfordert. Die deutsche Sicherheitsexpertin Jana Puglierin zeichnet im Gespräch mit Tessa Szyszkowitz  im Bruno Kreisky Forum ein ungeschminktes Bild. Ab Sonntag hier zu hören.


Song Contest

Do You Really Want To Hardrock?

© Tex Rubinowitz

Skandale, Skandälchen, Schnurren, Pech und Pannen begleiten den Song Contest, seit jeher, seit es ihn gibt, also seit siebzig Jahren, immer ist irgendwas.

Auch seltsame Koinzidenzen, am Montag nach dem Wettbewerb erinnert man sich an nichts mehr, oder nur wenn es nachhaltig Wert war, nach Art von Stille-Post weitergeben zu werden, oder auch nur als Gerücht oder Wunschdenken, dass zum Beispiel Udo Jürgens sich 1966 deswegen nach seinem Sieg auf Französisch bedankt hat („Merci Jury“), weil er von Deutschland keinen einzigen Punkt bekommen hat, und sein Name auf lizenzierten Plattenhüllen in umlautunerfahrenen Nationen nicht unoft mit Üdo Jurgens zu lesen war.

Nachdem 2015 Österreich als Gastgeberland skandalöserweise am Ende lediglich null Punkte bekommen hat, auch wenn man niemandem nicht nichts geben kann, und man dieses Schicksal dankenswerterweise mit Deutschland teilen musste, nach dem Motto „Geteiltes Leid ist halbes Leid“, war das neben dem Präzedenzfall der niederträchtigen und undankbaren Gäste auch eine Überlegung wert, wie es denn wäre, wenn sich das Gastgeberland entschlossen hätte, den Wettbewerb deswegen zu boykottieren, so als späte Rache. „Macht Euren Mist alleine, ich bin dann mal weg, bitte hinterher das Licht ausmachen und nochmal feucht durchwischen.“. Aber das ist nicht passiert.

So wie auch nicht die vielleicht exotischste Begegnung heuer, der angereiste Monsterrocker Lordi („Hard Rock Halleluja“, Sieger von 2006), der in der ESC Woche, wie jedes Jahr, kleinere Auftritte am Rande der Veranstaltung absolviert, trifft auf Boy George, verblühter Sänger der Achtzigerband Culture Club („Do you really want to hurt me?“), der den banalen Beitrag aus San Marino mit ein bisschen glamouröse Gesangsunterstützung adelte, Lordi und Boy lassen sich das natürlich bezahlen, Lordi ist Lateinlehrer in Lappland, Boy hat zeitweise als Straßenkehrer in London gearbeitet, ein Zubrot ist beiden vermutlich nicht unwillkommen, und vielleicht entsteht ja nach dem ESC eine Kooperation Beider: „Do you really want to hard rock?“.


Loge 17

Dieser Krieg, über den ich mir hier Notizen mache, wie alle anderen Kriege auch. Machiavelli hat schon recht: „Der Krieg beginnt, wann Du willst, aber er endet nicht, wann Du willst.“

Harry Bergmann schreibt in seiner aktuellen Kolumne über den Krieg und Schach.

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Wie prägen digitale Technologien die Zukunft der Kreativwirtschaft?

Die Creative Days Vienna 2026 widmen sich der Frage, wie Kreativschaffende digitale Tools nicht nur nutzen, sondern durch innovative Alternativen ergänzen können. Auf Einladung der Wirtschaftsagentur Wien kommen internationale Gäste aus Kunst, Design, Forschung und Technologie nach Wien – darunter Shumon Basar und Günseli Yalcinkaya.

Die Creative Days Vienna sind Teil der „ViennaUP – The Startup Festival“, initiiert von der Wirtschaftsagentur Wien und ViennaBusiness für die Stadt Wien.


Frage des Tages

Was zeigt unser Satellitenbild?

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Satellitenbild eines Uferbereichs mit Straßen, Grünflächen, Gebäuden und einer bunten Steganlage am Wasser.
© Geoland

Auflösung von Mittwoch: Bereits in der Zwischenkriegszeit gab es eine Gruppe, die regelmäßig ins kühle Nass sprang. Beim Eisstoß 1929 hackten sie sogar ein Loch in die gefrorene Donau. Sie trug den Namen: „Verkühl dich täglich“ (nicht „Eis, Eis, Baby“ oder „Hatschi!“).


