Umweltaktivisten haben sich 2023 an Fahrbahnen betoniertet, Fassaden und Autos mit Farbe beschüttet: Ab heute stehen sie vor Gericht >> Zyklusbasiertes Lauftraining: Wie funktionierts und was ist dran? >> Event-Tipps von Gerhard Stöger >> Grundkurs Kochen: FleischbällchenWetterkritik: Wenn Sie heute morgen aus dem Fenster blicken, sehen Sie vermutlich eine verschneite Winterlandschaft (bis zu 20 Zentimeter Neuschnee soll es geben). Aber gewöhnen Sie sich nicht zu sehr daran. Am Vormittag klingt der Schneefall ab, am Samstag regnet es (Vorsicht Glatteis) und am Sonntag wird es mild mit bis zu acht Grad.
Guten Morgen! In den vergangenen Monaten war es ruhiger auf Wiens Straßen. Seit sich die Letzte Generation im Sommer 2024 auflöste, wurden keine Kreuzungen mehr blockiert und niemand betonierte sich mehr auf die Fahrbahnen. Heute Morgen wird es in der Landesgerichtsstraße aber wieder zu einem Protest kommen. Die Letzte Generation hat für 8:30 Uhr zu einer Kundgebung aufgerufen. Der Grund: Wenig später beginnt der Prozess gegen mehr als 40 Aktivistinnen und Aktivisten. Worum es geht und was zu erwarten ist, lesen Sie gleich. Außerdem: Zyklusbasiertes Training bekam in den vergangenen Jahren immer größere mediale Aufmerksamkeit. Wir haben uns angeschaut, wie es funktioniert und was dran ist. Gerhard Stöger hat wie immer zahlreiche Event-Tipps für Ihr Wochenende. Und im Grundkurs Kochen machen wir gedämpfte Bällchen aus Rindfleisch. Ein schönes Wochenende wünscht Soraya Pechtl PS: Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) kündigte vor zwei Wochen an, die Latein-Stunden in der AHS-Oberstufe zu kürzen. Eine Debatte entbrannte – nicht zum ersten Mal. Jürgen Klatzer berichtet im Falter.maily über einen Latein-Eklat im Jahr 1953.
Heute für Sie auf falter.at:Schon wieder ein problematischer Todesfall in einem österreichischen Gefängnis: Ein junger Mann mit schwerer Psychose wird in eine Zelle gesteckt, obwohl er eigentlich ins Spital gehört. Seine Mutter fürchtet, dass er sich etwas antun wird – und warnt die Haftanstalt verzweifelt vor einem bevorstehenden Suizid. Vergeblich. Wenig später ist ihr Sohn tot. Florian Klenk hat die Chronologie eines Justizversagens recherchiert. Es ist ein Krampf: Um kritische Rohstoffe kommt niemand mehr herum (ohne das Lithium im Akku ihres Handys oder Computers würden Sie diese Zeilen beispielsweise nicht lesen). Gleichzeitig hat ihr Abbau nicht nur desaströse Folgen für die Umwelt, sondern auch für die damit beschäftigten Arbeiter. Noch dazu hat sich dadurch eine fatale Abhängigkeit von Problemstaaten wie China entwickelt. Wie kommen wir da raus?, fragt sich Katharina Kropshofer. Und hat österreichische Pioniere gefunden, die an neuen Lösungen arbeiten. Am Mittwoch war im Osten Österreichs ein seltenes Himmelsphänomen zu beobachten: Die Sonne zeigte sich. Allerdings nur sehr kurz. Deshalb sorgt unser dieswöchiges Rezept dafür, dass sie zumindest in der Küche scheint. Katharina Seiser macht Salat aus Blutorangen, roten Rüben und vielen anderen leuchtend bunten Ingredienzen.