Wochenendevents

Bild von Gerhard Stöger
AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER

Neue Musik

Der Komponist und Performer Julius Eastman (1940–1990) zählte zu den radikalsten Figuren der New Yorker Avantgarde. Seine repetitiven, körperlichen Kompositionen verbinden Minimal Music mit Improvisation, Groove und politischer Wucht. Nach seinem frühen Tod geriet er fast in Vergessenheit. Heute wird Eastman als zentrale Stimme experimenteller und queerer Klangkunst neu entdeckt. Ein 17-köpfiges Ensemble mit Streichern, Blas- und Zupfinstrumenten, Klavier und Stimme widmet sich am Freitag seinen hypnotischen Klangwelten: Gespielt werden die schillernde „Femenine“ und das rhythmisch-exzessive „Stay On It“. Zwei Filme über Eastmans Leben, Kunst und Einfluss ergänzen den Abend. (Miriam Damev)

Reaktor, Fr 19.00


Wiener Festwochen / Musik

Gleich zu Beginn der Wiener Festwochen steigt heute Freitag ein wilder Konzertabend. Im Mittelpunkt steht Gebenedeit, die „literarisch-liturgische“ Musikunternehmung der Schriftstellerin Lydia Haider mit Johannes Oberhuber (Orgel, Bass) und Vinzenz Landl (Elektronik). Die Texte mögen es gerne kunstvoll garstig („Eine Missgeburt Gottes bist du“), der Vortrag spielt mit Bedeutungsschwere und Erhabenheit, die Musik mit sakraler Anmutung.

Badeschiff, Fr 22.00


Literatur

Unabhängige kleine Verlage präsentieren sich bei den Kritischen Literaturtagen (kurz: KriLit) in der Brunnenpassage mit ihren gesellschaftskritischen Büchern. Das Motto der dreitägigen Veranstaltung lautet „Literatur für die Weltverbesserung“ – eine große Ansage, salopp hingeworfen. Ob Literatur die Welt zu verbessern vermag? Gewiss kann sie einzelne Leben – sowohl Schreibender als auch Lesender – verändern. Und das ist doch schon was. (Sebastian Fasthuber)

Brunnenpassage, Fr 14.00 bis 20.00, Sa, So 12.00 bis 18.00 (Eintritt frei)


Film

Wie eine Pop-Ikone zum Filmstar wurde, zeigt „We Got Cher Babe“, ein kleines Tribute aus Anlass des 80. Geburtstags der Sängerin Cher. Den schauspielerischen Durchbruch brachte ihr „Silkwood“ (1983) von Mike Nichols: Der auf wahren Begebenheiten fußende Thriller erzählt von einer Gewerkschafterin, die einen vertuschten Unfall in der Plutoniumfabrik aufdecken will, in der sie und ihre Liebsten arbeiten. Meryl Streep, die die Titelheldin spielt, nahm Cher – als Dolly, lesbisches Love-Interest – beim Dreh unter ihre Fittiche, was dieser eine Oscarnominierung einbrachte. Für die Komödie „Moonstruck“ (1987) nahm Cher den Goldbuben schließlich mit nach Hause. (Michael Omasta)

Gartenbaukino, 16. bis 20.5.; www.gartenbaukino.at


Wiener Festwochen / Performance

Cowboys sind einsame Helden, die auf dem Rücken eines Pferdes durch die Prärie reiten, einen Grashalm im Mund. Dann und wann betreten sie einen Saloon oder zücken ihren Colt. Die Performance-Künstlerin und Musikerin Netti Nüganen, bekannt als Darstellerin in den Stücken von Florentina Holzinger, dekonstruiert im Solo „This is not Montana“ den Mythos des Cowboys. Die Performance findet bei freiem Eintritt im Festivalzentrum der Wiener Festwochen statt. (Sara Schausberger)

Badeschiff, So 21.00


Buchtipp

Chris Blackwell: Als die Boxen in den Bäumen hingen

Der junge Sir stand verzweifelt im dichten tropischen Wald von Jamaika. Nach einem Bootsunfall hatten ihn seine Kumpels losgeschickt, um Hilfe zu holen. Inzwischen war er dehydriert und kurz vorm Kollaps. Da entdeckte er eine Hütte. Und einen dieser unverständliches Zeug vor sich hinbrabbelnden Rastafari mit Dreadlocks, vor denen ihn seine Familie gewarnt hatte. Doch anstatt das Bürschchen in Nöten zu opfern, päppelte der es wieder auf.