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Anzeige | | Das MuseumsQuartier Wien lädt zur Eröffnung der beiden Ausstellungen: THE MATERIAL SHOW THE ROOTS OF SMALL FIRES – Milica Živković Mi 25.02., 19h, MQ Freiraum, Eintritt frei Im Anschluss Musik und Drinks
In der Ausstellung „THE MATERIAL SHOW“ stehen jene Materialen im Zentrum, die unsere gebaute Umwelt tragen, formen und strukturieren. 12 Künstler:innen richten dabei ihren Blick auf den kontinuierlichen Kreislauf von Bauen und Zerstören, von Nützlichkeit und Hinfälligkeit. Parallel dazu ist mit „THE ROOTS OF SMALL FIRES“ die erste institutionelle Einzelausstellung der multidisziplinären Künstlerin Milica Živković zu sehen. Mehr erfahren |
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„Abstrakte Gefährdung des öffentlichen Verkehrs“Heute beginnt der Prozess gegen 47 Aktivisten, viele davon Mitglieder der Letzten Generation. Sie sollen mit ihren Aktionen einen Schaden von mehreren zehntausend Euro verursacht haben. Es war eine der größten Blockade-Aktionen in der kurzen Geschichte der Letzten Generation. Am Montag, dem 20. November 2023, legten über 70 Aktivistinnen und Aktivsten den Frühverkehr auf der Südautobahn bei Mödling und auf der Westeinfahrt bei Auhof lahm. Einige von ihnen hatten sich mit einer Sand-Superkleber-Mischung an die Fahrbahn der A2 betoniert. Autofahrer standen stundenlang im Stau, viele wurden wütend. Ein Mann in Arbeiterkleidung verließ sein Fahrzeug, trat auf einen Aktivisten ein und schrie ihn an. Auch andere gingen auf die Mitglieder der Letzten Generation los, wie Videos belegen. Die Feuerwehr konnte die Aktivisten Stunden später befreien, indem sie den Asphalt aufbrach. Die Löcher, die in der Fahrbahn entstanden, wurden provisorisch mit Fertigasphalt zugeschüttet und später erneuert. Der Asfinag sei ein Schaden „in Höhe von EUR 20.364,69“ entstanden, den Freiwilligen Feuerwehren Traiskirchen und Wiener Neudorf ein „EUR 5.000,- übersteigender Schaden“, heißt es im Strafantrag der Staatsanwaltschaft Wien. Am nächsten Tag wiederholten die Aktivisten ihre Aktion, dieses Mal am Wiener Ring. Wieder musste die Feuerwehr anrücken und den Asphalt aufstemmen. Der Schaden: 750 Euro für die MA 48, 5.200 Euro für die MA 28 (Straßenverwaltung und Straßenbau) und 1.111,90 Euro für die Wiener Berufsfeuerwehr. |
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| Am 21. November 2023 betonierten sich einige Aktivisten auf die Fahrbahn des Wiener Rings. (© APA/LETZTE GENERATION) |
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Dutzende Personen wurden in den zwei Tagen verhaftet. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf, wegen schwerer Sachbeschädigung und anfangs wegen des Verdachts auf Bildung einer kriminellen Vereinigung (§ 278 StGB), des sogenannten Mafia-Paragraphen. Den Vorwurf der kriminellen Vereinigung hat die Staatsanwaltschaft inzwischen fallengelassen (hier lesen Sie eine Einschätzung von Strafrechtsexpertin Ingeborg Zerbes zu dem Vorwurf). Ab heute müssen sich aber 47 Personen wegen Sachbeschädigung, schwerer Sachbeschädigung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt vor Gericht verantworten. Darunter sind bekannte Klimaschützerinnen wie Martha Krumpeck und Anja Windl. Die Aktivisten hätten die Fahrbahn der A2 und des Rings und damit auch „wesentliche Bestandteile der kritischen Infrastruktur“ beschädigt. Die Aktion sei geeignet gewesen, um „eine abstrakte Gefährdung des öffentlichen Verkehrs hervorzurufen“, so die Staatsanwaltschaft. Bei der Verhandlung geht es aber nicht nur um die Vorfälle vom November 2023. Im Strafantrag sind zahlreiche weitere Sachbeschädigungen ab März 2023 aufgelistet. Im April 2023 sollen zwei Aktivisten die Fassade des Bundeskanzleramts mit schwarzer Farbe beschmiert haben, im Juli 2023 das Hotel „Park Hyatt“ und im Oktober 2023 das Landhaus St. Pölten mit oranger Farbe. 2024 hätten sie orange Farbe vor der Bordkartenkontrolle am Flughafen verschüttet. Und so weiter. „Alle strafrechtlichen Anzeigen aus Österreich werden gebündelt verhandelt“, sagt Laila Fuisz, eine Aktivistin der Letzten Generation auf Instagram. Sie sieht sich und die anderen Klimaschützer als Opfer der Justiz. „Es geht darum, uns als Zivilgesellschaft zum Schweigen zu bringen mit Repression und Einschüchterung. (…) Die Botschaft ist klar: ,Seht her, das passiert, wenn ihr euch gegen die bestehenden Machtverhältnisse auflehnt’“, sagt sie. Die Letzte Generation habe nur „unbequeme Fragen gestellt, gezeigt, dass die Politik versagt und alles Leben auf dem Spiel steht“. Dass sie mit ihren Aktionen auch Infrastruktur und Privateigentum beschädigt haben, erwähnt sie nicht. Dass laut Staatsanwaltschaft in zwei Jahren ein Schaden von knapp 56.000 Euro entstanden ist, auch nicht. Heute, am ersten Prozesstag, wird es um Sachbeschädigungen am Flughafen Wien und am St. Pöltener Landhaus gehen. Die Aktionen an der A2 und dem Ring sind erst im März oder April Thema. Vor Gericht werden die Aktivisten „Verantwortung übernehmen“, sagte Verteidiger Paul Kessler zum Falter.morgen. Er will Diversionen beantragen. Vorher ruft die Letzte Generation aber noch zu einem Protest vor der Landesgerichtsstraße auf, um sich „solidarisch mit den Angeklagten“ zu zeigen. |
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Stadtnachrichten | Heute Abend treffen sich wieder Burschenschafter und rechte Politiker beim Akademikerball in der Wiener Hofburg. Ab 17 Uhr lädt die Initiative „Offensive gegen Rechts“ zu einem Protest gegen die Veranstaltung. Treffpunkt ist am Schottentor, von dort ziehen die Demonstranten weiter über die Wipplingerstraße in Richtung Innenstadt bis zum Stephansplatz. Vor der Hofburg gilt wie jedes Jahr ein Platzverbot. Ab 16 Uhr müssen Autofahrer und Öffi-Nutzerinnen mit Umleitungen in der Innenstadt rechnen, möglich sind auch Straßensperren. Die Wiener Polizei empfiehlt, den Bereich großräumig zu umfahren.
Sie erinnern sich vielleicht noch an den sogenannten Hagelflieger der AUA? Im Juni 2024 geriet eine Maschine der Austrian Airlines beim Landeanflug auf Wien in ein Hagelunwetter. Die Rumpfnase wurde stark demoliert, ebenso die Cockpitscheiben. Passagieranwalt Wolfgang List beantragte, die Auswertung der Flugschreiber und Voicerecorder, um zu rekonstruieren, was im Cockpit passierte und wie die Piloten zu ihrer Entscheidung kamen, durch die Gewitterzelle zu fliegen. Die AUA reichte dagegen Beschwerde ein. Das Oberlandesgericht Wien gab der AUA nun recht, wie der ORF gestern berichtete. Die Geräte dürfen nicht ausgewertet werden. Die Sicherstellung sei nur bei Unfällen zulässig, hieß es vom OLG. Der Hagelflug wurde aber als schwere Störung eingestuft.
Wie gut sind die Öffi-Haltestellen in Wien? Sind sie sicher zu erreichen? Gibt es Sitzgelegenheiten? Sind die Stationen barrierefrei? Die Mobilitätsorganisation VCÖ unterzieht die Haltestellen der Stadt einem Fahrgast-Check. „Neben der Quantität ist auch die Qualität der Haltestellen sehr wichtig. Und diese wollen wir nun gemeinsam mit den Fahrgästen unter die Lupe nehmen“, sagt Katharina Jaschinsky vom VCÖ. Auf dieser Homepage können Sie Probleme bei Haltestellen eintragen (einfach auf die entsprechende Stelle klicken). Der VCÖ sammelt alle Meldungen und übermittelt sie an die zuständigen Stellen. |
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Falter-Radio am Wochenende | ab sofort online Suizid: Schon wieder ein vermeidbarer Häftlings-Tod – #1579 | | Eine Wiener Richterin schickt einen psychisch kranken Studenten in U-Haft, obwohl das Gesetz genau das untersagt. Die Mutter warnt Behörden und Ärzte vor einem drohenden Suizid. Auch eine Sozialarbeiterin des Gefängnisses schlägt Alarm. Dann folgt die Tragödie: Der Mann begeht Suizid. Und was ist da nur los in Österreichs Gefängnissen? Florian Klenk spricht in dieser Folge über die Geschichte eines Todes in staatlicher Obhut und das Versagen der Justiz.