Mit dieser Schlüsselszene beginnt die Autobiografie des Musikproduzenten Chris Blackwell, einer der einflussreichsten Figuren in der Rock-und Popmusik der 1960er-bis 1980er-Jahre. 1938 in eine englisch-jamaikanische Bananen-und Rum-Dynastie geboren, schien sein Lebensweg vorgezeichnet: die Geschäfte der Familie weiterführen. … (Sebastian Fasthuber)

Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at


Besser Lesen mit dem Falter

Buchpodcast #159 – Anna Silber

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Zweigeteiltes Porträtfoto von zwei lächelnden Frauen vor neutralem Hintergrund, unten rechts das Logo „Falter Bücher“.

Passend zum Gedenkmonat Mai ist die Autorin Anna Silber in dieser Folge zu Gast. Ihr neues Buch „Wie die Hasen“ spielt in einem kleinen Dorf im Mühlviertel, in dem Lisas geliebte und verehrte Oma Paula als Jugendliche mitgeholfen hat, einen geflohenen russischen Zwangsarbeiter auf dem elterlichen Hof zu verstecken.

Dieses Ereignis hat ihr ganzes Leben geprägt: Als Zeitzeugin in Schulen, als Ehrengast anlässlich jeder Gedenkfeier im KZ Mauthausen erinnert sie an die Gräueltaten der sogenannten „Mühlviertler Hasenjagd“. Doch plötzlich bringt Paula alles ein wenig durcheinander.

Im Gespräch versucht Petra Hartlieb mit Anna Silber der Frage nachzugehen: Was wird aus der Erinnerung, wenn die letzten ZeitzeugInnen entgleiten?

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Wiens schönste geheime Gastgärten

Mit dem Einzug des Frühlings entfaltet Wien seine lebendige Seite. Abseits der belebten Straßen bieten versteckte Gastgärten die ideale Rückzugsmöglichkeit, um in entspannter Atmosphäre kulinarische Highlights zu entdecken und den Frühling in seiner ganzen Pracht zu feiern.

Manchmal verbergen sich die schönsten Orte dort, wo man sie nicht erwartet.

Jetzt auf FALTER.at weiterlesen


Grundkurs Kochen

Wir braten – ruckediputz – diese Woche Kukuruz!

(Dieser ALT-Text wurde mithilfe von KI erstellt) Nahaufnahme eines Tellers mit gegrilltem Mais, roten Zwiebeln, Koriander und zerbröseltem Käse.
© Shutterstock

Okay, die Kukuruzzubereitung ist keine große Sache – außer man macht eine daraus: Denn das mexikanische Süßgras, das unsere deutschen Nachbarn kurz und einfallslos als Gemüsemais beschimpfen, wird in den Küchen unserer Breitengrade eher lieblos behandelt. Man öffne eine Dose und kippe den Inhalt wahlweise über fantasielose Salate oder in müde Eintöpfe – Ende der Maisstange.

Die Ambitionierteren gehen ihn vielleicht wirklich noch selbst vom Feld brocken und kochen ihn in Salzwasser tot oder schmeißen ihn – wenn in total fancy Laune – auf den Grill und buttern ihn dann anständig. Das ist zwar gut, aber es geht mehr. Fortgeschrittene Kukuruzliebhaberinnen versuchen es einmal mit einem total verwegenen Kukuruzsalat Thai-Style.

Nämlich so: Man schneide je nach Bedarf die knusprig gegrillten Körner von mehreren Kolben und vermische sie in einer Schüssel mit einer feinst gehackten roten Zwiebel, drücke eine anständige Menge an Knoblauchzehen darüber, den Saft einer Limette. Fein geschnittene rote Thai-Chilis sind Pflicht – ohne Tränen geht hier nichts! Wenn man möchte, kann man den Salat ganz wunderbar mit sonnengereiften Paradeisern vom eigenen Fensterbrett oder Beet, sofern vorhanden, aufpimpen. Kann, muss aber nicht. Was aber definitiv sein muss ist mindestens eine Handvoll frischer, gehackter Koriander. An dem führt kein Weg vorbei! Zum Schluss noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.


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