ab Samstag online Stoizismus: Was uns in aufgewühlten Zeiten Halt gibt – #1580Der Philosoph Helmut Lethen sucht nach Möglichkeiten der Gelassenheit in aufwühlenden Zeiten. Der Stoizismus, die altgriechische Philosophie der emotionalen Selbstbeherrschung, Nietzsche und Freud helfen im Umgang mit Trump, Putin und dem Krieg, so Lethen. Das Gespräch mit Robert Misik im Bruno Kreisky Forum hören Sie ab Samstag hier.
ab Sonntag online Wie widersetzen wir uns dem KI-Imperium, Karen Hao?– #1581Es mangelt nicht an kritischen Kommentaren zum schwindelerregenden Tempo der Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz. Doch nur wenige sezieren die Entwicklungen so scharfsinnig wie Karen Hao, deren preisgekröntes Buch Empire of AI die inneren Abläufe von OpenAI und des Technologiesektors insgesamt offenlegt. Karen Hao wirft im Gespräch mit Eva Konzett und Misha Glenny einen Blick zurück auf einige der Gründungsmythen des Silicon Valley und zeichnet den immer größer werdenden Einfluss der KI auf unser Leben nach. |
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Sport | | Die LaufregelLange wurde im Sport kaum Rücksicht auf den weiblichen Körper genommen. Das änderte sich in den vergangenen Jahren. Wie funktioniert zyklusbasiertes Training und was bringt’s? Viele Frauen kennen das: Kurz bevor ihre Periode einsetzt, fühlen sie sich müde und ausgelaugt. An Sport ist kaum zu denken. Während ihres Eisprungs scheinen sie dagegen vor Energie zu strotzen. Der weibliche Zyklus verläuft in vier Phasen: Er beginnt mit der Menstruationsphase, darauf folgt die Follikelphase, die Ovulationsphase (der Eisprung) und die Lutealphase. In der Follikel- und Ovulationsphase erleben viele Frauen ein Hoch, während dieser Zeit produziert der Körper das follikelstimulierende Hormon FSH und vermehrt Östrogen. In der Luteal- und Menstruationsphase fühlen sich Frauen dagegen eher schlapp, weil der Hormonspiegel abfällt, dazu kommen Menstruationsbeschwerden und PMS. Das kann auch die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen. | | © roxanawilliams1920 auf Pixabay | Lange Zeit trainierten Frauen im Spitzensport nach Trainingsplänen, die von Männern für Männer gemacht waren. Sie nahmen auf den Zyklus keine Rücksicht – mit teils gravierenden Folgen. Laut Forschern der schwedischen Universität Linköping bleibt bei einem Viertel der Spitzensportlerinnen die Periode aus. Die Ursachen sind meist exzessives Training und eine Mangelernährung. Das ist nicht ungefährlich: Ein längerer Zeitraum ohne Menstruation erhöht das Osteoporoserisiko. Außerdem kann die Fruchtbarkeit abnehmen. Manche Sportlerinnen verhüten auch hormonell, um keine Leistungseinbrüche während der Menstruation zu bekommen. In den vergangenen Jahren setzte ein Wandel ein. Zyklusbasiertes Training bekam immer größere mediale Aufmerksamkeit. Das Versprechen: Frauen trainieren gesünder und verbessern gleichzeitig ihre Leistung. Wie funktioniert’s? Während der Menstruation sollten Frauen das Training eher zurückschrauben und sich nicht überlasten, zum Beispiel mit langsamen Läufen, Yoga-Einheiten, ausreichenden Ruhephasen. Und in der Lutealphase sollten sie genügend essen (ein Kaloriendefizit bedeutet zusätzlichen Stress). Während der Follikel- und Ovulationsphase kann man das Training intensivieren, Intervalle oder Langstreckenläufe sollten in diese Wochen gelegt werden. Studien und Erfahrungsberichte legen den Erfolg von zyklusbasiertem Training nahe, eine eindeutige wissenschaftliche Evidenz gibt es aber nicht. Das könnte auch daran liegen, dass jeder Zyklus individuell ist. Manche Frauen haben starke Menstruationsbeschwerden, andere gar keine. Manche fühlen sich in der Lutealphase müde, andere nicht. Manche haben einen 28-Tage-Zyklus, bei anderen dauert er 32 Tage. Was jedenfalls hilft: beim Training auf den eigenen Körper zu hören. Marathonläuferin Julia Mayer hat ihr Training an den Zyklus angepasst, nachdem sie keine Periode mehr bekam. Ein Porträt über sie finden Sie hier. |
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Frage des Tages | Welche ist die höchsten Erhebungen im Wienerwald?1. Der Schöpfl mit der Matraswarte 2. Der Hermannskogel mit der Habsburgwarte 3. Die Jubiläumswarte am Gallitzinberg Auflösung von gestern: Unser Satellitenbild zeigte den Böhmischen Prater. | | |
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Wochenendevents | | AUSGEWÄHLT VON GERHARD STÖGER |
| MusikAls Gute-Laune-Granate mögen Atzur nicht agieren. Das österreichisch-spanische Duo spielt Elektropop mit Hang zur dramatischen Geste, für Lieblichkeit bleibt da nicht viel Platz. Nun präsentiert die Boy-Girl-Band ihr zweites Album „Humble“: Von Genderstereotypen handeln die Texte, dem Erfüllenwollen von Rollen und dem Ausbrechenmüssen, dem Loslassen und von neu gewonnener Stärke. Songtitel wie „Psychodrama“, „Hate Me“ und „Chaos“ verdeutlichen, was es geschlagen hat; am Ende der Platte aber heißt es versöhnlich „Now I’m Happy“. Flucc Wanne, Fr 19.00
Performance (letzte Gelegenheit)„Jetzt bin ich eine Lesbe! Jetzt brauche ich ja kurze Haare“, heißt es in „Love Me Tender, Love Me Queer“. Und immer wieder steht die Frage im Raum, ob Liebe ein politischer Akt ist. Die Gruppe Blind Date Collaboration hat aus Interviews mit in Wien lebenden queeren Personen eine Theaterperformance gemacht. Die einzelnen Szenen zeigen die Vielfalt queeren Lebens dieser Stadt, und sie machen auch sichtbar, wie sich dieses Leben im Laufe der Generationen verändert hat. (Sara Schausberger) Wuk, Saal, Fr 20.00
Kunst (letzte Gelegenheit)Die eindrucksvolle Barockkünstlerin Michaelina Wautier (1604–1689) war lange vergessen. Der bizarre Grund: Ihre Werke wurden anderen – männlichen – Malern zugeschrieben. Anders als ihre Zeitgenossinnen schuf die flämische Malerin erstaunlicherweise nicht nur Stillleben und Porträts, sondern auch großformatige Historienbilder. Die gemeinsam mit der Royal Academy of Arts in London produzierte Schau – unter anderem enthält sie US-Leihgaben wie „Zwei Jungen beim Seifenblasen“ – hat nur noch bis 22. Februar geöffnet. (Nicole Scheyerer) Kunsthistorisches Museum, Fr–So 10.00 bis 18.00
Musik-FestivalMusikalische Vielfalt ist beim Akkordeonfestival Programm. Keltischer Folk und Interpretationen von Beatles-Songs, Volksmusik und Klassik, Tangos und Crossover-Jazz: All das und noch einiges mehr ist bei der 27. Ausgabe der Konzertreihe zu erleben. Sie startet morgen Samstag mit einem Auftritt der Gruppe Alma im Theater Akzent und findet bis 15. März in diversen Locations statt. Los geht es in der Evangelischen Auferstehungskirche (7., Lindengasse 44) mit Orquesta Típica ViTa MusicA, einer Initiative zur Förderung argentinischer Tango-Musik in Wien. Details: akkordeonfestival.at
DiskussionIn ihrem Buch „Lebenswerk. Über das Mutterwerden“ verarbeitet Rachel Cusk das erste Jahr nach der Geburt. Ganz ohne rosarote Brille: Die britische Autorin zeigt ein realistisches Bild der Mutterschaft – was auch heißt, dass sie einige gängige Illusionen bricht. Anlässlich der Uraufführung der gleichnamigen Bühnenfassung im Theater Nestroyhof Hamakom beschäftigt sich die Diskussion „reden über ... Mütter in der Theaterwelt“ mit strukturellen Herausforderungen für Frauen mit Kind(ern) sowie den nötigen Rahmenbedingungen für Frauen, die nach der Karenz wieder ins Arbeitsleben zurückkehren. (Nahla Hamula) Theater Nestroyhof Hamakom, So 11.00
Tonträger-BörseDas Chelsea ist vieles, aber nicht unbedingt ein Ort kunstsinniger Hipster. Zeitgeist? Geh bitte! Zeitlos gute Musik? Ja, gern. Seit Jahren lädt das Gürtellokal auch in unregelmäßiger Regelmäßigkeit zur Schallplattenbörse. Oder genauer gesagt: zum Vinyl & CD Flohmarkt. „Von privat an privat“ lautet das Motto, und nicht selten verkaufen Stammgäste ausgewählte Stücke aus ihrer Sammlung. Was aber nicht heißen soll, dass nur Gitarrenmusik zu haben wäre. Und Hipster finden sich unter der Flohmarkt-Kundschaft bisweilen eh auch. Kein Wunder: Vinyl ist seit einiger Zeit ja wieder angesagt. Chelsea, So 14.00 bis 19.00 (Eintritt frei) |
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Buchtipp | Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Franz Fiala stinkt' s! Als fleißiges Rädchen in der EU-Bürokratie hat er sich über Jahrzehnte zwischen seinen hehren Idealen und den für ihn oft niederschmetternden realpolitischen Entscheidungen aufgerieben. Jetzt blockieren Wutbauern die Straßen von Brüssel und laden Jauche und Mist vor dem Kommissionsgebäude ab. Fiala beschließt, seine kleine Bürozelle zu verlassen und nicht mehr zurückzukehren. Wir wissen nicht, ob die Novelle „Die Lebensentscheidung“ auch Robert Menasses Abschied von der Europäischen Union ist. Gut 15 Jahre beschäftigt sich der österreichische Autor schon mit der Materie; zwei Romane und zwei Essaybände sind daraus hervorgegangen. Im neuen Buch bildet die EU nun nicht mehr das alleinige Zentrum. Die Erzählung pendelt mit Franz Fiala zwischen Brüssel, wo er eine Freundin hat, und Wien, das ihm wieder zur Heimat werden soll. … (Sebastian Fasthuber) Die gesamte Rezension und mehr über das Buch unter faltershop.at |
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Grundkurs Kochen | Mag jedes Kind: Bällchen vom Rind | | © Shutterstock | Die Fleischproduktion ist verantwortlich für Welthunger, Klimawandel und Tierquälerei. Das hält uns nicht davon ab, hin und wieder auf qualitätsvoll und biologisch produziertes Rindfleisch zurückzugreifen. Ein einfach herzustellendes und extrem stärkendes Gericht wären da die gedämpften Fleischbällchen. Dazu gibt man ungefähr 350 Gramm Rinderfaschiertes in eine große Schüssel und mischt die davor fast zu Atomgröße zerkleinerte Zwiebel oder Schalotte und die fast auf Molekülgröße gehackte Knoblauchzehe dazu. Wer es eher asiatisch mag, kann nun etwas Ingwer (molekulare Größe), einen Schuss Sojasauce, etwas Reiswein, ein wenig Zucker und Sesamöl hinzufügen. Sonst gibt man etwas Majoran oder Petersilie dazu, einen Schuss Öl des Vertrauens, Salz und Pfeffer. Wem die Masse zu weich erscheint, kann mit etwas Maismehl stärken. Kleine Bällchen formen. Wer jetzt erwartet, dass die Pfanne zum Braten gezückt wird, der wird hier enttäuscht: Heute wird gedämpft! Dazu legt man sich am besten ein Bambuskörbchen aus dem Asiageschäft zu oder nimmt ein Sieb, das auf einen Topf passt. Gerade so viel Wasser reingeben, dass es nicht mit der Unterseite des Körbchens in Kontakt kommt. Herd einschalten, Bällchen auflegen. Die Bambusfläche kann nun doch ein wenig eingeölt oder mit einem Salatblatt belegt werden, zudecken. Nach ungefähr zehn Minuten sind die Dinger durch. Erdäpfelpüree, Tsatsiki oder Rote-Rüben-Salat als Beilage reichen oder einfach so in den Mund dribbeln. |
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